Glaube - Liebe - Hoffnung
Eine Taufpredigt über 1. Thessalonicher 1,2-10


Liebe Geschwister, liebe Freunde, liebe Vanessa,

eine Taufe ist immer ein besonderes Ereignis im Leben eines Menschen und einer Gemeinde. Für Baptisten, die den Hinweis auf die Taufe als konfessionelle Identität in ihrem Namen tragen, gilt dies in besonderer Weise. Mit der Taufe – das ist unser Taufverständnis – legt der Täufling ein öffentliches Bekenntnis seines Glaubens ab.
Die Taufe ist ein Symbol des Bundes, den Gott in seinem Sohn Jesus Christus mit uns geschlossen hat. Sie ist das von Jesus selbst eingesetzte äußere Zeichen, durch das der Mensch in diesen Bundesschluss Gottes einwilligt. Sie ist ein Symbol dafür, dass wir mit Christus gestorben und auferstanden sind und nun ganz und gar und auf ewig mit und in ihm leben wollen. Damit ist die Taufe eines der eindrücklichsten und tiefsten Symbole überhaupt, die wir in unserem Glauben haben.
Aber worüber predigt man an einem Tauftag wie heute? Die Perikopenordnung der evangelischen Kirche schlägt, nicht wissend, dass heute in Velbert getauft wird, für den heutigen Sonntag einen Predigttext vor, der – auf den ersten Blick – nichts mit dem Thema Taufe zu tun hat. Zumindest kommt das Wort darin nicht vor.
Auf der anderen Seite strotzt dieser Text nur so vor gewichtigen theologischen Begriffen und geistlichen Wahrheiten, dass er durchaus seinen Platz haben kann in einem besonderen Gottesdienst wie diesem. Und einige Ausleger vermuten sogar, dass ein Teil des Textes ein Zitat aus einer urchristlichen Taufliturgie sein könnte.
Ich lese darum – für euch alle, aber vor allem natürlich für dich, liebe Vanessa – aus dem ersten Thessalonicherbrief des Apostel Paulus, Kapitel 1, die Verse 2 bis 10:

2 Jedes Mal, wenn wir im Gebet an euch denken, danken wir Gott für euch alle.
3 Vor Gott, unserem Vater, müssen wir nämlich ständig an euch denken:
Daran, wie ihr euren Glauben in die Tat umsetzt.
Wie sehr euer Wirken von der Liebe bestimmt ist.
Und wie unerschütterlich ihr an der Hoffnung festhaltet.
Das alles ist ja das Werk unseres Herrn Jesus Christus.
4 Ja, ihr von Gott geliebten Brüder und Schwestern, wir wissen, dass ihr erwählt seid!
5 Denn als wir euch die Gute Nachricht verkündeten, geschah dies nicht nur mit Worten. Es geschah mit machtvollen Taten, mithilfe des Heiligen Geistes und mit großer Überzeugungskraft. Ihr wisst doch, wie wir uns mit Rücksicht auf euch verhalten haben – damals, als wir bei euch waren.
6 Ihr seid unserem Beispiel gefolgt und damit dem Beispiel des Herrn. Obwohl ihr selbst in großer Not wart, habt ihr die Botschaft mit Freude angenommen. Und diese Freude kommt vom Heiligen Geist.
7 So seid ihr zum Vorbild geworden für alle Glaubenden in Mazedonien und Achaia.
8 Das Wort des Herrn wurde von euch aus nicht nur nach Mazedonien und Achaia weitergetragen. Nein, die Nachricht, dass ihr jetzt an Gott glaubt, hat sich überall verbreitet. Darüber brauchen wir also nicht mehr zu berichten.
9 Die Leute erzählen nämlich schon, wie gut ihr uns aufgenommen habt. Und sie erzählen auch, wie ihr euch von den Götzen abgewendet und Gott zugewendet habt. Jetzt dient ihr dem lebendigen und wahren Gott.
10 Ihr wartet darauf, dass sein Sohn vom Himmel her wiederkommt – Jesus, den er vom Tod auferweckt hat. Der rettet uns vor dem Zorn Gottes, der uns erwartet.


