„Wo wohnst du?“ Oder: Die Johannes-Strategie – sieben Schritte des Glaubens (Johannes 1,35-42)


35 Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger;
36 und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm!
37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo ist deine Herberge?
39 Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen's und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
40 Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
41 Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte.
42 Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.



Liebe Geschwister, liebe Freunde,

habt ihr euch schon mal gefragt, wo Gott wohnt? Angesichts dessen, was letzte Woche in Norwegen passiert ist, was zur Zeit am Horn von Afrika passiert und überhaupt, wenn man den Zustand dieser Welt betrachtet, kann man sich diese Frage schon mal stellen.
Auch Kinder stellen diese Frage. Und sie beantworten sie meist ganz klassisch mit den Worten „im Himmel natürlich“. Und dann malen sie Bilder von Gott: einem gütigen, alten Mann, der auf einer Wolke thront und sich von dort oben das Treiben der Menschen hier unten anschaut.
Erwachsene haben es mit der Frage, wo Gott wohnt, oft nicht mehr ganz so leicht. Wenn sie überhaupt noch an Gott glauben können, dann verorten sie ihn entweder in seiner Schöpfung, in der Natur, im Leben an sich – oder im Miteinander der Menschen, in ihren Herzen, in der Liebe. Doch in diesem „Überall und Nirgendwo“ kommt Gott auch schnell einmal abhanden. Er spielt keine wesentliche Rolle mehr. Er wird ins Jenseits, in die Transzendenz verbannt und hat mit dem Diesseits, mit dem alltäglichen Leben nicht mehr viel zu tun.
Ich habe in den letzen Wochen bemerkt, dass die Frage: „Wo wohnst du?“ scheinbar keine ganz unwichtige Frage ist für uns. Ich war eine Weile im Ausland unterwegs und habe dort viele neue Leute kennen gelernt. Und meist waren es drei Fragen, die bei diesen Begegnungen gleich zu Beginn gestellt wurden: „Wie heißt du?“ „Wo kommst du her, wo lebst, wo wohnst du?“ Und: „Was machst du?“
Wie heißt du? Wo wohnst du? Was machst du? – Antworten auf diese Fragen befriedigen nicht nur unsere Neugier. Sie helfen uns, unser Gegenüber einzuordnen und einzuschätzen. Was ist ihm wichtig? Was beschäftigt ihn? Was prägt sein Leben? Und manchmal entsteht daraus dann der Wunsch, mehr zu erfahren, ein Stück Lebensweg mitzugehen, den anderen besser kennen zu lernen, von und mit ihm zu lernen.
Den Jüngern in unserer Geschichte geht es nicht anders. Sie hören, was Johannes über Jesus sagt, und es macht sie neugierig. Sie wollen mehr erfahren. Sie laufen Jesus nach und wollen wissen, wo er wohnt. Und schließlich bleiben sie bei ihm, werden seine Jünger, erzählen anderen von ihm weiter und holen sie dazu.
Was ist das für eine Dynamik, die aus schlichten Fischern überzeugte und überzeugende Nachfolger Jesu macht? Ich glaube, mit Hilfe dieser Geschichte aus Johannes 1 lässt sich das sehr gut veranschaulichen. Und weil das so gut in unser prozessorientiertes und prozessoptimiertes Denken passt (und weil ich auch mal ein schönes Gemeindewachstumsmodell erfinden wollte), möchte ich das „Die Johannes-Strategie“ nennen. Untertitel: „Sieben Schritte des Glaubens“. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, versteht sich!

Schritt 1: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“ – von Jesus hören
Schritt 2: „Und sie folgten Jesus nach“ – erste Schritte tun
Schritt 3: „Was sucht ihr?“ – sich von Jesus in Frage stellen lassen
Schritt 4: „Wo wohnst du?“ – die Nähe Jesu suchen
Schritt 5: „Kommt und seht!“ – bei Jesus bleiben
Schritt 6: „Wir haben den Messias gefunden“ – von Jesus weitersagen
Schritt 7: „Du sollst Kephas heißen“ – Reich Gottes mitgestalten


Schritt 1: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“ – von Jesus hören

