Mankell, Henning

Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen schwedischen Schriftsteller. Er lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Maputo/Mosambik und in Schweden. Mit Kurt Wallander schuf er einen der weltweit beliebtesten Kommissare.
Im Vorwort zu seinem letzten Wallander-Buch (das nicht ohne Ironie die Vorgeschichten der ganzen Reihe erzählt!) schreibt der Autor: "Erst nachdem ich den achten und letzten Teil der Serie über Kurt Wallander geschrieben hatte, wurde mir klar, welchen Untertitel ich die ganze Zeit gesucht, aber nicht gefunden hatte. Als alles, oder zumindest das meiste, geschrieben war, erkannte ich, dass der Untertitel: 'Romane über die europäische Unruhe' lauten müsste."
So sind die Wallander-Romane Mankells weit mehr als "nur" gut geschriebene Kriminalromane: Sie spiegeln zugleich die Krise Europas zur Jahrtausendwende. Und seine Afrika-Romane tun dasselbe im Blick auf den "schwarzen Kontinent".


Mankell-Websites:

www.mankell.de
www.wallander-web.de
www.wallander.ch
www.wallander.at


Die Kurt-Wallander-Romane:



Mörder ohne Gesicht (1991/1993)

Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof in der Nähe von Ystad ermordet worden. Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im dunkeln, vor allem deren furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Und dann hatte die alte Bäuerin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb, den Beamten einen letzten, seltsamen Hinweis gegeben ...




Hunde von Riga (1992/1993)

"Das Fischerboot kam langsam näher. Holmgren zog sich die Mütze tiefer ins Gesicht und verließ das Steuerhaus. Beißend kalter Wind schlug ihm ins Gesicht, als sein Blick auf die zwei Toten fiel. 'Verdammt', sagte er, 'das hat uns gerade noch gefehlt.'" - Wer sind die Toten? Wohin ist das Rettungsboot verschwunden? Die Ermittlungen führen Kommissar Wallander diesmal nach Osteuropa.




Die weiße Löwin (1993/1995)

Was mit dem Verschwinden einer jungen Frau beginnt, führt den schwedischen Kommissar rasch auf die Spur einer südafrikanischen Geheimorganisation ...




Der Mann, der lächelte

"Ich fürchte mich vor Nebel, dachte er. Dabei sollte ich eher den Mann fürchten, den ich eben auf Schloss Farnholm besucht habe."
Wozu Menschen fähig sind in einer Welt, in der sich alles nur um Kaufen und Verkaufen dreht. Die Ermittlungen führen Kommissar Wallander diesmal in eine völlig neue Dimension internationalen Verbrechens.

"Auch dieser Mankell hat wieder alle jene Qualitäten, die den Autor zu einem der meistgelesenen Kriminalschriftsteller Deutschlands gemacht haben." (Der Spiegel)
"In diesem raffinierten Thriller stimmt einfach alles." (Brigitte)




Die falsche Fährte (1995/1999)

"Ich lebe in einer Welt, in der sich junge Menschen das Leben nehmen, weil sie es nicht aushalten, dachte Kurt Wallander. Wenn ich weiter Polizist sein soll, muss ich verstehen, warum." - Der Selbstmord eines jungen Mädchens ist nur der Auftakt zu einer dramatischen Jagd nach einem grausamen Serienkiller.




Die fünfte Frau (1996/1998)

Kurt Wallander hat eine Reihe besonders grausamer Morde aufzuklären. Die Opfer waren allesamt harmlose Bürger: der eine schrieb Gedichte, der ander besaß einen Blumenladen, der dritte war Forscher an der Universität. Warum verfolgt der Mörder seine Opfer mit so brutaler Gewalt? Warum legt er Wert darauf, dass man die sadistische Grausamkeit seiner Verbrechen sofort bemerkt? Wallanders Erkenntnis lautet: "Die Menschen sind selten das, was man von ihnen denkt."




