Fuhrmann, Rainer


Medusa (1985)

Hundertsechsundzwanzig Jahre alt ist Christian geworden. Nun will er nicht mehr. Was seinem Leben einen Sinn gab, ist vorbei; die Menschen, die er liebte und für die er sorgte, sind inzwischen alle tot. Nur eins lässt ihm noch immer keine Ruhe: Er wurde mit anderen Zeuge einer Katastrophe, die beinahe das Ende der Welt bedeutet hätte. Nun ist er der letzte dieser Zeugen und durch den Tod sämtlicher Mitwisser von seiner Schweigepflicht entbunden. Er glaubt, der Nachwelt schuldig zu sein, ihr zu offenbaren, was damals wirklich geschah.
Sie waren etwas blauäugig an die geheimen gentechnischen Experimente herangegangen, glaubten zuversichtlich, die Evolution auf Trab zu bringen und einige Millionen Jahre überspringen zu können. Aber angesichts der grausigen Ergebnisse waren ihm bald Zweifel gekommen. Er hatte sich dem Missbrauch entgegengestellt - und sich, getreten und verhöhnt, am Boden wiedergefunden. Aber allen Widerständen zum Trotz hatte er die Kraft aufgebracht, das zu tun, was Menschenliebe ihm zur Pflicht machte.