Dunsany, Lord

Lord Dunsany (1878-1957) ist wie J.R.R. Tolkien und George MacDonald einer der Großmeister angelsächsischer Fantasy-Literatur.


Die Königstochter aus Elfenland (1924/1979)

"Die Königstochter aus Elfenland" gilt als das schönste seiner rund sechzig Bücher: ein Märchen, vorgetragen im Tonfall poetischer Naivität; eine abenteuerliche Legende, entrollt mit weiser Gewitztheit, Gelassenheit und dramaturgischem Spannungskalkül. Der Reiz dieser Dichtung, die lächelnd mit der eigenen Sehnsucht verkehrt, lebt aus einem eigenartigen Widerspiel, das sie kunstvoll inszeniert: Die beiden benachbarten Reiche der Menschen- und Elfenwelt illuminieren sich wechselweise, das eine lässt die Besonderheit des anderen erkennen; die beständige Herrlichkeit eines ewigen Tages erweckt den Sinn für den Zauber eines unablässigen Wandels; das Gewöhnlich-Vergängliche erstrahlt als Gechenk im Licht des Legendären. Eine Dialektik des Herzens spielt sich ab. Witz und Weltschmerz, Humor und Seelenharm scheinen in dieser epischen Komposition zur puren Bildlichkeit vereint - als wäre es nackte Natur, was Kunst durch Berechnung erzeugt.

"Dunsanys reiche Sprache, seine kosmische Sicht, seine entrückten Traumwelten und sein feiner Sinn für das Phantastische, dies alles verlockt mich mehr als irgend sonstwas in der modernen Literatur." (H.P. Lovecraft)