Böll, Heinrich (1917-1985)



Heinrich Böll wurde am 21.12.1917 in Köln geboren. Er verlebte eine glückliche Kindheit in einer bügerlich-katholischen und antifastisch gesonnenen Familie, bestand 1937 das Abitur und war vor dem Kriegsdienst Buchhandelslehrling sowie Germanistikstudent. Nach 1945 schlug er sich zunächst mit Gelegenheitsarbeiten durch. 1951, mit dem Preis der Gruppe 47 für die satirische Erzählung "Die schwarzen Schafe", begann Bölls Aufstieg als Schriftsteller.
Obwohl er Präsident des bundesdeutschen und des internationalen P.E.N.Clubs war, 1967 mit dem Büchner-Preis und 1972 dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, ist der im In- und Ausland meistgelesene zeitgenössische deutsche Autor in der Literaturkritik immer noch umstritten. Anachronistischen Moralismus und schlichte Positivität wift man ihm ebenso vor wie kleinbürgerlichen Provinzialismus oder die Nichtbeherrschung der formalen Errungenschaften des modernen Romans. Hierbei übersieht man meist, dass Böll alltägliche Sprache und Themen bewusst gewählt hat und er sich in der Nobelvorlesung mit Recht in eine "internationale Bewegung" einer gegenklassischen, gegenidealistischen Literatur einordnen durfte, die in einem "Jahrhundert der Vertriebenen und der Gefangenen" für "ganze Provinzen von Gedemütigten, für menschlichen Abfall Erklärten" Partei nimmt.
Heinrich Böll starb am 16.7.1985 in Langenbroich.

Böll im Internet: www.heinrich-boell.de
Bölls Werke sind bei Kiepenheuer und Witsch erschienen, eine Taschenbuchausgabe im Deutschen Taschenbuch Verlag.




Der Zug war pünktlich (1949)




Wanderer kommst du nach Spa... (1950)




Wo warst du, Adam (1951)




Nicht nur zur Weihnachtszeit (1952)




Und sagte kein einziges Wort (1953)




Haus ohne Hüter (1954)




Das Brot der frühen Jahre (1955)




Irisches Tagebuch (1957)


"Das Geheimnis dieses Buches, des liebenswertesten Buches von Heinrich Böll, ist, dass kaum ein Wort über die verzwickte Ökonomie und die noch verzwicktere Geschichte dieses kleinen Staates gesagt wird und dass dennoch das ganze Irland in diesem Tagebuch eingefangen zu sein scheint." (Stuttgarter Zeitung)




Doktor Murkes gesammeltes schweigen (1958)




Billard um halbzehn (1959)




Ansichten eines Clowns (1963)




Ende einer Dienstfahrt (1966)




Gruppenbild mit Dame (1971)




Freies Geleit für Ulrike Meinhof (1972)




Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974)


"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist Bölls Antwort auf die Bedrohung individueller Freiheit durch die Gewalt der Massenmedien und der Staatsüberwachung.




Berichte zur Gesinnungslage der Nation (1975)




Einmischung erwünscht (1977)




Fürsorgliche Belagerung (1979)




Frauen vor Flusslandschaft. Roman in Dialogen und Selbstgesprächen (1985)


"Frauen vor Flusslandschaft ist Heinrich Bölls letztes Buch, das er kurz vor seinem Tod abschloss. Ort der Handlung ist Bonn, Personen sind Politiker und ihre Frauen. Der Roman stellt Fragen zur politischen Moral unserer Demokratie, seine Figuren geben erschreckende Antworten.