Cooper, James Fenimore

James Fenimore Cooper wurde am 15.9.1789 in Burlington (New Jersey) geboren und starb am 14.9.1851 in Cooperstown (New York). Er stammte aus einer wohlhabenden Grundbesitzerfamilie, die seinem Hauptwohnort den Namen und seinen Romanen ein zentrales Thema gab. Er studierte an der Yale University, schlug die Marinelaufbahn ein und lebte von 1811 an als verheirateter Grundbesitzer und freier Schriftsteller im Staat Newa York. Ein längerer Aufenthalt in Frankreich (1826-33), teils als Konsul, machte ihn auch mit der europäischen Gesellschaft vertraut. Ab 1820 schrieb Cooper 35 Romane und 15 weitere Prosawerke. Cooper gehört mit W. Irving zur ersten erfolgreichen Schriftstellergeneration der USA und hat vor allem durch die Übertragung des historischen Romans auf die amerikanischen Verhältnisse die Grundlagen für eine eigenständige, populäre Amerikanische Literatur gelegt.

"Am 15. September 1789 wurde den Vereinigten Staaten der erste Schriftsteller geboren, dessen Bücher weltweite Wirkung hatten: James Fenimore Cooper. Das Leben aller ganz großen Menschen kondensiert sich im Laufe der Jahre in einen einzigen wetterleuchtenden eindringlichen Begriff: in 'Zeppelin' sind Name und Gegenstand schon eins; Darwin ist 'der mit dem Affen'; und Cooper wird mehr und mehr identisch mit jener unsterblichen, von ihm geschaffenen Gestalt, dem Lederstrumpf." (Arno Schmidt)


Die Ansiedler oder die Quellen des Susquehanna. Ein Zeitgemälde (1823)

"Die Ansiedler" steht am Beginn der sich über fast zwanzig Jahre hinziehenden Lederstrumpf-Reihe. Am Rande der Gemeinschaft von Templeton leben Lederstrumpf (Natty Bumppo) und sein Freund John Mohegan (der alte Indianer Chingachgook). Dieser, einst Häuptling der Delawaren, will der früher von seinem Stamm bewohnten Heimat und seinen hier bestatteten Ahnen treu bleiben. So wird er, der am Schluss des Romans einem Waldbrand zum Opfer fällt, zum Symbol einer gleichsam vorgeschichtlichen Welt, die der weißen Zivilisation weichen musste.


Der letzte Mohikaner. Ein Bericht über das Jahr 1757 (1826)

Für den zweiten Band der Lederstrumpf-Romane ist bezeichnend, dass Cooper nicht an das Ende, sondern an den Beginn von "Die Ansiedler" anknüpft. Nicht Alter und Tod, sondern die jungen Mannesjahre Natty Bumppos interessieren ihn: Lederstrumpf erscheint hier als erprobter, berühmter Kundschafter und Krieger von etwa dreißig Jahren, als "Falkenauge" und "Lange Büchse".
"Während Sir Walter Scott um eine Nation, eine Macht trauert, beklagt Cooper die Ausrottung eines edlen Volkes, die Zerstörung einer unberührten, natürlichen Welt, er trauert um Natur und Menschheit als Ganzes." (George Sand)
"Eine ganz große Gestalt der Weltliteratur: Lederstrumpf; dem Kenner durchaus gleichrangig mit Ahasver, Gulliver, Robinson, Parzival - Lederstrumpf, der Mann der Wälder, der in der Luft der Siedlungen, bei den 'uumbrella people', nicht atmen kann. Ein gemüt, so einfach gefügt, dass es schon fast wieder an Tiefsinn grenzt; redlich, männlich; verdüstert; wie sein Schöpfer selbst." (Arno Schmidt)


Der letzte Mohikaner (GEOlino Edition)

In den Wäldern Nordamerikas tobt der Kolonialkrieg zwischen Engländern und Franzosen. Der junge englische Offizier Duncan Heyward soll Alice und Cora, die beiden Töchter des Kommandanten von Fort William Henry, sicher zu ihrem Vater geleiten. Der Weg dorthin ist gefährlich, denn sie müssen der französischen Armee und feindlichen Indianern ausweichen.
Als sie beinahe in einen Hinterhalt geraten, kommen ihnen der Waldläufer Natty Bumpoo, sein indianischer Freund Chingachgook und dessen Sohn Unkas zur Hilfe. Doch dann werden die beiden Mädchen entführt. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt.
James F. Coopers spannender Abenteuer-Klassiker ist nicht nur eine der meist gelesenen Indianererzählungen der Weltliteratur, sondern auch eine genaue und anschauliche Darstellung aus der Geschichte Nordamerikas.