Mittsommermord (1997/2000)

Ein Mörder, der den Anblick junger, glücklicher Menschen nicht erträgt. Ein ermordeter Kollege Wallanders. Ein Kommissar, der noch nie so einsam, so verzweifelt, so sympathisch war.




Die Brandmauer (1998/2001)

Computerterroristen planen den globalen Crash: Hacker haben es auf die Datennetze der Weltbank abgesehen, die Weltwirtschaft soll ins Chaos gestürzt werden. Kommissar Wallander ermittelt in einem Verbrechen von internationalem Format ...




Wallanders erster Fall (1999/2002)

Kurt Walllander ist Anfang zwanzig, Polizeianwärter in Malmö und bis über beide Ohren in Mona verliebt. Als er seinen Wohnungsnachbarn erschossen in der Küche findet, den Revolver noch in der Hand, glaubt er nicht an Selbstmord, umso mehr, als die Wohnung des Toten in Flammen aufgeht und man wenig später auf eine weitere Leiche stößt.
Von Wallanders erstem Fall bis zu einem ausgewachsenen Kriminalroman, Die Pyramide, reicht das Sepktrum der vorliegenden Erzählungen, die alle vor 1990, dem Beginn der eigentlichen Wallander-Serie, spielen.

"Wallander ist für viele ein lebendiger Mensch geworden. Er ist aus den Buchseiten herausgetreten und zu einem Mitmenschen geworden. Auch wenn alle im Innersten natürlich wissen, dass er nur in der Vorstellung existiert. Aber er hat trotzdem eine Vergangenheit. Er war einmal jung. In diesen Erzählungen versuche ich, einige der frühesten Teile seines Lebens, so wie ich sie mir vorstelle, in das Bild einzufügen.
Kein Bild wird jemals vollständig. Aber diese Geschichten gehören zur Serie über Wallander. Ich mache den Sack zu. Die letzten Zeilen in diesem Buch sind der Beginn eines neuen Falls: Mörder ohne Gesicht." (Henning Mankell)


Weitere Kriminalromane:



Die Rückkehr des Tanzlehrers (2000/2002)

Wer fordert einen toten Mann zum Tango auf?
Stefan Lindman, 37, steht vor einem Rätsel: Sein ehemaliger Kollege Herbert Molin ist ermordet worden. Am Tatort werden blutige Fußspuren gefunden, die wie Tangoschritte aussehen. Gibt es einen Zusammenhang mit Molins Vergangenheit? Lindman ermittelt auf eigene Faust ...




Vor dem Frost (2002/2003)

Brennende Schwäne fliegen über den Marebo-See, Frauen verschwinden, eine Amerikanerin wird in der Kirche erdrosselt, und ein Lastwagen voller Dynamit lässt den Dom von Lund in Flammen aufgehen. Linde Wallander ist Polizeianwärterin in Ystad und darf Kurz Wallander bei seinen jüngsten Ermittlungen zunächst nur als Tochter begleiten. Doch als ihre Freundin Anna spurlos verschwindet, wird sie persönlich in den Fall hineingezogen und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln ...

In seinem neuen Kriminalroman spannt Henning Mankell den Bogen von dem furchtbaren Massaker in Jonestown, Guyana 1978, wo ein religiöser Fanatiker seinen Anhängern befahl, Selbstmord zu begehen, bis zum 11. September 2001.

"Ein hochspannender Wallander-Krimi - einer der besten." (Focus)


Afrika-Romane:



Der Chronist der Winde (1995/2002)

"Man kann fliegen, ohne sichtbare Flügel zu haben."
Nelio, ein zehnjähriges Straßenkind, erzählt um sein Leben. Er liegt mit einer Schusswunde auf dem Dach eines afrikanischen Hauses und weiß, dass er sterben wird, sobald seine Geschichte zu Ende ist. Die bezaubernd-traurige Geschichte von Nelio, dem Straßenkind - dem "Kleinen Prinzen" Afrikas.

