Kemelman, Harry

Harry Kemelman, geboren 1908 in Boston, hat sich von Kindheit an mit dem Talmud beschäftigt. Sein Vater, ein Diamantenhändler und talmudischer Gelehrter, sah es nicht gern, dass Harry Kemelman Lehrer wurde. ("Man darf mit seinem Wissen kein Geld verdienen.") Aber Kemelman war auch in der Wirtschaft und in der Behörde tätig. 1947 veröffentlichte er seine erste Kriminalgeschichte mit dem Serienhelden Nicky Welt. 1964 erschien der erste Kriminalroman mit Rabbi David Small, der erfolgreichste Rabbi-Detektiv in der amerikanischen Krimiszene. Seit seiner Pensionierung lebt das Ehepaar Kemelman (drei erwachsene Kinder) im Sommer in Marblehead bei Boston und im Winter in Israel.

"Wenn Agatha Christies Miss Marple und Hercule Poirot einen Sohn gehabt hätten, der natürlich Detektiv geworden wäre, hartnäckig wie die Marple bei Mord und scharfsinnig wie Poirot beim Plot, wäre er unter dem Namen David Small berühmt geworden." (Vogue)


Am Freitag schlief der Rabbi lang (1964/1966)

Am Freitag wurde die Leiche entdeckt. Obduktionsbefund: Die Tote hatte ein Kind erwartet. Die Polizei schlief nicht und verhaftete den Mann, mit dem das Mädchen zu letzte gesehen wurde. Ausgerechnet der Rabbi der kleinen Stadt kann ihn entlasten - und wird nun selber dringend tatverdächtig. Und seinen Mitbürgern dauert die Aufklärung des Verbrechens zu lang.

Ausgezeichnet mit dem Edgar Allan Poe-Preis.


Am Samstag aß der Rabbi nichts (1966/1967)

Am höchsten jüdischen Feiertag erleidet ein Mann einen tödlichen Unfall. Am Samstag darauf wächst der Verdacht, dass es Selbstmord war, und der Rabbi bekommt Ärger mit einem strenggläubigen alten Mann, der immer koscher aß und auch jetzt starrköpfig ist. Er lässt sich umstimmen, als der Rabbi nachweist, dass es sich um einen Mord handelt - aber davon ahnt die Polizei einstweilen noch nichts.

Als erster Kriminalroman zum "Buch des Monats" gewählt.


Am Sonntag blieb der Rabbi weg (1969/1970)

Am liebsten wäre es dem Rabbi gewesen, wenn er zu der Sitzung des Synagogenvorstandes hätte kommen können, aber am Sonntag ging es beim besten Willen nicht - und deswegen drohte sich jetzt die Gemeinde zu spalten. Als ein junger Mann ermordet wurde, blieb Polizeichef Lanigan nichts übrig, als einige junge Leute festzunehmen, deren Eltern führend in der jüdischen Gemeinde waren. Dann erhob sich die Frage, ob der zweite Mord etwas mit dem ersten zu tun hatte. Lanigan zog den Rabbi ins Vertrauen. Das hatte zur Folge, dass Lanigan seine Theorie umstoßen musste: Auf einmal war sein Täter weg.


Am Montag flog der Rabbi ab (1972/1974)


Am Montag hatte der Rabbi die USA verlassen, und schon am Abend seiner Ankunft in Jerusalem geht eine Bombe in seiner Nachbarschaft hoch ... Er flog nach Israel, um Ferien zu machen, aber jetzt bekommt er es mit der Polizei und dem Geheimdienst zu tun. Und der Rabbi muss einem jungen Mann aus einer bösen Klemme helfen. Denn dass der Junge schuldlos ist, nimmt ihm zunächst keiner ab.


Am Dienstag sah der Rabbi rot (1973/1975)

Die Bostoner Staatsanwaltschaft steht vor der Alternative, entweder die Aussage der Putzfrau oder den gerichtsmedizinischen Befund anzuzweifeln. Aber dann weist Rabbi David Small nach, dass bei zwei sich widersprechenden Behauptungen nicht unbedingt eine falsch sein muss.


Am Mittwoch wird der Rabbi nass (1976/1977)

Hinter dem Tod des alten Kestler scheint mehr zu stecken als nur das schlechte Gedächtnis eines Arztes oder die Fahrlässigkeit eines Apothekers: Es gibt fünf Menschen, die über das Ableben des alten Mannes nicht allzu traurig sind, und alle diese Leute haben für ihre Haltung gute Gründe.


Der Rabbi schoss am Donnerstag (1978/1979)

Der Rabbi hatte noch nie ein Gewehr in der Hand gehabt, aber der junge Mann in der Schießbude war so nett ... Rabbi Small schoss also auf die vielen beweglichen Ziele an der Rückwand der Bude. Er schoss zehnmal. Trefferquote: Null. Aber später ist dann ein Volltreffer daraus geworden, als dem Rabbi am Ende die kleine Episode zufällig wieder einfiel; als er an seine Schießkünste denken musste an jenem verkorksten Donnerstag.


Eines Tages geht der Rabbi (1985/1985)

Tony D'Angelo ist vielen Leuten gefällig - gegen entsprechende Summen natürlich. Aber er hat nicht nur Freunde. Denn manche Leute reagieren bösartig, wenn man sie auszutricksen versucht. Andere zahlen ihm seine Gefälligkeiten auf ihre Weise heim ...


Ein Kreuz für den Rabbi (1987/1988)

Eigentlich war es nur ein Wasserrohrbruch in der Altstadt von Jerusalem, den der Klempner schon behoben hatte. Aber beim Graben waren seine Gehilfen auf Mauerreste gestoßen, und mögliche historische Funde müssen dem Amt für Altertümer gemeldet werden. Was die beiden Fachleute für archäologische Funde entdecken, ist keine römische Festungsmauer, sondern eine Leiche. Ein Toter ohne Papiere, aber in amerikanischer Kleidung. Ein Fall für die Polizei - und für Rabbi David Small, der sich gerade mit einer Reisegruppe aus Barnard's Crossing in Jerusalem aufhält und mehr oder weniger zufällig in die Sache hineingezogen wird.


Ein neuer Job für den Rabbi (1992/1994)

Rabbi David Small lebt seit fünfundzwanzig Jahren in Barnard's Crossing, und so kennt er Gott und die Welt, zumindest aber die jüdischen Mitglieder der Gemeinde. Der verunglückte Autofahrer gehört zwar nicht seiner Glaubensrichtung an, aber auch ein Katholik hat das Recht, wenn schon nicht rechtzeitig gerettet, so doch die Polizei auf Trab zu bringen, solange die Todesursache nicht restlos geklärt ist ... Und wenn es die letzte "Antshandlung" des Rabbi sein sollte - denn Rabbi Small trägt sich mit dem Gedanken der Kündigung -, ungelöst lässt Rabbi Small dieses Rätsel des toten Professors nicht.