Chesterton, Gilbert Keith

Gilbert Keith Chesterton wurde am 29.5.1874 in London geboren und starb am 14.6.1936 in Beaconsfield. Er stammte aus einer unitarischen Familie, besuchte die Kunstakademie, wurde Journalist und arbeitete für liberale Zeitungen. Mit Romenen wie Der Mann, der Donnerstag war und Kugel und Kreuz ist Chesterton ein Meister der phantastischen Literatur. In seinen Erzählungen um den skurrilen Father Brown parodiert er den herkömmlichen Kriminalroman. Bedeutend ist auch Chestertons Literaturkritik, vor allem sein Buch Charles Dickens (1906, dt.: 1936).

Zu Lebzeiten war Chesterton wegen seines Humors und seiner Paradoxe einer der beliebtesten britischen Autoren. Seine Wiederentdeckung nach 1974 betont seine Gesellschaftskritik. Zu Chestertons Bewunderern gehörten Franz Kafka, Kurt Tucholsky, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Robert Musil, Georg Bernard Shaw und Karel Capek. Starken Einfluss hatte er auf C.S. Lewis, J.R.R. Tolkien, Charles Williams, T.S. Eliot, J.L. Borges, S. Undset und Carl Amery.


Franziskus. Der Heilige von Assisi (1923/1981)

G.K. Chesterton, streitbarer Essayist und Verfasser phantastischer Romane und hintergründiger Detektivgeschichten, verstand sich auf das Paradox, und so interessierte er sich auch ganz besonders für Franziskus, den Heiligen der Paradoxien, dessen Geheimnis darin bestand, durch Armut den wahren Reichtum und durch ewigen ungestümen Aufbruch die innere Ruhe zu finden. Es gehört zu den sympathischsten Seiten dieses unprätentiösen Buches, dass es gerade auch die menschlichen Züge des heiligen Franziskus hervorhebt.


Der Mann, der Donnerstag war. Eine Nachtmahr (1908/1910)

"Es ist also, dass Kamerad Syme zum Donnerstag im Generalrat erwählt werden soll." Ein Gebrüll stand auf wie das Meer, und die Hände schossen hoch wie ein Wald und drei Minuten später war Mr. Gabriel Syme von der Geheimpolizei zum Donnerstag des Generalrats der Anarchisten Europas erwählt.


Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge (1917/1969)

"Ich finde es unrecht, dass sich di Welt andauernd damit beschäftigen soll, alle jene Dinge schlecht zu heißen, die gut genug gewesen sind, andere Dinge besser zu machen, und so in einem fort die Leiter umzustoßen, auf der sie emporgestiegen ist ..." (Gilbert Keith Chesterton)
Und so macht Chesterton sich an die Verteidigung des Schundromans, des Unsinns, der Planeten, der Posse, der Demut, unüberlegter Gedlübde, von Gerippen, der Öffentlichkeit, der Kitschfiguren, der Tageszeitungen, bildlicher Symbole, häßlicher Dinge, der einfachen Volkssprache, der Kinderverehrung, von Kriminalromanen und des Patriotismus.