"Dieser Roman hat einen besonderen Platz in meinem Herzen." (Henning Mankell)
"Wer immer dem Chronisten der Winde zugehört hat, wird Afrika anders sehen." (Elmar Krekeler in der 'Welt')




Die rote Antilope

Die Geschichte eines schwarzen Kindes, das im 19. Jahrhundert von einem wohlmeinenden Weißen nach Schweden gebracht wurde und sich dort nach seiner afrikanischen Heimat zu Tode sehnte. "Mit seinem poetischen Realismus vermittelt Henning Mankell mehr vom wahren Kern Afrikas als mehrere Wochen Tagesberichterstattung." (Elmar Krekeler in der 'Welt')


Tea-Bag





Das Auge des Leoparden (1990/2004)

Eigentlich hatte Hans Olofson nur eine kurze Reise nach Afrika machen wollen. Doch dann war er neunzehn Jahre geblieben ...

Das Leben auf einer Farm in Afrika. Henning Mankells Meisterwerk.

"Was als Zufallsspiel und Tagtraum begonnen hatte, wird zu einer Lebensaufgabe - und angesichts der herrschenden politischen Verhältnisse allmählich zu einem Kampf um Leben und Tod. Ein spannender und kluger Roman, der in eindrücklichen Bildern über die Faszination und die Fremdheit des 'dunklen Kontinents' reflektiert." (Neue Zürcher Zeitung)


Theaterstücke:

Zeit im Dunkeln (2003)

"Er erfindet Geschichten aus der Wirklichkeit, mit Figuren, die so real sind, dass man mitunter versucht ist, sie einfach anzurufen. Derzeit versteht es niemand besser als Mankell, die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Menschen verwirren und beschäftigen, unterhaltsam anzupacken." (Stern)


Kinder- und Jugendbücher:



Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war (1990/1992)

Joel, 11 Jahre alt, lebt mit seinem Vater, einam Waldarbeiter und ehemaligen Seemann, in einem gottverlassenen Nest in Nordschweden. Seit die Mutter die Familie verlassen hat, kann der Junge oft nicht schlafen, und so entdeckt er eines Nachts den einsamen Hund, der unter den Sternen davon läuft. Er wird für Joel zum Symbol für seine Sehnsucht nach Geborgenheit und Zuwendung, und ohne Wissen des Vaters beginnt er Nacht für Nacht nach ihm zu suchen. Doch als ihn sein Freund Ture zu einer lebensgefährlichen Mutprobe überredet, erkennt er, dass sein Vater im richtigen Moment für ihn da ist und ihn nie verlassen wird.

Deutscher Jugendliteraturpreis 1993.




Das Geheimnis des Feuers (1995/1997)

Die alte Muazena war es, die Sofia zum ersten Mal vom Geheimnis des Feuers erzählt hatte. Im Feuer, hatte Muazena gesagt, können wir unsere Zukunft sehen, aber im Feuer leben auch unsere Erinnerungen. Sofia hat viele Erinnerungen. An Maria, die ältere Schwester, die ihr so ähnlich war, an ihren Vater Hapakatanda, der sie immer hoch in den Himmel hinaufgehoben hatte, damit sie die Sonne begrüßen konnte, an das Dorf, das sie eines Tages verlassen mussten. Wie viele Vollmonde ist das schon her? Sofia weiß es nicht. Sie weiß nur: Mit der Zeit ist es etwas Merkwürdiges: Es gibt sie und es gibt sie nicht ...
Sofia lebt an der Ostküste Afrikas, in Mosambik, das durch einen fast zwanzig Jahre währenden Bürgerkrieg zu einem der ärmsten Länder der Erde geworden ist. Damit das, was sie erlebt und erlitten hat, nicht vergessen wird, hat Henning Mankell, der seit Jahren in Mosambik arbeitet, ihre Geschichte aufgeschrieben. Denn Sofia gibt es wirklich.

Eine spannende und ergreifende wahre Geschichte für Kinder ab 10 Jahren.