Ermahnt, Ermutigt, Gesegnet
(1. Thessalonicher 5,14-24)


Liebe Geschwister, liebe Freunde,

ich lese den Predigttext für den heutigen Sonntag (1. Thessalonicher 5,14-24):

14 Wir ermahnen euch, Brüder: Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen!
15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun.
16 Freut euch zu jeder Zeit!
17 Betet ohne Unterlass!
18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.
19 Löscht den Geist nicht aus!
20 Verachtet prophetisches Reden nicht!
21 Prüft alles, und behaltet das Gute!
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!
23 Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
24 Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun.


Den Schluss dieses Textes werden viele von euch kennen. Er wird gerne am Ende des Gottesdienstes als Segenswort gesprochen. Vielleicht habt ihr ihn in der Fassung der Lutherbibel im Ohr:

„Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.“ (1. Thessalonicher 5,23-24)

Zuspruch, Segen – das hören wir gern! Das müssen wir auch immer wieder hören, denn davon leben wir. Wenn Menschen uns Gutes für unser Leben wünschen, tut uns das gut. Wenn das auch noch im Namen Gottes geschieht – um so besser!
Die Verse vor diesem Segenswort sind weniger bekannt. Und doch sind auch sie Teil unseres Predigttextes. Es sind Ermahnungen, Anweisungen, Aufforderungen, wie sie sich oft am Ende neutestamentlicher Briefe finden. In Anlehnung an das griechische Wort „paraínesis“, das in der Regel mit „ermahnen“ wiedergegeben wird, nennt man diese Listen auch „Paränesen“. In diesem Fall sind es 14 Imperative, mit denen Paulus den Christen in Thessaloniki sagt, was sie tun und was sie lassen sollen.
Ermahnungen hören wir nicht so gern wie gute Wünsche. „Benimm dich!“ – „Nimm die Füße vom Tisch und die Hände aus den Hosentaschen!“ – „Halt dich gerade!“ – „Sag die Wahrheit!“ – Solche Ermahnungen hören wir von klein auf. Als Teenager lernen wir, sie gekonnt zu ignorieren. Und wir sind froh, wenn wir als Erwachsene endlich einen Status erreicht haben, in dem wir nun unsererseits andere ermahnen können: gern die eigenen Kinder, gerne auch Kollegen und Freunde und hin und wieder auch die Geschwister in der Gemeinde. Ermahnen macht so viel Spaß! Ermahnt zu werden weniger.
Nun hat „parakaléo“ – das Wort, das hier im Griechischen steht, einen etwas anderen Bedeutungsumfang als unser deutsches Wort „Ermahnen“. Es bedeutet auch „bitten“, „gut zureden“, „trösten“, „ermuntern“. An einigen Stellen im Johannesevangelium wird der Geist Gottes der „Paraklet“ genannt (Johannes 14,16; 14,26; 15,26; 16,7), der „Tröster“ oder „Beistand“. Gottes Geist, das ist eben auch die Kraft des Trostes für Verzweifelte und der Ermutigung für Entmutigte.
Versteht man das „parakaléo“, das „ermahnen“ in unserem Predigttext in diesem Sinne, dann könnte man übersetzen: Wir machen euch Mut, wir ermuntern euch, wir legen euch ans Herz, dies oder jenes zu tun, weil davon Gutes ausgeht für euch und für andere Menschen. Oder, um es fromm zu sagen: weil darauf Segen liegt. Jener Segen, der Geist, Seele und Leib vorbereitet und bewahrt für die neue Welt Gottes!
