Nadolny, Sten



Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, lebt in Berlin. Promotion in Geschichte mit einer Arbeit über Abrüstungsverhandlungen in der Weimarer Republik. 1981 erschien "Netzkarte", sein erster Roman. Ingeborg-Bachmann-Preis 1980, Hans-Fallada-Preis 1985, Premio Vallombrosa 1986. Die Entdeckung der Langsamkeit wurde in alle Weltsprachen übersetzt.




Die Entdeckung der Langsamkeit (1983)

Die Entdeckung der Langsamkeit ist auf den ersten Blick zugleich ein Seefahrerroman, ein Roman über das Abenteuer und die Sehnsucht danach und ein Entwicklungsroman. Doch hat Sten Nadolny die Biographie des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin (1786-1847) so umgeschrieben, dass dieser Lebenslauf zu einer subtilen Studie über die Zeit wird und die Langsamkeit zu der Kunst, dem Rhythmus des Lebens Sinn zu verleihen. Wie bei einem Palimpsest erscheint hinter den Sätzen eine andere Schrift, hinter der Prägnanz und Redlichkeit der Aufklärung verbergen sich Humor und Traurigkeit der Romantik.

"Nadolny und sein John Franklin entdecken die Langsamkeit als menschenfreundliches Prinzip. Man könnte auch sagen: die Bedächtigkeit, den vorsichtigen Umgang mit sich selber und den Dingen." (Ulrich Greiner, Die Zeit)