Was ist das für eine Gemeinde, an die der Apostel Paulus hier schreibt? Viel wissen wir nicht über sie, aber doch einiges. Und das, was wir wissen, mag zum Verständnis dessen was Paulus hier schreibt, hilfreich sein.
Über die Gründung der Gemeinde in Thessaloniki und die Geschichte des Paulus und seiner Begleiter in ihrem Umfeld gibt es einen Bericht in der Apostelgeschichte des Lukas (Apg 16-18, bes. 17,1-15). Danach kommt Paulus mit seinen Begleitern, Silvanus und Timotheus, den späteren Mitabsendern des 1. Thessalonicherbriefes, auf der Via Egnatia über Amphipolis und Apollonia nach Thessaloniki. Heute noch die zweitgrößte Stadt im Norden Griechenlands, war Thessaloniki schon damals ein wichtiges Handels- und Verwaltungszentrum des römischen Reiches, die Hauptstadt der römischen Provinz Macedonia.
Und wie er es stets zu tun pflegte, ging Paulus in Thessaloniki zunächst in die Synagoge und predigte dort mehrfach hintereinander sein Evangelium: die in der Geschichte Jesu erfüllten Verheißungen der Schrift. Einige wenige der Juden und eine größere Menge der sogenannten „gottesfürchtigen Griechen“, die sich zur Synagoge hielten ohne sich für die Beschneidung und den vollständigen Übertritt zum Judentum zu entscheiden, sowie eine Anzahl vornehmer Frauen kommen zum Glauben.
Dadurch gereizt, wiegeln die Juden den Mob auf, der Unruhe anzettelt und zum Haus eines gewissen Jason zieht, um die neuen Prediger dort herauszuholen und vor die Volksversammlung zu bringen. Paulus und seinen Begleitern gelingt jedoch die Flucht. Ihr Weg führt sie auf verschiedenen Pfaden über Beröa und Athen nach Korinth.
Von dort, so scheint es, schreibt Paulus einige Zeit nach diesen Ereignissen im Jahr 50 oder 51 n. Chr. seinen ersten Brief an die Thessalonicher. Dieser Brief ist damit der älteste der erhaltenen Paulusbriefe, ja, das älteste literarische Dokument des Neuen Testaments überhaupt.
Die Gemeindesituation in Thessaloniki war alles andere als einfach. Vermutlich handelte es sich um eine kleine Gruppe, nicht so groß wie ihr hier in Velbert und ohne ein schönes, repräsentatives Gemeindehaus. Wahrscheinlich trafen sich die Gemeindeglieder in einem Privathaus zum Gottesdienst und fühlten sich von allen Seiten bedrängt. Paulus jedenfalls schreibt von der „tiefen Not“ oder „scharfen Bedrängnis“, in der die ersten Christen in Thessaloniki seine Botschaft aufgenommen haben.
Wie diese Bedrängnis aussah, wissen wir nicht genau. Es werden aber vor allem soziale Probleme gewesen sein, mit denen die Gemeinde sich konfrontiert sah. Ein Ausleger schreibt dazu: „Das Maß an sozialer Desintegration, das diejenigen auf sich nahmen, die aus der Welt des hellenistischen Heidentums in die christliche Gemeinde eintraten, ist kaum zu überschätzen.“ (Holtz 49) Es kann mit der sozialen Isolation des Judentums in der griechisch-römischen Antike und darüber hinaus verglichen werden, nur dass die Juden durch die gemeinsame Geburt zu einem Volk wenigstens in sich selbst eine sozial festgefügte Gruppe darstellten. Einen solchen „sozialen Kitt“ kannten die ersten Christengemeinden nicht. Das war eine Herausforderung, zugleich aber auch eine Chance: Hier war wirklich jeder willkommen – unabhängig von seiner ursprünglichen Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Jude oder Grieche, Sklave oder Freier, Mann oder Frau – wer immer die Gute Nachricht von der Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus annahm, gehörte dazu. Ohne Wenn und Aber. Und ohne irgendwelche Vorbedingungen erfüllen zu müssen.
Doch diese Zugehörigkeit hatte – zumindest in der Anfangszeit des Christentums – auf der anderen Seite soziale Ausgrenzung und Diffamierung zur Folge. Die Christen in Thessaloniki sahen sich Anfeindungen von allen Seiten gegenüber: von Seiten der Juden, die in dem neuen Glauben eine abtrünnige Sekte sahen, und von Seiten der Griechen und Römer, die ihm vorwarfen, den religiösen und politischen Frieden zu gefährden. Und manchmal schlug die gesellschaftliche Ächtung des „neuen Weges“, wie man den Glauben der ersten Christen nannte, wohl auch in konkrete Aktionen gegen deren Leib und Leben um.
Grundlegend änderte sich das erst, als mit der Konstantinischen Wende im 4. Jahrhundert n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion wurde. Plötzlich standen die Christen auf der Seite der Mächtigen. Und schnell nutzten sie ihre Macht zur Bedrückung und Unterdrückung anderer.
Heute stehen wir irgendwo dazwischen. Die Deutungshoheit über die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben, hat das Christentum inzwischen längst wieder verloren. Wir konkurrieren mit anderen Religionen und Weltanschauungen in einer zunehmend religionslosen, säkularen Gesellschaft. Zum Glück bleiben uns – zumindest in der westlichen Welt – Bedrückungen und Diffamierungen, wie sie die Christen in Thessaloniki erlebt haben, noch weitgehend erspart. Vielleicht sollte uns das zu denken geben?!?
Können wir trotzdem etwas lernen von dem, was der Apostel Paulus hier im ersten Thessalonicherbrief schreibt? Ich denke schon! Wir können lernen, was eine Gemeinde ausmacht, die für andere Gemeinden ein Vorbild ist. Wir können lernen, was Christen inspiriert, die für andere Menschen inspirierend sind. Paulus stimmt ja in diesem Text ein geradezu überschwängliches Loblied auf die Gemeinde in Thessaloniki an:

