May, Karl (1842-1912)

Karl May, am 25. Februar 1842 in Hohenstein-Ernstthal geboren und in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen, gilt seit einem halben Jahrhundert als einer der bedeutendsten deutschen Volksschriftsteller. Nach trauriger Kindheit und Jugend wandte er sich dem Lehrerberuf zu. Als Redakteur verschiedener Zeitschriften begann er später die Schriftstellerlaufbahn, zunächst mit kleinen Humoresken und Erzählungen. Bald jedoch kam sein einzigartiges Talent voll zur Entfaltung; er begann "Reiseerzählungen" zu schreiben. Damit begründete er seinen Weltruhm und erwarb eine nach Millionen zählende Leserschaft.
Auch heute begeistern die blühende Phantasie und der liebenswürdige Humor des Schriftstellers in unverändertem Maß seine jungen und alten Leser. Karl Mays Werke wurden in mehr als zwanzig Kultursprachen übersetzt. Allein von der deutschen Originalausgabe sind bisher mehr als 25 Millionen Bände gedruckt worden.
Karl May starb am 30. März 1912 in Radebeul.


Hier ein Überblick über Karl Mays wichtigste Werke:

Reiseromane und Reiseerzählungen:

Der Orientzyklus:

Durch Wüste und Harem
Durchs wilde Kurdistan
Von Bagdad nach Stambul
In den Schluchten des Balkan
Durch das Land der Skipetaren
Der Schut


Weitere Reiseromane und Reiseerzählungen:

Winnetou I-III
Orangen und Datteln
Am Stillen Ozean
Am Rio de la Plata
In den Cordilleren
Old Surehand I-III
Im Lande des Mahdi I-III
Satan und Ischariot I-III
Auf fremden Pfaden
"Weihnacht!"
Am Jenseits
Im Reiche des silbernen Löwen I-IV
Und Friede auf Erden!
Ardistan und Dschinnistan
Winnetou IV


Jugenderzählungen:

Die Helden des Westens
Der Sohn des Bärenjägers
Der Geist des Llano Estakado
Der blau-rote Methusalem
Die Sklavenkarawane
Der Schatz im Silbersee
Das Vermächtnis des Inka
Der Ölprinz
Der schwarze Mustang


Lieferungsromane und frühe Romane:


Der beiden Quitzows letzte Fahrten
Auf der See gefangen
Szepter und Hammer
Die Juweleninsel
Das Waldröschen
Die Liebe des Ulanen
Der verlorene Sohn
Deutsche Herzen, Deutsche Helden
Der Weg zum Glück


Literatur zu Karl May:

Christian Heermann, Der Mann, der Old Shatterhand war. Eine Karl-May-Biographie (1988)

Christian Heermann, der mit dieser Biographie die Reslutate langjähriger Forschungsarbeit vorlegt, interpretiert Karl Mays Leben und Werk konsequent aus der Zeit heraus. Auf dokumentarisches Material gestützt, verfolgt er die Lebensstationen des Schriftstellers und die Entstehungsgeschichte eines vielgefächerten Werkes, verweist auf die Eigenart der Mayschen Traumwelten, öffnet Einblicke in Mays Quellenmaterial, geht den Gründen seines Erfolges nach, sucht Hintergründe und Motive der Legendenbildung zu erhellen und betont Mays Engagement für die Friedensbewegung vor dem ersten Weltkrieg. In sachlicher Diktion und spannender Handlungsführung wird fern aller mythischen Verklärung ein Literatenschicksal sichtbar, dem es weder an Ruhm noch an Verfehlungen und Tragik mangelte.


Hans Wollschläger, Karl May. Grundriss eines gebrochenen Lebens. Interpretationen zu Persönlichkeit und Werk. Kritik (hrsg. von Klaus Hoffmann) (1976/89)

"So weit ich die zuständige, nicht-existierende, Fachliteratur überschaue - und ich habe schließlich auch mal über May geschrieben - ist Wollschläger der einzige wissenschaftlich integre Mann im sonst rein emotionell orientierten Hohen Hause dort; (seinen früheren, besonders lesenswerten Artikel über die Manuskripte des 'Silberlöwen' ... hat der Bescheidene nicht mal erwähnt). Er hat die Textbearbeitungen mild, aber völlig ausreichend gekennzeichnet, ein rechtes Muster des suaviter in modo; er hat das virtuos verhängte Daten- & Urkunden-Embargo erfolgreich durchbrochen ...
Immerhin lautet die Summa dieses Bandes 104 (Rowohlts Monographien): das erste verlässliche Portät Karl May's. Ein Bedeutsamer Vorfrühlung der May-Forschung." (Arno Schmidt)