Hören wir die Ermahnungen des Paulus als Ermutigungen für ein Leben, das dem Wesen Gottes entspricht, dann steht Paulus nicht mit erhobenem Zeigefinger da, um uns zurechtzuweisen, sondern mit offenen Armen, um uns einzuladen, unser Leben an den guten Maßstäben Gottes auszurichten.
Vierzehn Ermutigungen gibt Paulus der Gemeinde in Thessaloniki mit auf den Weg, vierzehn Tröstungen in schwieriger Zeit. Denn die Gemeindesituation in Thessaloniki war alles andere als einfach! Da gab es nur eine kleine Gruppe von Christen, die sich in einem Privathaus zum Gottesdienst traf und sich von allen Seiten bedrängt fühlte: von Seiten der Juden, die in dem neuen Glauben eine abtrünnige Sekte sahen, und von Seiten der Griechen und Römer, die ihm vorwarfen, den religiösen und politischen Frieden zu gefährden. In dieser Situation ermahnt, ermutigt, tröstet Paulus die Gemeinde und spricht ihr den Segen Gottes zu. Dabei wird er sehr konkret.
1. Seine erste Ermutigung: „Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen.“ Das klingt erst einmal so, als wäre Paulus doch in erster Linie ein Moralapostel. Aber so ist es nicht gemeint. Im Griechischen steht hier das Wort „atáktous“. Die Unordentlichen, das sind die, deren Leben „aus dem Takt geraten“ ist, die den richtigen Rhythmus verloren haben, die nicht (mehr) im Einklang mit sich selbst, mit Gott und mit anderen Menschen leben. Die „atáktous“, das sind aber auch die „Taktlosen“, die sich nicht an gute Regeln für das Zusammenleben von Menschen halten. Sie auf diese Regeln hinzuweisen, sie an das zu erinnern, was richtig und gut ist und was ihr Leben wieder intakt bringt, das ist der Auftrag, den Paulus hier seiner Gemeinde gibt.
2. Die zweite Ermutigung des Paulus ist eine Ermutigung zum Mut machen: „Ermutigt die Ängstlichen“, oder in anderer Übersetzung: „Tröstet die Kleinmütigen“. Wörtlich übersetzt müsste es heißen: „Sprecht nahe zu denen, die eine ‚kleine Seele’ haben.“ Seid bei den Schüchternen, bei den Feigen, bei den Kleingemachten. Stärkt ihnen den Rücken und sprecht ihnen Mut zu. – Wer die Jesusgeschichten der Evangelien kennt, der weiß, dass das ganz oft das Erste ist, was Jesus mit Menschen macht, denen er begegnet. Er spricht ihnen Mut zu. Er sagt: „Fürchte dich nicht! Hab keine Angst!“ – „Angst essen Seele auf!“ ist der Titel eines beeindruckenden Films von Rainer Werner Fassbinder, der schonungslos die Missachtung von Minderheiten und die Mechanismen sozialer Unterdrückung aufdeckt. „Angst essen Seele auf!“ – das wusste Jesus und das weiß auch der Apostel Paulus. Darum heißt diese zweite Ermutigung: „Seid nah bei denen, deren Seelen mutlos sind!“
3. Dazu passt dann auch die dritte Ermutigung des Paulus: „Nehmt euch der Schwachen an!“ Das Mut machende liegt hier zunächst einmal darin, dass Schwachsein erlaubt ist! Es gibt Starke und Schwache – in der Gemeinde wie in der Gesellschaft. Es müssen nicht alle immer stark sein, und – je nach Situation – sind mal die einen, mal die anderen in einer Position der Stärke oder der Schwäche. Wie auch immer: Paulus will, dass die Starken die Schwachen nicht fertig machen, sondern sie tragen. Und wenn sie im Tragen selbst müde und schwach werden, dann dürfen sie sich das eingestehen und sich selbst auch einmal tragen lassen. „Ein jeder trage die Last des anderen“, schreibt er an anderer Stelle, „so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2) Wo einer den anderen trägt, weiß sich jeder getragen!