„Jedes Mal, wenn wir im Gebet an euch denken, danken wir Gott für euch alle.
Vor Gott, unserem Vater, müssen wir nämlich ständig an euch denken!“ (Vers 2-3a)


Und dieses Loblied des Paulus, die traditionelle Danksagung zu Beginn eines solchen Briefes, die normalerweise nur wenige Verse umfasst, erstreckt sich im ersten Thessalonicherbrief über drei Kapitel. Sie nimmt damit fast zwei Drittel des gesamten Briefes ein. So wichtig, so bedeutend ist für Paulus das Lob dessen, was diese Gemeinde in Thessaloniki auszeichnet.
Und dabei fallen gleich zu Beginn drei Stichworte, die auch sonst bei Paulus eine große Rolle spielen: Glaube, Liebe und Hoffnung. Immer wieder kommt Paulus in seinen Briefen auf diese Trias zu sprechen (1 Thess 5,8; 1 Kor 13,13; Kol 1,4f; vgl. auch Röm 5,1ff; Gal 5,5f) – am Eindrucksvollsten wohl im Hohelied der Liebe in seinem ersten Brief an die Korinther:

„Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei.
Doch am größten von ihnen ist die Liebe.“ (1 Kor 13,13)


Glaube, Hoffnung, Liebe – diese Wesensmerkmale eines Christenmenschen und einer Gemeinde nach dem Herzen Gottes sind das, was die Gemeinde in Thessaloniki prägt und was für ihre Ausstrahlungskraft in ihrem näheren Umfeld und darüber hinaus sorgt.
Glaube, Hoffnung, Liebe – das, liebe Vanessa, sind die Wesensmerkmale eines Christenmenschen, zu denen du dich heute in der Taufe bekennst. Wesensmerkmale, die schon immer, aber jetzt verbindlich, unwiderruflich, auf ewig dein Leben und deine ganze Existenz prägen sollen.
Glaube, Hoffnung, Liebe – das sind schwere, große Worte. Und wenn sie so absolut daher kommen, wie im 1. Korintherbrief, dann können diese Worte einen kleinen Christenmenschen wie dich und mich und uns alle schon ein wenig erschlagen.
Darum bin ich froh, dass diese Begriffe hier von Paulus nicht nur plakativ in den Raum gestellt, sondern jeweils durch ein Beiwort näher charakterisiert werden.
Eine Übersetzung von Vers 3, die dies – nahe am griechischen Urtext – ausdrückt, lautet:

