Hausmann, Manfred

Manfred Hausmann (geb. am 10.9.1898 in Kassel, gest. am 6.8.1986 in Bremen) wuchs als Fabrikantensohn in Kassel und Göttingen auf und nahm an der "Wandervogel"-Bewegung teil. Nach seiner Kriegsverwundung 1918 studierte er in München Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik. 1922 schloss er sein Studium ab und zog - nach verschiedenen Tätigkeiten - 1926 mit Frau und Kindern in das Künstlerdorf Worpswede, wo er, gefördert durch den Verleger Samuel Fischer, als freier Schriftsteller lebte. Nach seiner Teilnahme am Zweiten Weltkrieg arbeitete er wiederum als Feuilletonredakteur und lebte seit 1950 wieder in Bremen, ab 1952 erneut als freier Schriftsteller, seit 1967 auch als Laienprediger der evangelischen Kirche.
Sein umfangreiches Werk umfasst neben Epischem, Lyrik und Essays Nachdichtungen aus dem Japanischen, christliche Legenden- und Laienspiele, theologische Betrachtungen sowie Predigten.


Lampioon (1928)
Salut gen Himmel (1929)
Abel mit der Mundharmonika (1932)
Abschied vom Traum der Jugend (1937)
Liebende leben von der Vergebung (1953)


Weil Manfred Hausmanns Romane verhüllte Bekundungen seiner eigenen Lebenssituation sind, sprechen sie unmittelbar zum Leser. Ein Mensch schreibt für Menschen. Man spürt es in jeder Zeile.

  • Ob der grüblerische Lampioon seine Abenteuer mit Mädchen und Sternbildern, mit tiefen, winddurchwehten Wäldern und mit den Straßen und Plätzen der großen Städte hat,
  • ob der sechzehnjährige Abel der Lockung der Nordsee und der eigenen Schwermut mit der selig-unseligen Musik seiner Mundharmonika zu begegnen versucht,
  • ob Herr Fehsenfeld seiner Frau, die sich an das unwirkliche Leuchten der isländischen Gletscher und an den Zauber des jungen Olafur zu verlieren droht, mit seinem gläubigen Wissen und mit seiner ruhigen Treue zu Hilfe kommt oder
  • ob zwei Liebende in der Ausweglosigkeit ihrer Lage erkennen, was es mit der Vergebung auf sich hat:

Immer ist der Autor darauf bedacht, ohne dass er die Augen vor der schrecklichen Gebrochenheit des menschlichen Daseins schlösse, einen Sinn zu finden, einen Weg zu zeigen, eine Gnade zu erkennen. Und sei es nur zwischen den Zeilen.


Isabel. Geschichten um eine Mutter (1953)

Andreas. Geschichten um Martins Vater (1957)