Alles beginnt mit einem Vorläufer, einem Wegbereiter, einem Hinweisgeber. Hier ist es Johannes der Täufer, der seine Jünger auf Jesus hinweist. Für uns sind es häufig die Eltern, Väter und Mütter im Glauben, Freunde oder Vorbilder, die uns mit Jesus bekannt machen. Niemand beginnt im Glauben bei Null. Niemand kommt „un-mittelbar“ mit Gott in Berührung. Immer wird dieser Kontakt vermittelt: durch andere Menschen; durch Erfahrungen, die wir machen und die sie mit uns deuten.
So auch hier. Johannes, der Vorläufer, der Wegbereiter weist seine Jünger auf Jesus hin:
„Siehe, das ist Gottes Lamm!“ Damit ist die erste Frage, die man im Blick auf Jesus haben könnte, schon mal beantwortet: „Wer ist denn das überhaupt, dieser Jesus? Warum könnte der wichtig sein für mich?“
Johannes beantwortet diese Frage so: „Das ist das Lamm Gottes!“ Und die Leser seines Evangeliums haben noch die Worte ein paar Verse vorher im Ohr, von seiner ersten Begegnung mit Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Johannes 2,29)
Du möchtest wissen, warum Jesus wichtig sein könnte für dein Leben? Hier ist die Antwort: Weil er „der Welt Sünde“ trägt. Das klingt vielleicht furchtbar fromm und abgehoben – es meint aber nichts anderes, als dass bei Jesus die Welt „in Ordnung“ kommt. Dass in ihm die Welt, wie sie ist, und die Welt, wie sie sein könnte, wie Gott sie sich gedacht hat, deckungsgleich werden. Dass bei Jesus heil und ganz wird, was bei uns verletzt, verstümmelt und verkümmert ist.
Manchmal fällt es schwer, das zu glauben. Und in diesen Tagen vielleicht besonders schwer. Und doch ist genau das die Hoffnung, die in diesen Worten liegt: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ In allem, was unbegreiflich dunkel ist in dieser Welt ist Gott selbst anwesend und trägt mit. Manchmal ist das der letzte Trost, der bleibt!


Schritt 2: „Und sie folgten Jesus nach“ – erste Schritte tun

Doch was die Jünger des Johannes begreifen, ist die schlichte Tatsache, dass „die Sünde der Welt zu tragen“ nicht nur der Masterplan Gottes für seine Schöpfung ist, sondern auch sein ganz persönlicher Plan für ihr kleines Leben. Die Johannesjünger hören von ihrem Lehrer nicht nur schöne Worte über die Rettung der Welt durch Jesus, das Lamm Gottes. Sie hören diese Worte als Einladung, als Angebot, als Herausforderung, nun selbst ein Teil der Jesusbewegung zu werden. Sich in die Dynamik des Heilwerdens der Schöpfung mit hinein nehmen zu lassen. Oder um es schlichter auszudrücken – so schlicht wie Johannes das tut: Sie folgen Jesus nach! Sie laufen ihm hinterher. Sie sind neugierig geworden. Sie wollen wissen, was die Botschaft von der anbrechenden Gottesherrschaft mit ihrem Leben zu tun hat.


Schritt 3: „Was sucht ihr?“ – sich von Jesus in Frage stellen lassen

Wer Jesus nachfolgt – das ist der dritte Schritt –, der darf mit seiner Aufmerksamkeit rechnen! Jesus dreht sich um und bemerkt die Jünger. Er wendet sich ihnen zu. Und er stellt ihnen eine ebenso schlichte wie tiefgründige Frage: „Was sucht ihr?“
Im Johannesevangelium ist das überhaupt das erste, was Jesus sagt. Sein allererstes Wort an die Menschen – diese Frage: „Was sucht ihr?“
Ich finde, das ist eine gute Frage – nicht nur für Nachfolger Jesu, sondern für alle Menschen: Was suchst du eigentlich? Eine Frage, die uns „in Frage stellt“. Was suchst du?
Immer mal wieder deine Armbanduhr oder einen Parkplatz vor deiner Wohnung? Spaß und Vergnügen? Einen Partner fürs Leben und einen guten Job? Freiheit und Abenteuer? Glück und Erfüllung? Gerechtigkeit? Und schließlich – nach großer Fahrt und hartem Kampf – endlich Ruhe und ewigen Frieden?
Oder gibt es da noch mehr zu suchen? Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn zum Beispiel: Wo komme ich eigentlich her? Wer bin ich? Und wozu bin ich hier?
Und wenn das alles bedacht und beantwortet ist, bleibt da immer noch die Suche nach der Antwort auf die „letzten Fragen“: Wo bleiben wir eigentlich? Wo über Nacht, wo für immer, wo nach dem Tod?
„Was sucht ihr?“ – Die Jünger des Johannes haben – wie wir alle manchmal – keine Antwort auf diese Frage. Es sei denn, diese Antwort wäre in ihrer Gegenfrage versteckt: „Wo ist deine Herberge, Meister? Wo bleibst du über Nacht? Wo wohnst du?“


