Krüss, James

James Krüss (Pseudonyme: Markus Polder, Felix Ritter) wurde am 31.5.1926 auf Helgoland geboren. Der Sohn eines Elektrikers absolvierte 1948 ein Lehramtsexamen für Volksschulen. Erste literarische Versuche und Arbeiten für Funk und Presse hielten ihn jedoch davon ab, den Lehrerberuf auszuüben. Krüss zog 1949 von Hamburg nach München, wo ihn Erich Kästner darin bestärkte, für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Krüss veröffentlichte u.a. Kinder- und Jugendromane, Erzählungen, Bilderbuchgeschichten sowie Lyrik und Hörspiele für Kinder. Er ist Herausgeber von Gedichtsammlungen und hat sich außerdem als Übersetzer ausländischer Kinder- und Jugendliteratur einen Namen gemacht. Daneben verfasste er theoretische Abhandlungen zur Kinder- und Jugendliteratur sowie kritische Beiträge zur Linguistik. Ab 1966 lebte Krüss auf Gran Canaria.

Krüss' Kinder- und Jugendbücher weisen schon seit Mitte der 50er Jahre eine qualitative Nähe zur "Erwachsenen-Literatur" auf, wie sie sich auf breiterer Ebene erst seit Anfang der 70er Jahre durchgesetzt hat. Von ihrem literaturhistorischen Stellenwert können seine ersten Werke mit dem Schaffen von Kästner und Otfried Preußler in Verbindung gebracht werden. Eine Besonderheit in der Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 stellt die Handhabung des Phantastischen bei Krüss dar, sofern diesem eine aufklärende und gesellschaftskritische Funktion zukommt. Neben dem literarisch Phantastischen zeugt auch der vielfältige Einsatz literarischer Komik von einer besonderen ästhetischen Durchdringung der jeweiligen Thematik.

Krüss ist einer der meistgelesenen Kinder- und Jugendbuchautoren der Gegenwart. Seine Bücher erreichten bereits 1964 eine Auflagenhöhe von 3 Millionen Exemplaren. Sie wurden in Ost und West in insgesamt 30 Sprachen übersetzt. Krüss erhielt eine Reihe von Literaturpreisen, u.a. den Deutschen Jugendbuchpreis (1960 und 1964), den Internationalen Jugendbuchpreis/Hans-Christian-Andersen-Medaille (1962 und 1968) und den Marburger Literaturpreis (1988).


Der Leuchtturm auf den Hummerklippen (1958)

Der Leuchtturm auf den Hummerklippen wird bewohnt vom Wärter Johann, der das Öl in die Lampe gießt, die des Nachts den Schiffen leuchtet. Wie alle Seebären kann er herrliche Geschichten erzählen, und wenn er einmal nicht weiter weiß, dann springt seine ganz besondere Freundin, die Möwe Alexandra, ein oder der Poltergeist Hans im Netz.

"Köstlich, witzig, poetisch und humorig." (Frankfurter Allgemeine)


Mein Urgroßvater und ich (1959)

"Rundheraus gesagt: ein geradezu unglaubliches Buch! Unglaublich die Fülle einer überschäumenden Fantasie, die Vielzahl der behandelten Gegenstände, nicht minder unglaublich aber die künstlerische Zucht, mit der alles bewältigt, gefeilt und zusammengehalten wird. Es gibt nichts Ebenbürtiges!" (Frankfurter Rundschau)

Deutscher Jugendbuchpreis für das beste Kinderbuch 1960.

"Mit James Krüss als Preisträger hat man einen großen Glücksfang getan. Hier ist kein 'Jugendschriftsteller' - alles, was er schreibt, hat jene Phantasiefülle und Anmut, die Kennzeichen echter Dichtung sind." (Die Welt)