Karl May. Das bewegte Leben eines Außenseiters. Eine Bilddikumentation (hrsg. von Gerhard Klußmeier und Hainer Plaul) (1978)

Jeder kennt Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi, aber wer weiß schon Genaues über das Leben eines der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller?
Die von den Karl-May-Experten Gerhard Klußmeier und Hainer Plaul akribisch zusammengestellte Bilddokumentation zeichnet das Leben dieses "Don Quichote der Abenteuerliteratur" auf eindrucksvolle Weise nach.
Das Lebensbild eines Mannes, dessen Werk seine Faszinationskraft bis heute nicht verloren hat.


Karl May (hrsg. von Helmut Schmiedt) (1983)

Der Name Karl May stand jahrzehntelang für eine als kindlich bis kindisch geltende Unterhaltungsliteratur, die Interesse allenfalls unter pädagogischen und kommerziellen Aspekten zu verdienen schien. Andersartige Kommentare, für die vor allem Literaten wie Ernst Bloch und Arno Schmidt verantwortlich waren, blieben weitgehend wirkungslos, und erst neuerdings entwickelt sich in größerem Umfang eine engagierte, ernst zu nehmende Forschung, die in perspektivenreicher Annäherung an das Werk des vermeintlichen Trivialschriftstellers erstaunliche Dimensionen erschließt: Psychologische und ideologiekritische Interessen kommen dabei ebenso zu ihrem Recht wie formal-ästhetische und literaturgeschichtlich orientierte Ansätze.
Der Materialband unternimmt es erstmals, die Geschichte und den aktuellen Stand der May-Forschung anhand repräsentativer Beispiele nachzuzeichnen, er führt sie mit einigen neuen Beiträgen weiter. Das bisher umfangreichste Verzeichnis der Werke Mays und eine ausführliche Bibliographie der Sekundärliteratur beschließen des Buch.


Karl-May-Handbuch (hrsg. von Gert Ueding in Zusammenarbeit mit Reinhard Tschapke) (1987)

Ein umfassendes (750 Seiten!) Handbuch zu Leben, Werk und Wirkungsgeschichte Karl Mays, der einer der bedeutendsten deutschen Volksschriftsteller war.
Erster Teil: Zeit und Überlieferung
Zweiter Teil: Person und Lebensumstände
Dritter Teil: Das Werk
Vierter Teil: Wirkungsgeschichte


Karl Mays "Winnetou" (hrsg. von Dieter Sudhoff und Hartmut Vollmer) (1989)

Winnetou kennt jeder: Er ist der Indianer schlechthin, die reinste Personifizierung von Edelmenschlichkeit und Wild-West-Romantik, ein unerreichbares Vorbild in seinen Tugenden, Leitfigur abenteuerlicher Jugendträume und Erinnerungssymbol desillusionierter Erwachsener - ein Mythos. Keine andere Gestalt der deutschen Literatur ist so populär wie der edle Apache. Seinen Schöpfer hat Winnetou berühmt gemacht; Karl May gilt als meistgelesener Autor deutscher Sprache, der Roman "Winnetou I" als sein meistgekauftes Buch. Dies alles wirft in seiner beeindruckenden Dimension Fragen nach den Gründen und Hintergründen des Phänomens auf. Winnetou, eine trivialmythische Gestalt, das Idol unreifer Lektürehungriger oder ganz einfach ein Geniestreich Karl Mays?
Die Forschung konnte an Winnetou nicht vorbeisehen, im Gegenteil: Über kaum ein anderes May-Thema ist so viel geschrieben worden wie über ihn, der sich dabei als Schlüsselfigur nicht nur für das Verständnis Karl Mays, sondern der Abenteuerliteratur überhaupt erwiesen hat. Erstmals werden in diesem Materialband die unterschiedlichen methodischen und interpretatorischen Ansätze zusammenfassend dokumentiert. Neben repräsentativen Arbeiten der älteren und jüngeren May-Forschung stehen innovative Neubeiträäge, die die weitere Beschäftigung mit dem Thema beleben werden.