Verne, Jules (1828-1905)

Jules Verne (geb. am 8.2.1828 in Nantes - gest. am 24.3.1905 in Amiens) studierte Jura in Paris. Als Schriftsteller debütierte er mit Novellen und Dramen; berühmt wurde er jedoch durch seine wissenschaftlich-phantastischen Abenteuerromane als einer der ersten Science-Fiction-Autoren.


Romane:

Fünf Wochen im Ballon (1868/1887)

Reise nach dem Mittelpunkt der Erde (1864/1874)

Von der Erde zum Mond (1865/1873-74)

Zwanzigtausend Meilen unterm Meer (1875/1875)

Die geheimnisvolle Insel (1874/1875)

Reise um die Welt in 80 Tagen (1872/1875)



Die 500 Millionen von Begum (1879/1879)

1868 erschien Cinq semains en ballon (dt. "Fünf Wochen im Ballon", 1887), ein fiktiver Tatsachenbericht über die Entdeckungs- und Forschungsreise des Dr. Fergusson und seiner Begleiter von Sansibar bis an den Senegal. Vernes Verleger Hetzel, der als erster Jugendliteratur verlegte und sich für einen laizistisch-positivistischen Bildungsbegriff einsetzte, führte Vernes "wissenschaftliche" Romane in eben diese Richtung: Sie sollten ein Publikum erreichen, das an populärwissenschaftlichen Darstellungen technologischer Sachverhalte interessiert war - also nicht nur Jugendliche.
Während Vernes frühe Romane noch ein ungebrochenes Verhältnis zum technischen Fortschritt vermitteln ("Reise nach dem Mittelpunkt der Erde", "Von der Erde zum Mond", deutet sich in den "Außergewöhnlichen Reisen" (z.B. "Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer"; "Die geheimnisvolle Insel") bereits eine Problematisierung des emphatischen Technikbegriffs bzw. uneingestandene Furcht vor der Macht der Techniker an.
Mit Le tour du monde en quatre-vingts jours (1872; dt.: "Reise um die Welt in 80 Tagen", 1875) erreichte Vernes Publikumserfolg seinen Höhepunkt: Mit Schiff, Bahn, Elefanten jagen Mr. Fogg und sein Diener Passepartout, verfolgt von einem Polizisten, in 80 Tagen um die Erde. Aufgrund einer Wette stehen Ehre und Vermögen des englischen Gentleman auf dem Spiel, und je näher der Schlusstermin heranrückt, um so halsbrecherischer werden die Abenteuer, die die Reisenden zu bestehen haben; Fogg, der mit knapper Not die Wette gewinnt, bringt von seiner Weltreise - wie im Märchen - sein Glück mit, Aouda, seine zauberhafte Frau, die er in Indien vor der Witwenverbrennung gerettet hat. Wie in vielen "Außergewöhnlichen Reisen" werden auch hier jene Wissensbereiche privilegiert, die sich auf Geographie und Völkerkunde sowie auf die Technologie des Verkehrswesens erstrecken.
Der Roman Les cinq cents milions de Begum (1879; dt.: "Die 500 Millionen von Begum", 1879) basiert auf der Einsicht, dass Technik auch zerstören kann. Dieser aufkeimende Pessimismus durchzieht Vernes Spätwerk, das unter dem Vorzeichen der Ernüchterung angesichts des Alptraumhaftigkeit technischer Perfektion steht.


Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (GEOlino Edition)

Auf der Suche nach einem rätselhaften Seeungeheuer, das die Weltmeere unsicher mahct, schiffen sich der französische Forscher Pierre Arronax und sein Diener Conseil im Hafen von New York ein. Zu ihrer großen Überraschung entpuppt sich das geheimnisvolle Meereswesen als riesiges, mit allen technischen Finessen ausgestattetes Unterseeboot - die "Nautilus".
Deren ebenso faszinierender wie geführcteter Kapitän Nemo nimmt die beiden, begleitet von Harpunier Ned-Land, mit auf eine abenteuerliche Fahrt durch die Tiefen der Ozeane - 20.000 Meilen unter dem Meer!
Jules Verne, der Begründer der modernen Science-Fiction-Literatur, hat viele moderne Entwicklungen verblüffend genau vorausgedacht, "20.000 Meilen unter dem Meer" hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt.


Erzählungen:

Der ewige Adam. Erzählungen (1874; 1886; 1910 / 1867)

Dem in "Ein Tag aus dem Leben eines amerikanischen Journalosten im Jahre 2889" nicht ohne Ironie gezeichneten Bild einer perfektionierten "schönen neuen Welt" kontrastiert aufs schärfste das Kernstück des Bandes: "Der ewige Adam". Hier hat sich der Glauben an eine konstante Fortentwicklung von Kultur und Zivilisation verkehrt in die düstere Vorstellung zyklischer Weltuntergänge, die (wie es am Ende der Erzählung heißt), "immer wieder von neuem beginnen muss".