Die Flucht (BRD 2007)




Besetzung: Maria Furtwängler, Jean-Yves Berteloot, Tonio Arango, Gabriela Maria Schmeide, Jürgen Hentsch, Hanns Zischler, Angela Winkler, Max von Thun, Frédéric Vonhof, Adrian Wahlen, Stella Kunkat, Adrian Goessel
Regie: Kai Wessel
Produktion: Joachim Kosack
Drehbuch: Gabriela Sperl
Kamera: Holly Fink
Schnitt:
Carsten Eder, Tina Freitag, Heidi Handorf
Musik: Enjott Schneider
Länge: ca. 180 Minuten
Originaltitel: Die Flucht
Altersfreigabe: FSK 12

Handlung:
Verlorene Heimat. Sommer 1944: Lena Gräfin von Mehlenberg reist aus Berlin in ihre Heimat Ostpreußen, um sich mit ihrem todkranken Vater auszusöhnen. In den Kriegswirren übernimmt sie Verantwortung für das Mahlenberg'sche Gut und holt ihre Tochter zu sich. Während die Trecks von Flüchtenden aus dem Memelland und aus Litauen zunehmen, versucht der französische Kriegsgefangene Francois Beauvais, Lena vor der drohenden Katastrophe zu warnen. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Liebe, die jedoch zum Scheitern verurteilt ist. Als die russische Armee erbarmungslos vorrückt, ist es an Lena, die ihr anvertrauten Menschen durch einen unbarmherzigen Winter von Ostpreußen bis nach Bayern zu führen, auf eine Reise, die sowohl Erlösung als auch den bitteren Tod bedeuten kann ...

Kritik:
Die Kritik reagierte auf den Zuschauererfolg unterschiedlich.
Das Politmagazin "Der Spiegel" schreibt: "Nobel geht das Reich zugrunde: Als Landadlige versucht Maria Furtwängler in dem zweiteiligen Vertriebenen-Melodram 'Die Flucht' zum Kriegsende ihre Schutzbefohlenen aus Ostpreußen herauszuführen - der Film aber bleibt in gediegenen bis gefährlichen Stereotypen stecken. Der deutsche Film und das Dritte Reich - es kam bislang selten etwas Gutes heraus. Man sucht sich seine Helden und Heldinnen, um wenigstens etwas Licht ins schwärzeste aller deutschen Geschichtskapitel zu bringen. Dem Durchschnittsmenschen lässt sich, so glauben wohl die meisten TV-Autoren, dramaturgisch einfach nichts abgewinnen. In dem ARD-Zweiteiler wird nun ziemlich ungebrochen der edlen vordemokratischen Attitüde des ostpreußischen Landadels gehuldigt: Man verlangt von seinen Leuten Gehorsam, dafür kümmert man sich aber auch heroisch um sie."
Das "Lexikon des Internationalen Films" urteilt: "Aufwändig produziertes Fernseh-Historiendrama, das die historischen Fakten in eine melodramatische Handlung verpackt. Dabei nimmt sich der eindrucksvolle Film eines Themas an, das lange zu den deutschen Tabuthemen gehörte, da Flucht und Vertreibung mit Schuld, Schande und Scham behaftet sind. Die emotionale Wucht ist unbestreitbar, die physische Leistung der Dreharbeiten ist bewundernswert. Dabei trägt er das Potenzial in sich, zur Versöhnung von Polen und Deutschen beitragen zu können."

Preise:
Bambi 2007: Publikumspreis für das TV-Ereignis des Jahres[1]
DIVA-Award 2008:
Der Deutsche TV-Movie-Preis
Hauptrollenpreis für Maria Furtwängler

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