„Wir erinnern uns eures Glaubenswerkes, eurer Liebesmühe und eurer Hoffnungsgeduld
durch unseren Herrn Jesus Christus vor unserem Gott und Vater.“ (Holtz 41)


Glaube hat also etwas mit Werken zu tun. Liebe macht Mühe. Hoffnung braucht Geduld. Und schon werden diese Begriffe begreifbar, bekommen zu ihrem Gewicht ein Gesicht, werden anschaulich und konkret.
Ihren Glauben an Jesus Christus haben die Thessalonicher eben nicht nur theoretisch angenommen wie eine Weltanschauung, Philosophie oder Religion, sondern von diesem Glauben gehen Wirkungen auf ihre Umwelt aus. Dabei dienen ihre „Werke des Glaubens“ nicht – wie die Werke des Gesetzes, gegen die Paulus an anderer Stelle so leidenschaftlich kämpft – dazu, sich selbst vor Gott darzustellen und zu rechtfertigen. Sie sind keine Leistung des Menschen, sondern ein Geschenk Gottes, das unseren Glauben, das deinen Glauben, Vanessa, lebendig, wirksam, sichtbar macht. Glaubenswerke dienen nicht dazu, dass wir uns Pluspunkte im Himmel sammeln. Sie dienen immer dem anderen, kommen immer anderen zugute.
Epheser 2,10 bringt das so auf den Punkt: „Wir sind Gottes Werk. Durch unsere Zugehörigkeit zu Christus Jesus hat er uns so geschaffen, dass wir nun das Gute tun.“
Du bist Gottes Werk, Vanessa. Durch deine Zugehörigkeit zu Jesus, die du heute in der Taufe bekennst, hat er dich so geschaffen, dass du nun das Gute tust.
Es ist, wie Luther in seiner Vorrede zum Römerbrief sagt, „ein lebendig, geschäftig, tätig, mächtig Ding um den Glauben, dass es unmöglich ist, dass er nicht ohne Unterlass Gutes wirke“. Die Thessalonicher haben diesen tätigen Glauben bewiesen. Das macht ihre Ausstrahlung, ihre Strahlkraft aus. Was strahlt von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in der Hofstraße 14 in eure Stadt, in euren Landkreis und darüber hinaus? Ein Glaube, der durch seine Glaubenswerke sichtbar wird? Was könnten das für Werke sein? Werke der Liebe vielleicht?
Denn wie der Glaube nicht ein bloßes Gedankengebilde ist, sondern ein Tun, so ist auch die Liebe, von der Paulus hier spricht, kein Gefühl, keine auf Äußerlichkeiten beruhende Zuneigung und erst recht kein „genießendes Glück“ (Friedrich 212). Liebe macht Mühe. Liebe ist Arbeit.
In seinem Hohelied auf die Liebe wird Paulus das später so formulieren: „Die Liebe ist geduldig. Gütig ist sie, die Liebe. Die Liebe ereifert sich nicht. Sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Sie ist nicht taktlos. Sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie ist nicht reizbar. Sie trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht. Aber sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Sie erträgt alles. Sie glaubt alles. Sie hält allem stand.“ (1 Kor 13,4-7)
Ist das die Liebe, die Menschen spüren, wenn sie diese Gemeinde kennenlernen? Ich wünsche euch das. Und ich wünsche dir, Vanessa, dass du zu einem Kanal dieser göttlichen Liebe wirst, wenn du heute durch die Taufe zum Ausdruck bringst, dass du dich selbst als ein von Gott geliebtes Geschöpf, als sein geliebtes Kind begreifst.
