Grossman, David

David Grossman kam 1954 in Jerusalem zur Welt. Sein Vater, ein Busfahrer, kam 1933 als Kind aus Polen. Seine Mutter wurde bereits in Palästina geboren. Grossman studierte Philosophie und Theaterwissenschaft in Jerusalem. Seit seinem zehnten Lebensjahr arbeitete er bis 1989 bei Radio Israel, als Nachrichtenredakteur, Hörspielautor und Sprecher. 1979 veröffentlichte er seine ersten Erzählungen. Später folgten Romane, Kinderbücher und Sachbücher, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. David Grossman ist kein Pazifist, setzt sich aber seit Jahren als Journalist kritisch mit den gewalttätigen Entwicklungen in den besetzten Gebieten auseinander und besitzt als regelmäßiger Kommentator israelischer Politik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung internationales Renommee. Grossman erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Werk, u.a. 1984 den Preis des israelischen Premierministers für hebräische Literatur, 1991 den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund, 1996 den Premio Mondello und Premio Grinzane. 1998 wurde Grossman zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt.


Der Kindheitserfinder (1991/1994)

Aaron Kleinfeld, immer ein bisschen langsamer und kleiner als seine Freunde, verfügt über eine bewundernswerte Beobachtungsgabe und eine blühende Fantasie. Beides hält ihn in seiner Abenteuerwelt, die er um keinen Preis gegen die der Erwachsenen eintauschen möchte. Denn die gerät doch irgendwie aus den Fugen ...

David Grossmans Roman über den Verlust der Kindheit und die Schrecknisse des Erwachsenwerdens ist einer der schönsten, zartesten und komischsten des großen israelischen Erzählers.
"Ich beneide jeden, der dieses Buch noch vor sich hat." (The New Yorker)


Zickzackkind (1994/1996)

An seinem dreizehnten Geburtstag feiert Nono Bar Mizwa. Aus diesem Anlass, dem Abschied von der Kindheit, hat sein Vater sich ein Detektivspiel ausgedacht. Er schickt Nono auf eine Reise mit dem Auftrag, in der Eisenbahn jemanden zu finden und mit den Worten: Wer bin ich? anzusprechen. Pech nur - oder auch Glück -, dass sich Nono für die falsche Person entscheidet, für Felix Glick nämlich, den alten Gentleman-Ganoven, dessen Spielchen von ganz anderer Art sind als die seines Vaters. Als Nono am Ende herausfindet, dass Glick sein Großvater ist, erfährt er auch die Wahrheit über die unmögliche Liebe seiner Eltern, die ihn zum "Zickzeckkind" gemacht hat.