Chant, Joy

Joy Chant wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in London geboren. Von ihrer Abstammung her ist sie teils irisch, teils nordenglisch. Sie gibt an, ein sehr problematisches, einsames Kind gewesen zu sein, dessen Phantasie sich schon früh ein eigenes Reich erschuf. Dieses Reich bildete dann auch die Grundlage für ihren ersten Roman "Roter Mond und Schwarzer Berg". Auch ihr zweiter Roman, "Der Mond der brennenden Bäume", spielt in jenem alten, entfernten und doch vertrauten Land Vandarei.


Roter Mond und Schwarzer Berg (1970/1982)

Ein Debut und eine Überraschung: die Talentprobe einer jungen englischen Autorin, die sich anschickt, aus der Kraft eigener Imagination dem Fabelreich des Erzmagiers Tolkien das Dominium einer anderen erdachten, autonom gestalteten Weltlandschaft entgegenzusetzen.
Kinder sind die Hauptfiguren dieser Geschichte, die weit mehr ist als eine Kindergeschichte. Die traumhaften Abenteuer, in welche die jungen akteure jählings verstrickt werden, erweisen sich als Detailszenen eines Konflikts von gewaltigen Dimensionen, als Momente eines mythischen Kampfes, in dem einem der Unmündigen eine entscheidende Rolle zufällt. Was als Sturz nach draußen, in eine prähistorisch anmutende Fremde beginnt, erscheint am Ende als notwendiger, erregender, beängstigender und beglückender Gang durch das eigene Innere. Das atemberaubende Spektakulum in der Un-Welt sich bekriegender Fabelmächte ist eins mit dem Prozess einer Selbstfindung durch den Verlust des gewohnten Ichs unterm Ansturm der fremden, fordernden Bilder. Die Heimkehr wird unvermutete Wirklichkeit in dem Augenblick, da der "Held" bereit ist, seine Vergangenheit, sein Leben für die Gegenwart der Fremdlinge zu opfern.


Der Mond der brennenden Bäume (1977/1981)

Seit Menschengedenken hatten die Khentorei auf ihren gewaltigen Einhörnern die Große Ebene durchwandert. Seit Anbeginn waren die Goldenen mit ihren feurigen Speeren aus Metall und ihren ummauerten Städten die Herren der Khentorei gewesen. Dass die Goldenen als Tribut die Frauen der Khentori nahmen, war Sitte und Brauch. Aber nun war ihre Wahl auf Nai gefallen: Nai, die von den Göttern Erkorene, die Glücksbringerin des Stammes - und die Schwester von Mor'anh, dem Speer des Himmels!
Die Goldenen hatten damit einen schwelenden Brand zum Lodern gebacht, hatten eine Kraft entfacht, die sie nicht verstanden und die in Flammenschrift ein Rachezeichen auf das Gesicht ihrer Welt schreiben sollte, um sie bis ans Ende aller Zeit zu zerschmettern.
"... in seiner gespenstischen Kraft und Spannung und Stimmung allem, was ich im 'Herrn der Ringe' fand, ganz und gar ebenbürtig." (Lin Carter)
"... unwiderstehlich!" (The Times)
"... ihr ist ein großartiger neuer Mythos gelungen." (Die Welt)