4. Die vierte Ermutigung fasst die ersten drei noch einmal zusammen und bündelt sie in einem Satz, der allen gilt: „Seid geduldig gegen jedermann!“ Geduld hat mit Ausdauer zu tun. Geduld ist die Fähigkeit zu warten, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, einen langen Atem zu haben. Das Wort, das hier im Griechischen steht, kann man auch mit „Langmut“ übersetzen. „Seid langmütig mit allen Menschen“, hieße das dann. Ich mag diese alten, nahezu ausgestorbenen Wörter: „langer Mut“. Langmütig zu sein, ist die erste Eigenschaft der Liebe, die Paulus in seinem Hohen Lied auf die Liebe in 1. Korinther 13 nennt (1. Korinther 13,4). Sie ist „nicht die Geduld des Trägen, die alles übersieht, sondern sie ist auf das Heil des anderen ausgerichtete Ausdauer des Zusammenlebens mit ihm“ (Holtz 254). Genau darum geht es Paulus in den ersten vier Ermutigungen seiner Paränese: mit Ausdauer und Mut die aus dem Takt Geratenen zurechtzubringen, die Kleinmütigen zu stärken, die Schwachen zu tragen und allen Menschen mit Geduld zu begegnen.
5.+6. Die fünfte und die sechste Ermutigung des Paulus knüpfen hier an, aber sie gehen noch einen Schritt weiter: „Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun.“ – Blauäugig ist Paulus also nicht, zumindest was eine realistische Einschätzung der Lage betrifft! Es gibt Böses, in der Gemeinde und anderswo. „Das Böse ist immer und überall“, sang die österreichische Pop-Rock-Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“ schon 1985. Das gilt auch heute, 30 Jahre später, immer noch.
In den vergangenen Wochen war oft vom „absoluten Bösen“ die Rede, wenn es um die Gräueltaten des „Islamischen Staates“ im Nordirak und in Syrien ging. Das Böse gibt es! Da ist Paulus ganz realistisch. Aber wie realistisch ist seine Ermutigung zum Umgang mit dem Bösen? Lässt sich der Kreislauf des Bösen wirklich unterbrechen, wenn man Böses nicht mit Bösem vergilt? Und was hieße das für die gegenwärtige politische Lage in Syrien, im Irak und anderswo?
„Der neue Krieg hat sichere Gewinner“, titelte SPIEGEL-ONLINE vor einigen Tagen und schrieb weiter: Über den Krieg gegen die Terrormiliz IS „dürften sich vor allem US-Rüstungskonzerne und private Sicherheitsfirmen freuen. Sie versprechen sich von neuen Militäraktionen im Irak oder in Syrien Milliardengeschäfte.“ – Aber andererseits: Was soll die „Weltgemeinschaft“ denn tun? Wie kann sie das Böse, das sich hier breit macht, mit Gutem überwinden?
„Bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun!“, schreibt Paulus. Gemeint ist ein intensives, zielgerichtetes Bemühen um das Gute. – Mich erinnert das an Worte Jesu aus der Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Auge für Auge und Zahn für Zahn.’ Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.’ Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Geschwister grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Matthäus 5,38-48)

