Powers, Tim

Tim Powers, 1952 in den USA geboren, gilt als einer der vielseitigsten und kompromisslosesten Autoren der angloamerikanischen Phantastik. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Roman "The Drawing of the Dark", in dem er die geheime Geschichte der Belagerung von Wien im 16. Jahrhundert schildert. Er wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter zuletzt mit dem World Fantasy Award für den phantastischen Spionage-Thriller "Declare".




Die Tore zu Anubis Reich (1983/1988)

Professor Brendan Doyle erhält ein Angebot, das er um nichts in der Welt ausschlagen kann: Er soll den reichen Industriellen J. Cochran Darrow auf einer Reise in die Vergangenheit begleiten. Darrow ist im Rahmen quantenphysikalischer Forschungen auf eine "Spalte" gestoßen, die unterschiedliche Epochen miteinander verbindet. Vordergründig geht es ihm um den Besuch eines Vortrages von Samuel Taylor Coleridge, eines der berühmtesten Dichter Englands. Doyle hat eine Biographie über Coleridge geschrieben und soll für das kulturelle Rahmenprogramm sorgen. In Wirklichkeit hat der schwer kranke Darrow jedoch weitreichendere Ambitionen: Mit nichts weniger als der Unsterblichkeit will er sich zufrieden geben. Denn im frühen 19. Jahrhundert soll ein Mann leben, der mit anderen Menschen den Körper tauschen kann - ein Magier, der im Zeichen des ägyptischen Gottes Anubis einen Weg gefunden hat, die Zeit zu überwinden.

Dem Roman Die Tore zu Anubis Reich gelingt es mit spielerischer Leichtigkeit, eine Abenteuergeschichte in der viktorianischen Welt eines Charles Dickens mit dem Einfallsreichtum moderner Fantasy zu verbinden. Die unfreiwilligen Helden Brendan Doyle und sein finsterer Gegenspieler Dr. Romanelli sind von einer mythischen Qualität, die niemand so schnell vergisst.

Der Roman wurde 1984 mit dem Philip K. Dick Memorial Award ausgezeichnet.