Schritt 4: „Wo wohnst du?“ – die Nähe Jesu suchen

Damit bin ich beim vierten Schritt: „Wo wohnst du?“ – Die Jünger fragen Jesus das. Vielleicht überinterpretiere ich damit den Text, aber ich möchte diese Frage als Ausdruck ihrer Suche nach Sinn und Geborgenheit verstehen: „Wo ist deine Herberge? Wo wohnst du? Wo bist du zuhause – Gott?“
Für mich schwingt darin eine Sehnsucht mit: „Wo du zuhause bist, da könnten wir auch sein! Da könnten wir auch wohnen! Da könnten wir zusammen sein mit dir und dadurch endlich angekommen und ein Zuhause finden!“
Ich habe vorhin von den drei Fragen meiner Auslandsbegegnungen erzählt: „Wie heißt du? Wo wohnst du? Was machst du?“ Manchmal, wenn ich dann geantwortet habe: „Ich komme aus Deutschland. Ich lebe in Berlin!“, dann leuchteten die Augen meiner Gesprächspartner und sie sagten: „Da will ich unbedingt auch mal hin! Vielleicht kann ich dann bei dir wohnen und du zeigst mir deine Stadt!?“
So, stelle ich mir vor, haben die Augen der Jünger geleuchtet, als Jesus sie nun einlädt, ihm nicht nur nachzulaufen, sondern mit ihm zu gehen: „Kommt und seht!“ – „Und sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm.“ (Vers 39)


Schritt 5: „Kommt und seht!“ – bei Jesus bleiben

Das ist mein 5. Schritt des Glaubens in der „Johannes-Strategie“: „Kommt und seht!“ – bei Jesus bleiben! Seit der Zeit der alten Kirche sehen die Ausleger in diesem gemeinsamen Bleiben in der Herberge ein Bild für die Gemeinde. Schließlich sind hier zwei nicht nur in seinem Namen, sondern mit Jesus selbst zusammen, in ein Gespräch vertieft oder mit der Stärkung für den weiteren Weg beschäftigt.
Ich finde, das ist ein schönes Bild: Die Gemeinde, das Haus Gottes als Herberge! Die Kirche als Raststätte am Wegesrand! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Vielleicht bekommt die Frage, wo Gott wohnt, dadurch noch einmal eine andere Wendung: Gott wohnt überall und nirgends. Er braucht keinen besonderen Ort, kein Haus, keinen Tempel, keine Kirche. Aber wir brauchen solche Orte. Wir brauchen sie, um mit ihm und miteinander das Leben zu deuten und zu feiern. Ein Dach über dem Kopf, damit uns der Himmel nicht auf denselben fällt, damit uns die Weite des Universums nicht erschlägt.
Eine Herberge für unsere Gedanken, Gefühle und Gebete – gerade, wenn schlimme Nachrichten wie die der vergangenen Woche uns den Glauben kaputt zu machen drohen. Einen Ort der Stärkung auf dem Weg durchs Leben. Eine Bleibe für die dunklen Nächte.
Gemeinden – und jetzt meine ich nicht in erster Linie die Gemeindehäuser und Kirchen, sondern die Menschen und den Geist, der diese Häuser mit Leben füllt – Gemeinden sind „Christus-Herbergen“. Sie sind „Orte der gesammelten Hoffnung auf dem Weg nach Hause, Ambulanzen der Zuversicht.“ (Pfr. Johannes Taig, Hospitalkirche Hof)


Schritt 6: „Wir haben den Messias gefunden“ – von Jesus weitersagen

Doch Gemeinden sind Herbergen, Rasthäuser am Wegesrand – keine Wohnsilos und keine Kleinstfamilienschuhkartons. In einem Gasthaus wohnt man nicht. Da ruht man sich aus. Da kommt man zu Atem. Da schöpft man Kraft für die nächsten Schritte. Wer sich da zu sehr einrichtet, der mutiert vom Jesusnachfolger zur Kirchenmaus. Der macht aus Christusherbergen Kuschelclubs für Erlöste. Da ist dann der Tod im Topf.
Die Jünger des Johannes und frischgebackenen Nachfolger Jesu machen diesen Fehler nicht: Sie ruhen sich aus in der Nähe Jesu, aber sie richten sich nicht bei ihm ein. Sie machen sich dann auch wieder auf den Weg – und rufen weitere Jünger in die Nachfolge. Das ist für mich der 6. Schritt des Glaubens: von Jesus weitersagen.
Und was ist die Botschaft der Jünger? Ein schlichter Satz: „Wir haben den Messias gefunden.“ Und diesen Satz muss man zusammen hören mit der Aussage des Johannes zu Beginn der Geschichte: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“ Denn genauso ist der Messias, der Gesalbte, der Retter, den die Jünger finden: Ganz anders als erwartet! Kein Löwe, sondern ein Lamm! Kein König, in dessen Namen man andere Menschen umbringen darf, sondern ein Diener aller Menschen! Kein Herr, sondern ein Freund, der nach uns fragt und uns einlädt: „Kommt und seht!“


