Pu Yi (1906-1967)

Pu Yi, im Februar 1906 als ältester Sohn des Prinzen Tschün II. in Peking geboren, wird schon im Dezember 1908 als Kaiser Hsüan Tung inthronisiert. Im Februar 1912 muss er unter dem Druck der ersten chinesischen Revolution abdanken. Nach Restaurationsversuchen zweite Abdankung im Juli 1917. 1924 Vertreibung aus Peking und Exil in Tientsin. 1929 gerät PuYi unter den Einfluss der Japaner und wird 1934 von ihnen zum "Kaiser von Mandschuguo" gemacht. Im Sommer 1945, nach dem Einmarsch der Russen in Mandschuguo, gerät Pu YI in sowjetische Gefangenschaft, wird 1950 an China ausgeliefert und 1959 nach intensiver "Umerziehung" durch einen Gnadenerlass Maos freigelassen. Ab 1961 arbeitet Pu Yi als Literatur- und Geschichtsforscher für den "Ausschuss für Historisches Material der Politischen Konsultativ-Konferenz des Chinesischen Volkes", in dessen Auftrag er seine Autobiographie schreibt. Im Oktober 1967 stirbt er in Peking.


Ich war Kaiser von China. Vom Himmelssohn zum Neuen Menschen. Die Autobiographie des letzten chinesischen Kaisers (1964/1973)

Vom "Sohn des Himmels" zum "Sohn des Volkes", das sind die beiden Pole der abenteuerlichen Lebensgeschichte des letzten Kaisers von China, Pu Yi, seines Weges vom absolutistischen Herrscher auf dem Drachenthron zum gläubigen Untertan Maos. Dieser Weg, der beispiellos ist in der Geschichte, führt von der phantastisch entrückten Welt des kaiserlichen Hofes in Peking über die Wirren des chinesischen Bürgerkriegs zu den Gefängnissen der Volksrepublik mit ihrn "Gehirnwäschen".
Durch Pu Yi erfährt man zum esten Mal Einzelheiten aus der mit ihm versunkenen Welt der Verlorenen Stadt, von Eunuchen und Hofschranzen, Intrigen und Mord und von dem Zwang des Hofzeremoniells. Nach seiner Vertreibung aus Peking durch die Bürgerkriegstruppen hofft er in seinem Exil in Tientsin noch auf eine Rückkehr auf den Drachenthron - eine Hoffnung, die sich unter gespenstischen Umständen erfüllt, als ihn die Japaner zum Marionetten-Kaiser des "Kaiserreichs Manschuguo" machen.
Nach 1945 ist Pu Yi - zunächst in russischer, dann in chinesischer Gefangenschaft - nur noch ein hilfloser, von Todesangst gepeinigter Mensch und als solcher Objekt einer höchst raffinierten Umerziehung, die aus dem ehemaligen Herrscher über Millionen einen überzeugten Anhänger Maos, den "Neuen Menschen", macht.