Wie nah wir der Vollkommenheit, von der Jesus hier spricht, tatsächlich kommen können, weiß ich nicht. Aus sicherer Entfernung zu den Kampfgebieten dieser Welt lassen sich da leicht große Worte machen. Doch die Ermahnung und Ermutigung des Paulus bleibt: „Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun.“ Wenn jeder in seinem Umfeld damit anfängt, ist vielleicht schon eine Menge erreicht.
7.-9. Nicht weniger herausfordernd sind die nächsten drei Ermutigungen, die Paulus seinen Lesern zumutet: (Zur Erinnerung: Wir sind bei 7-9 von 14!) „Nach der Ordnung des Zusammenlebens tritt jetzt das Leben der Gemeinde selbst in den Blick.“ (Holtz 256) „Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.“ – Freude, Gebet und Dank sollen unser Leben prägen. Jederzeit Freude, Gebet ohne Unterlass und Dankbarkeit für alles!
Und wieder frage ich mich, wie dieser hohe Anspruch sich in die Niederungen meines Alltags übersetzen lässt. Sich jederzeit freuen, wer kann denn das? Ohne Unterlass beten und für alles dankbar sein, wie soll denn das gehen? Und doch sagt Paulus, dass Gott genau das von denen erwartet, die zu Jesus gehören.
Vielleicht liegt der Schlüssel auch hier darin, diese Aufforderungen nicht als Ermahnungen, sondern als Ermutigungen zu verstehen, in ihnen nicht nur eine Erwartung, sondern auch eine Ermöglichung zu sehen, sie nicht nur als Anspruch, sondern auch als Zuspruch zu lesen.
Wenn ihr zu Christus gehört, dann habt ihr jederzeit Grund zur Freude – selbst wenn in eurem Leben Dinge passieren, die euch traurig machen, denn „in Christus zu sein“ ist Grund zur Freude genug und letztlich das, was zählt. Wenn ihr zu Christus gehört, dann seid ihr jederzeit im Kontakt mit Gott – unabhängig davon, ob ihr das gerade spürt, ob euch noch ein Gebet über die Lippen kommt oder nicht. Wenn ihr zu Christus gehört, dann könnt ihr für alles dankbar sein, weil ihr wisst, dass am Ende „Gott alles in allem“ sein wird (1. Korinther 15,28) und dass er alles, was euch betrifft, in seinen Händen hält – das Gute wie das Böse.
Aus eigener Kraft ist eine solche Lebenseinstellung schwer durchzuhalten. Sie gründet in dem Vertrauen, dass Gott uns durch Jesus Christus zu einem neuen, gottgemäßen Leben erlöst und befreit hat. Sie speist sich nicht aus menschlichem Optimismus, sondern vertraut darauf, dass Gott uns die Kraft schenkt, so zu leben, wie er sich das von uns wünscht.
Das große Symbol für diese von Gott geschenkte Kraft ist der Heilige Geist, der Geist Gottes, der in allen Glaubenden lebt und wirkt. Mit ihm haben die letzten fünf Ermutigungen zu tun, die Paulus uns ans Herz legt.
10. „Löscht den Geist nicht aus!“ – Das heißt: Gebt der Kraft Gottes in eurem Leben Raum! Unterdrückt diese innere Stimme nicht, die euch sagt, was gut und was böse ist. Vertraut darauf, dass Gott euch für jeden Schritt, zu dem er euch lockt, auch die Energie schenken wird, die ihr braucht, um ihn zu gehen.
11. „Verachtet prophetisches Reden nicht!“ – Wenn da jemand in eurer Mitte ist, der von Gott her ein klärendes, hilfreiches, zukunftsweisendes Wort für euch hat, dann hört zu! Und auch wenn dieses Wort nicht aus eurer Mitte kommt, wenn es von außen an euch herangetragen wird, hört zu! Verachtet die politischen, philosophischen, psychologischen, soziologischen, Kultur schaffenden und naturwissenschaftlichen Mahner nicht, die euer Denken und Handeln in Frage stellen. Hört ihnen zu! Denkt darüber nach, was sie euch sagen! Verachtet prophetisches Reden nicht!
12.+13. „Prüft alles und behaltet das Gute!“ – Bewahrt euch eine große Offenheit. Seid allem Neuen gegenüber unvoreingenommen und aufgeschlossen, vor allem, wenn es mit dem Anspruch auftritt, „prophetisch“ zu sein. Aber lasst euch nicht überrumpeln. Lasst euch nicht blenden und manipulieren. Prüft! Ihr seid in der Lage dazu, weil ihr selbst den Geist Gottes empfangen habt, der auch die Gabe der „Unterscheidung der Geister“ schenkt (1. Korinther 12,10). Prüft – und dann behaltet das Gute, das von Gott gebotene, das dem Willen Gottes gemäße!
14. „Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ – Ein Ausleger deutet diese vierzehnte und letzte Ermutigung des Paulus in unserem Text im Blick auf das zuvor Gesagte so: „Jedes böse, vom Willen Gottes fortweisende prophetische Wort, das durch die Prüfung der Gemeinde aufgedeckt wird, darf die Gemeinde nicht binden.“ (Holtz 262) Das ist sicher richtig. Trotzdem möchte ich diese letzte Ermutigung des Paulus gern noch weiter fassen und sie als Zusammenfassung all seiner anderen Ermahnungen, Herausforderungen und Tröstungen verstehen. „Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ – Meidet das Böse immer und überall, weil Gott gut ist und weil Gott das Gute will – für diese Welt, für alle Menschen und für jeden einzelnen von uns.

Beim Rückblick auf all diese Ermahnungen, Ermutigungen und Tröstungen des Paulus ist sofort klar, dass sie nicht selbstverständlich sind und unser Leben nicht immer und überall prägen. Darum münden diese vierzehn Imperative am Ende in die Bitte um den Segen Gottes:

Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt. Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun. Amen.


Literatur:
Traugott Holz, Der erste Brief an die Thessalonicher (EKK XIII). Neukirchen-Vluyn 1986.
Gerhard Friedrich, Der erste Brief an die Thessalonicher. In: NTD 8. 3. Aufl. Göttingen 1985.

(c) Volkmar Hamp