Schritt 7: „Du sollst Kephas heißen“ – Reich Gottes mitgestalten

Das überzeugt. Auch den Simon. Von seinem Bruder zu Jesus geführt, wird er von diesem sogleich erkannt: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.“ (Vers 42) Und wir ergänzen in Gedanken aus einem anderen Evangelium: „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ (Matthäus 16,18)
In diesem Bild ist die Gemeinde Gottes nun keine Herberge der Hoffnung mehr, sondern eine Festung für die Ewigkeit, die Burg des Heils, das Schloss der Herrlichkeit. Aber das ist durchaus noch Zukunftsmusik. Das ist noch „im Bau“, das ist „under construction“. Das ist das Reich Gottes, das erst noch kommen muss – auch wenn es mit dem Kommen Jesu bereits angebrochen ist.
Um dieses Reich, um seine Gemeinde zu bauen, ruft Jesus Menschen in seine Nachfolge. Menschen wie dich und mich. Menschen wie Petrus. Das wäre dann der 7. Schritt der „Johannes-Strategie“: „Du sollst Kephas heißen“ und Reich Gottes mitgestalten.
Kephas? Petrus? Ein Felsenmann? Ausgerechnet der? Ausgerechnet der soll der Fels sein, auf den Jesus seine Gemeinde bauen will. Mal ein Glaubensheld, mal ein Versager. Heute ein mutiger Bekenner, morgen ein Verleumder. Großartig auf der einen und kleingläubig auf der anderen Seite. Weitherzig in der einen und engstirnig in der anderen Frage. Ausgerechnet der?
Ja, ausgerechnet der! Und darum auch du und ich. Ganz normale Menschen mit ihren Stärken und Schwächen sind der Stoff, aus dem die Träume Gottes sind. Ihr seid die Felsen, auf die er seine Gemeinde baut. Ihr seid die Fäden, aus denen er sein Reich webt. Mit eurem Glauben und euren Zweifeln. Mit euren Heldentaten und eurem Scheitern.


Sieben Schritte des Glaubens: von Jesus hören – erste Schritte tun – sich von Jesus in Frage stellen lassen – die Nähe Jesu suchen – bei Jesus bleiben – von Jesus weitersagen – Reich Gottes mitgestalten.
Natürlich ist das kein Gemeindewachstumsmodell, keine Strategie, mit deren Hilfe man erfolgreich Gemeinde bauen kann. Es gibt keine „Johannes-Strategie“. Sorry!
Der strategós, das ist im Griechischen der Feldherr, der Kommandant. Das Wort kommt aus der Welt des Militärs. Schon darum ist „strategisches Denken“ keine Reich-Gottes-Kategorie. Es geht nicht um Prozessoptimierung und Erfolg. Es geht darum, dass wir mit unserem Leben bei Gott Herberge finden – und damit in anderen die Sehnsucht wecken, auch bei ihm anzukommen und zuhause zu sein. Gerade dann, wenn das, was um uns herum geschieht, die Welt zu einem unwohnlichen oder unbewohnbaren Ort macht.

„Wo wohnst du?“, fragen die Jünger am Jordan. Und sie ahnen, dass in der Antwort Jesu auf diese Frage noch eine andere Antwort enthalten ist: die Antwort auf die Frage nämlich, wo wir eigentlich wohnen, wo wir zuhause sind, wo wir bleiben können, wo wir finden, was wir suchen.
Und dann führt Jesus die Jünger in seine kleine Herberge, und das ist genug für den Augenblick: ein Ort der Hoffnung, eine Ambulanz der Zuversicht. Glauben heißt dann, darauf zu vertrauen, dass dieser Jesus weiß, wo der Weg nach Hause zu finden ist, ja, dass er selbst der Weg nach Hause ist!
„Wo wohnst du?“, das ist eine gute Frage! Später auf dem Weg gibt Jesus seinen Jüngern nämlich noch eine andere Antwort auf genau diese Frage. „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“ (Johannes 14,2f)

Hier die Herberge – dort die Wohnung.
Hier über Nacht – dort für immer.

Amen.

(c) Volkmar Hamp