Bauer, Josef Martin

Josef Martin Bauer, am 11.3.1901 in Taufkirchen an der Vils geboren, hat die erste Häkfte seiner Schaffenszeit dem engen Lebensraum des Altbayerischen angehangen. Mit "So weit die Füße tragen" ist er in einer anderen Welt, auf einem völlig neuen Schauplatz, den freilich der Krieg auch in ihm geschaffen hat, in einer neuen Thematik und in einer völlig neuen Potenz des Erzählens anzutreffen. Mit diesem Thema hat er sich von der Zeit, von der Gegenwart in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit anfallen lassen, und von un an zeichnet sich die Zeit in allem ab, das der Autor seitem veröffentlicht hat.


So weit die Füße tragen (1955)

Das Erscheinen dieses Buches erregte nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen westlichen Welt großes Aufsehen: die Auflagenzahlen stiegen von Woche zu Woche, und die ersten zwölf fremdsprachigen Ausgaben erschienen wenige Monate nach dem deutschen Original. Dies war der sensationelle Auftakt:
Ein Mann war aus russischer Kriegsgefangenschaft in Sibirien geflohen, von der äußersten Station im Nordosten dieses riesigen Kontinents ... Im Oktober 1949 war er aufgebrochen, am 22. Dezember 1952 betrat er deutschen Boden. Drei Jahre und zwei Monate hatte er für die Flucht gebraucht. Das Unvorstellbare, das die Jahre der Gefangenschaft und der Flucht für ihn bedeuteten, hat er Josef Martin Bauer erzählt, der nach seinem Bericht diesen großen Abenteuerroman unserer Zeit gestaltete. Seinen Namen will der Heimgekehrte nicht genannt wissen, dennoch bleibt er nicht namenlos. Clemens Forell nennt ihn dieses Buch.