Und dann ist da noch die Hoffnung. „Hoffnungsgeduld“, wie wir die griechischen Worte übersetzt haben, oder „das unerschütterliche Festhalten an der Hoffnung“. Das ist es, was unsere christliche Hoffnung ausmacht, dass sie nicht nachlässt, sondern sich bewährt, auch wenn das Erhoffte nicht sofort Wirklichkeit wird.
Im großen Hoffnungskapitel seines Römerbriefes formuliert Paulus das so: „Denn wir sind zwar gerettet, aber noch ist alles Hoffnung. Und eine Hoffnung, die wir schon erfüllt sehen, ist keine Hoffnung mehr. Wer hofft schließlich auf das, was er schon vor sich sieht? Wenn wir dagegen auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen, dann müssen wir geduldig darauf warten.“ (Röm 8,24-25).
Manchmal, liebe Vanessa, ist es schwer, die Hoffnung nicht zu verlieren. Solche Zeiten und Situationen werden kommen. Und vielleicht hast du sie auch schon erlebt. Jeder und jede erlebt sie! Dann brauchen wir Zeichen und Symbole, die uns an die Zukunft erinnern, die uns erwartet. Die Taufe ist ein solches Zeichen. Sie ist ein Symbol für unser Sterben und Auferstehen mit Christus – und damit eins der stärksten Hoffnungszeichen, die wir haben. „Ich lebe“, sagt Christus, „und ihr sollt auch leben“. Jetzt und hier ein Leben in Fülle, in dem dann aber auch am Ende der Tod nicht das letzte Wort haben soll.
Ich sagte vorhin, dass einige Ausleger unseres Predigttextes vermuten, ein Teil dieses Textes könne ein Zitat aus einer urchristlichen Taufliturgie sein. Dieser Teil findet sich in den letzten Versen und mag ursprünglich so gelautet haben: „Ihr habt euch von den Götzen abgewendet und Gott zugewendet. Jetzt dient ihr dem lebendigen und wahren Gott. Und wartet darauf, dass sein Sohn vom Himmel her wiederkommt – Jesus, den er vom Tod auferweckt hat. Der rettet uns vor dem Zorn Gottes, der uns erwartet.“ (Vers 9b-10)
Vielleicht wurden diese Sätze im Urchristentum den Täuflingen bei der Taufe zugesprochen. Auf jeden Fall gelten sie dir! Das, liebe Vanessa, ist die Hoffnung, aus der wir leben und auf die wir hinleben: dass am Ende über unserem Leben eben nicht der Zorn Gottes, sondern die Liebe und Vergebung des auferstandene Christus steht. Und das ist es auch, was uns in der Taufe zugesprochen wird und was wir durch die Taufe bekennen: Wir sind gestorben und auferstanden mit Christus. Darum leben wir ein neues Leben – jetzt schon und für immer. Ein Ausleger schreibt zu unserem Text:
Glaube, Liebe, Hoffnung – diese „Grundbefindlichkeiten christlichen Seins ... werden von den Thessalonichern gelebt, indem ihnen ihre Darstellung in der Welt gelingt.“ (Holtz 44).
Glaubenswerke, Liebesmühe, Hoffnungsgeduld – das sind die Zeichen, an denen Menschen, die uns begegnen, erkennen, dass wir Gottes Kinder sind.
Ich wünsche dir, liebe Vanessa, und ich wünsche euch hier in Velbert, dass euch – wenigstens ab und zu – die Darstellung von Glaube, Liebe und Hoffnung in dieser Welt und für diese Welt gelingt. Amen.

Literatur:
Traugott Holz, Der erste Brief an die Thessalonicher (EKK XIII). Neukirchen-Vluyn 1986.
Gerhard Friedrich, Der erste Brief an die Thessalonicher. In: NTD 8. 3. Aufl. Göttingen 1985.

(c) Volkmar Hamp