Süskind, Patrick

Patrick Süskind wurde 1949 in Ambach am Starnberger See geboren. Sein Vater, der 1970 verstorbene Wilhelm Emanuel Süskind, ein Jugendfreund von Klaus und Erika Mann, war politischer Redakteur bei der "Süddeutschen Zeitung", schrieb mehrere Romane und vielbeachtete Essays über die deutsche Sprache, darunter "Aus dem Wörterbuch eines Urmenschen".
Patrick Süskind besuchte die Grundschule und das Gymnasium, studierte Geschichte in München und Aix-en-.Provence und schloss mit einer Arbeit über George Bernard Shaws politisches und soziales Engagement ab. Seit dem Abitur schreibt er Kurzgeschichten und übernahm zwischendurch auch redaktionelle Arbeiten. Seinen Lebensunterhalt verdiente er laut eigener Aussage "unter anderem in der Ablage der Vertrags- und Patentabteilung des Hauses 'Siemens', in der Tanzbar 'Zum fliegenden Holländer' in Berg am See und als freiberuflicher Tischtennistrainingspartner". Hauptsächlich aber durch erfolgreiche Drehbücher, die, ebenfalls laut eigener Aussage, "wegen ihres geschliffenen Stils von Fernsehredakteuren nur schwer abgelehnt werden können". Süskind ist Co-Autor von Helmut Dietl für die Serien "Monaco Franze" und "Kir Royal".

1983 erschien Der Kontrabass, ein geistreich-witziger Monolog, der inzwischen auf deutschen Bühnen zu den meistgespielten Stücken zählt und auch in London und Paris aufgeführt wurde.
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders war ursprünglich als Kurzgeschichte konzipiert, wuchs dann aber unversehens zu etwas Größerem, das den Autor von Paris nach Aix und Grasse geführt hat und auf die Suche nach der "Großen Nase".
Der geradezu gigantische Erfolg des Parfums hat auch den Namen des Erzählers weltweit bekannt gemacht. Der allerdings legt keinen Wert auf Popuularität. Patrick Süskind tritt selten in der Öffentlichkeit auf, nie im Fernsehen und gibt grundsätzlich keine Interviews. Er lebt in München und Paris.


Die Taube (1987)

In fünf Monaten wird der Wachmann einer Pariser Bankj, der als einzigen Nutzen seiner Tätigkeit das Öffnen des Tores vor dem Direktionswagen erkannt hat, das Eigentum an seiner kleinen Mansarde im 7. Arrondissement endgültig erworben haben, wird ein weiterer Markstein seines Lebensplanes gesetzt sein.
Doch dieser fetalistische Ablauf wird an einem heißen Freitagmorgen im August 1984 jäh vom Erscheinen einer Taube in Frage gestellt ...