Die Prärie. Roman (1827)

Der alte Lederstrumpf Natty Bumppo lebt seit seiner zehn Jahre zurückliegenden Flucht aus Templeton als Trapper auf den weiten Ebenen westlich des Mississippi - in einer Landschaft, die Cooper selbst nie gesehen hat, die er aber nach zeitgenössischen Reiseberichten erstaunlich genau nachzeichnet.
Im reinen Naturzustand lebt der Pawnee-Häuptling Hartherz, Lederstrumpfs Adoptivsohn, der ideale Indianer: schön, mutig, in völliger Übereinstimmung mit den ethischen Forderungen seiner Welt (Bewährung im Krieg, Ehrlichkeit, Tapferkeit). Ihm steht der Sioux Mahtoree, der böse Indianer, gegenüber: verschlagen, unaufrichtig, aber intelligent.
"Kein schreibender Zeitgenosse hat die Indianer so ernst genommen wie Cooper." (Heiko Strech / Tages-Anzeiger, Zürich)
"Die Liederstrumpf-Romane sind wundervoll. Sie bilden eine Art amerikanische Odyssee, mit Natty Bumppo als Odysseus." (D.H. Lawrence)


Der Pfadfinder oder Das Binnenmeer. Roman (1840)

In seinem vierten Lederstrumpf-Roman zeigt Cooper den Helden als etwa vierzigjährigen Mann. Diesmal stürzt er ihn zwar ausnahmsweise in ein sentimentales Dilemma - Natty Bumppo liebt Mabel, die Tochter des Sergeanten Dunham, und möchte sie heiraten -, aber auch diese Liebesgeschichte dient dazu, die Problematik von Individuum und Gemeinschaft in der Gestalt des Lederstrumpf aufzuzeigen.
"Solange es Literatur gibt, wird es Lederstrumpf geben." (Honoré de Balzac)
"Keine literarische Gestalt begleitet mich so lange wie Natty Bumppo. Mit acht Jahren vernarrte ich mich in ihn, lief ihm nach in Landschaften, deren Weite und Unberührtheit für mich bis heute den Anschein von Utopie bewahrt." (Peter Härtling)
"Balzac, Lermontow, Tolstoi, Stifter, auch der alte Goethe gehörten zu den Bewunderern des amerikanischen Autors. In ihrem Werk sind in verschiedenen Graden Cooper-Spuren nachzuweisen." (Heiko Strech / Tages-Anzeiger, Zürich)


Der Wildtöter oder Der erste Kriegspfad (1841)

In "Der Wildtöter" kehrt Cooper wieder zum Schauplatz von "Die Ansiedler" zurück, zur Landschaft von Templeton (Cooperstown), zum Otsego-See, wo der Autor sich nach seiner Heimkehr aus Europa endgültig niedergelassen hatte. Diesmal aber verbannt er jede Spur von Zivilisation aus seinem Werk und stellt imaginativ den ursprünglichen, der Geschichte vorausliegenden Naturzustand wieder her: ein Traum von der Jugend und vom Garten Eden - fern der pessimistisch stimmenden Gegenwart. Natty Bumppo erscheint hier als Zwanzigjähriger, der noch keinen Menschen getötet hat.
"Zu den Autoren von Weltgeltung muss auch James Fenimore Cooper gezählt werden, dessen Lederstrumpf-Erzählungen noch junge Seelen entflammen werden, wenn die Schule längst vergessen ist." (Egon Friedell)
"Coopers Lederstrumpf-Romane frappieren einen ökologisch sensiblen Leser durch ihre Aktualität." (Neue Zürcher Zeitung)