Ende, Michael

Michael (Andreas Helmuth) Ende wurde am 12.11.1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Der Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende wuchs in der Schwabinger Boheme auf und kehrte 1943 mit der sog. "Kinderlandverschickung" nach Garmisch zurück. Von dort wurde Ende noch als Gymnasiast 1945 zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg schloss er seine Schulausbildung in Stuttgart ab. 1948-50 besuchte Ende die den Münchner Kammerspielen angegliederte Schauspielschule Otto Falckenbergs und spielte dann auf mehreren kleinen Bühnen. Nach seiner Rückkehr nach München schrieb er Sketche und Chancons für Kabaretts und arbeitete 1954-62 als Filmkritiker für den Bayerischen Rundfunk.

Als Kinder- und Jugendbuchautor debütierte Ende 1960 mit der ebenso spannend wie humor- und phantasievoll erzählten Abenteuergeschichte "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", der sich 1962 die nicht weniger erfolgreiche Fortsetzung "Jim Knopf und die wilde 13" anschloss. Während diese und andere Erzählungen noch immer eine überwiegend am rein Fabulösen orientierte Leserschaft ansprechen, lassen Endes weniger populäre, an der Realität und an Gegenwartsproblemen ausgerichteten Arbeiten - so etwa die Tragikomödie "Der Spielverderber" (1967) oder die surrealistische Erzählung "Der Spiegel im Spiegel" (1984) - deutlich den darin erhobenen Anspruch auf eine kritischere Auseinandersetzung mit seinem Werk erkennen.

Gerade die inzwischen auch als Bühnen- und Filmfassungen bearbeiteten internationalen Bestsellerromane "Momo" (1973) und "Die unendliche Geschichte" (1979) vermitteln als "moderne Mythen" nicht zuletzt das in Endes schriftstellerischem Selbstverständnis anklingende (romantische) Bekenntnis zur Aufgabe der Poesie iun einer als phantasielos und technologiegläubig empfundenen Welt. So geht es Ende in seinem mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichneten Werk um den Versuch, "den Menschen ein neues Gefühl für ihren Wert und ihre Bedeutung zu geben, damit sie sich nicht in einem Anfall von Nihilismus und Barbarei selbst vernichten".


Kinder- und Jugendbücher:

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (1960)

Lummerland ist winzig. Kein Wunder, dass es da kaum Platz für Emma, die Lok, den Lokomotivführer und Jim Knopf gibt. So machen sie sich auf den Weg; auf ihrer abenteuerlichen Reise erfahren sie das Geheimnis des Scheinriesen Tur Tur, sie lernen den Halbdrachen Nepomuk kennen, der keine Tischmanieren hat, und sie befreien des Kaisers Tochter, die in die Drachenstadt entführt wurde.


Jim Knopf und die wilde 13 (1962)

Wie Jim Knopf einen Leuchtturm erfindet, der groß und klein zugleich ist, wie die dicke alte Lokomotive Emma das Fliegen lernt, oder gar auf welche erstaunliche Weise die "Wilde 13" besiegt wird, das erfährt man im zweiten Teil, in dem von vielen seltsamen und wunderbaren Dingen berichtet wird.
Nur Freunde von Jim und Lukas wissen, dass alle diese Dinge Wirklichkeit sind, jene Wirklichkeit, die alle Kinder kennen und die Erwachsene leider oft ganz vergessen haben.


Momo (1973)

Michael Endes phantastischer Märchenroman - ein Welterfolg und das Kultbuch von Generationen.
Eine gespenstische Gesellschaft grauer Herren veranlasst immer mehr Menschen, Zeit zu sparen. In Wirklichkeit werden die Menschen jedoch um ihre ersparte Zeit betrogen. Als die Not am größten ist und die Welt den grauen Herren schon endgültig zu gehören scheint, entschließt sich Meister Hora, der geheimnisvolle Verwalter der Zeit, einzugreifen. Dazu braucht er die Hilfe eines Menschenkindes. Die Welt steht still und Momo, die struppige kleine Heldin tritt an gegen das riesige Heer der grauen Herren - mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte unter dem Arm


Die unendliche Geschichte (1979)


Der Satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (1989)

"Ich bin ein kleines Monsterschwein un stinke vor mich hin. Ich will stets grimm und grauslich sein, bis ich ein großes bin."
Noch viele Gedichte dieser Art rezitieren der Zauberer Irrwitzer und die Hexe Tyrannja, während sie darauf warten, dass der Wunschpunsch fertig wird. Mit ihm wollen sie Punkt 12 Uhr in der Silvesternacht Erde und Menschen vernichten. Wenn da nicht die tapferen Tiere, der Kater Maurizio und der Rabe Jakob, gewesen wären.


Romane und Erzählungen für Erwachsene:

Das Gauklermärchen

Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth (1984)

Mit diesem Buch entwickelt Michael Ende eine völlig neue Form von Literatur, die ganz im Sinne einer modernen meditativen Kunst das Bild jenseits des Bildes sucht und damit sinnstiftende Bezüge herstellt ... Die dreißig Bilder der Erzählung sind miteinander verknüpft, ineinander verwoben - nicht kausal-logisch, sondern eher musikalisch, Bilder und Figuren, die vorerst nur am Rande auftauchen, werden später zu Zentralmotiven und Hauptfiguren. Ein labyrinthisches Gebild entsteht dabei, das den leser durch verschiedene Gänge führt, indem der eine Weg dem anderen vorgezogen wird. Die Wiederentdeckung des Labyrinthmotivs zeigt sich in verschlüsselter Form durch das Auftreten von Dädakus, Ikarus, Theseus, Ariadne und Minotaurus.


Bücher zu und über Michael Ende:

Michael Anfang. Die endliche Geschichte. Die Parodie von Wolfgang G. Fienhold (1985)

Die erste und einzige Parodie auf das große Werk der Fantasy - mit allem, was Ihnen das Original, der Autor, der Film verschwieg!