Singer, Isaac Bashevis



Isaac Bashevis Singer wurde am 14. Juli 1904 in Radzymin in Polen geboren und wuchs in Warschau auf. Er erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung und besuchte das Rabbinerseminar. Mit 22 Jahren begann er für eine jiddische Zeitung in Warschau Geschichten zu schreiben, zuerst auf hebräisch, dann auf jiddisch. 1935 emigrierte er in die USA und gehörte dort bald zum Redaktionsstab des "Jewish Daily Forward". Singer lebte dann in New York. 1979 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.


Die Gefilde des Himmels. Eine Geschichte vom Baalschem Tow (1980/1982)

Man weiß wenig Authentisches von diesem Israel ben Elieser, genannt Baalschem Tow, der als Begründer des Chassidismus im 18. Jahrhundert in Wolhynien lebte. Deshalb will Isaac Bashevis Singer für das vorliegende Buch auch nicht den Anspruch einer Biographie erheben. "Es handelt sich hier um nichts anderes", schreibt er, "als die Impressionen oder Phantasiebilder des Autors von Rabbi Israels Art zu denken, seinen Gefühlen, seinen spirituellen Triumphen und Enttäuschungen."


Jakob der Knecht (1962/1965)

Einer der eindringlichsten Roomane des großen Erzählers und Nobelpreisträgers. Vor dem Hintergrund der Judenverfolgung im Polen des 17. Jahrhunderts geschieht die verbotene Liebe des jungen Leibeigenen Jakob zur christlichen Tochter seines Herrn, die er zu seinem Glauben bekehrt. Als er seine Frau auf tragische Weise wieder verliert, geprüft wie Hiob, stirbt er nach Irrfahrten und Wohltaten als einsamer Wanderer und Heiliger.

"Eine wunderbare, wunderbare Welt, diese schreckliche und schöne Welt von Isaac Bashevis Singer! Sein Name sei gesegnet!" (Henry Miller)


Satan in Goraj (1955/1969)

Ein großer Roman des Nobelpreisträgers und bedeutendsten jiddischen Dichters unserer Zeit.
Nach dem großen Pogrom duch die Kosaken und Tataren warten die Bürger Gorajs auf das alsbaldige Erscheinen des Messias, der den Juden, wie Sendboten aus der Türkei berichten, in Sabbati Zewi erstanden sein soll. Heilsgewissheit allenthalben, Gerüchte von Wundern, geheimnisvolle Andeutungen versetzen die Bewohner in ekstatische Glückserwartungen, in einen Rausch des Körpers und der Sinne. Goraj wird zu einer Stadt der Visionäre und Psychopathen, zu einem verrufenen Ort. Nicht der Messias, sondern der Satan ist über die Menschen gekommen. Die überraschende Demaskierung des vermeintlichen Erlösers, der ruhmlose Sturz Sabbati Zewis lässt in Goraj schließlich nichts zurück als Unfrieden und Laster, denn duch die Sünder sollte nach der Lehre des Propheten der Weg zur ewigen Seligkeit führen. Reb Gedalja, sein wortmächtigster Anwalt, der gestern noch als gottesfürchtig und fromm galt, enthültt sich nun den Verzweifelten als Sohn Satans, als verderbter Unruhestifter.
Eine Geschichte von Schwarzer Magie, irregeleitetem Messiasglauben und dämonischer Zügellosigkeit.