Tate, Peter


Landluft und tödlicher Regen


Mondlicht auf stählernen Wiesen (1974/1978)

Aus einem amerikanischen Versuchslabor auf Okinawa, in dem biochemische Vernichtungswaffen getestet werden, ist ein verseuchtes Kaninchen ausgebrochen, das eine tödliche Gefahr darstellt. Die japanische Regierung bekommt Wind von der Sache und zwingt die Amerikaner, den Stützpunkt zu räumen und die Tiere wegzuschaffen. Aber sie geht noch einen Schritt weiter: Um die Amerikaner zu demütigen, schickt sie eine Gruppe von entsetzlich entstellten Kindern, erbgeschädigte Opfer des Atombombenabwurfs über Hiroshima, auf eine "Goodwill Tour" in die Vereinigten Staaten.
Das Pentagon wiederum weiß genau, was die Japaner einzufädeln versuchen, und bereitet seine Gegenzüge vor, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Studentenunruhen werden angezettelt, die Nationalgarde und der Ku-Klux-Klan mobilisiert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Beide Seiten taktieren geschickt, um sich gegenseitig abzublocken.
Der Transport mit den biochemisch versuchten Kaninchen und der Sonderzug mit den japanischen Krüppeln treffen in Illinois ein.
Und hier in Waukegan, dem berühmten "Green Town" zahlreicher Erzählungen Ray Bradburys, laufen die Fäden zusammen. Simeon, ein großer Verehrer des bekannten Science Fiction-Autors hält sich mit seiner Frau Julie dort auf, um an den Originalschauplätzen dem Zauber der Vergangenheit nachzuspüren, den Bradbury so unnachahmlich in seinen Erzählungen einfing. Beide Seiten haben den jungen Mann, der schon bei früheren Unruhen eine Schlüsselfigur darstellte, in ihr Spiel einbezogen, von dem er nicht die geringste Ahnung hat. Und er kann sich der Rolle, die man ihm zugedacht hat, nicht entziehen.