Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb - Eine Erntedankpredigt
2. Korinther 9,6-15


Liebe Geschwister, liebe Freunde,

im ersten Teil dieses Gottesdienstes haben wir schon einiges gehört zu diesem besonderen Tag im Kirchenjahr: Erntedank. Die Kinder haben die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit dem Thema präsentiert. Die Dankbarkeit für 20 Jahre deutsche Einheit kam zum Ausdruck. Und hier vorne steht ein Erntedanktisch mit Gaben von euch, die Menschen in dieser Stadt zugute kommen sollen, denen es schlechter geht als uns.
Und doch: Ich weiß nicht, wie euch das geht,
ich bin alle Jahre wieder schlecht vorbereitet auf diesen Tag im Kirchenjahr. Was habe ich schon mit Erntedank zu tun? Meine Lebensmittel kaufe ich im Supermarkt. Den Rhythmus von Saat und Ernte erlebe ich nicht am eigenen Leib: Die einzigen Pflanzen in meiner näheren Umgebung sind Grünpflanzen von Ikea, und an denen gibt es nichts zu ernten.
Und dann kommt da jedes Jahr wieder dieser vom Kirchenjahr verordnete Dankbarkeitssonntag – und passt manchmal schlecht in meine Lebenssituation. Letzte Woche zum Beispiel lag eines Morgens die Nebenkostenabrechnung für meine Wohnung in meinem Briefkasten. Eine saftige Nachzahlung ist fällig. Und Frau Merkel bereitet das Volk am selben Tag darauf vor, dass in den kommenden Jahren die Mieten noch deutlich steigen könnten. Na, Danke! Das hat mir gerade noch gefehlt!
Mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Selbst wenn wir unsere ganz persönlichen Sorgen und alle schlechten Nachrichten dieser Welt beiseite schieben könnten, stünden wir uns doch oft genug immer noch selbst im Weg in Sachen Dankbarkeit: Gier und Neid; das ständige Gefühl, nicht genug zu haben oder nicht genug zu sein; die Angst, den eigenen Ansprüchen und den Ansprüchen anderer an uns nicht zu genügen; vielleicht auch die Sorge, Gott nicht recht zu sein – all das macht es uns manchmal schwer, dankbar zu sein für den Menschen, der wir selber sind. Von der Dankbarkeit für das, was wir
haben, einmal ganz zu schweigen.
In diese Situation flattert uns nun heute – der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sei Dank! – ein Ausschnitt aus dem 2. Korintherbrief des Apostel Paulus ins Haus. Eine Art Kollektenrede.
Der Hintergrund dieser Rede ist Folgender: Paulus hatte gegenüber den Autoritäten des Judenchristentums in Jerusalem seine Vision einer gesetzesfreien Mission unter den „Heiden“, das heißt unter den griechisch sprechenden Sympathisanten des jüdischen Glaubens, durchgesetzt. Er durfte seine griechischen Freunde in Kleinasien zum Glauben an Jesus Christus einladen, ohne sie vorher den Umweg über das Judentum, über die Einhaltung des mosaischen Gesetzes und die Beschneidung, machen zu lassen.
Die einzige „Gegenleistung“, die er dafür zu bringen hatte, war die finanzielle Unterstützung der armen judenchristlichen Urgemeinde in Jerusalem. Und so zog er nicht nur missionierend durchs Land, sondern auch bettelnd. Wo immer er hinkam, bat er die christlichen Gemeinden in seinem Missionsgebiet, sich mit der Jerusalemer Urgemeinde solidarisch zu zeigen und sich an seiner Kollekte für die armen Christen in Jerusalem zu beteiligen. Auch die Gemeinde in Korinth erhielt eine solche Einladung.

Ich lese aus 2. Korinther 9 die Verse 6-15:
6 Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
7 Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
8 In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, so dass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun,
9 wie es in der Schrift heißt: „Reichlich gibt er den Armen; seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.“ (Psalm 112,9)
10 Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.
11 In allem werdet ihr reich genug sein, um selbstlos schenken zu können; und wenn wir diese Gabe überbringen, wird sie Dank an Gott hervorrufen.
12 Denn euer Dienst und eure Opfergabe füllen nicht nur die leeren Hände der Heiligen, sondern werden weiterwirken als vielfältiger Dank an Gott.
13 Vom Zeugnis eines solchen Dienstes bewegt, werden sie Gott dafür preisen, dass ihr euch gehorsam zum Evangelium Christi bekannt und dass ihr ihnen und allen selbstlos geholfen habt.
14 In ihrem Gebet für euch werden sie sich angesichts der übergroßen Gnade, die Gott euch geschenkt hat, eng mit euch verbunden fühlen.
15 Dank sei Gott für sein unfassbares Geschenk.


„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb!“ Diesen Satz hört man oft, wenn im Gottesdienst der Zeitpunkt gekommen ist, die sonntägliche Kollekte zusammen zu legen. Er soll motivieren, sich gut gelaunt an dieser Kollekte zu beteiligen, denn ein fröhlicher Geber wird nicht nur von Gott geliebt, er gibt vielleicht auch mehr, als einer, der dies schlecht gelaunt aus einem ungeliebten Pflichtgefühl heraus tut.
Doch wer von uns kennt schon fröhliche Geber? Ich kenne herablassende Gönner und doofe weil ehrliche Steuerzahler. Ich kenne Leute, die spenden für „Brot für die Welt“ und sind insgeheim doch froh, dass die Wurst zum Brot in Deutschland bleibt. Und dann gibt es die, die „aus Gewissensgründen“ geben: Die zahlen für jeden Shoppingflug nach London oder New York einen CO2-Ausgleich. Ablasshandel nannte man das früher. Ich kenne verschmitzte Hosenknopf-in-den-Klingelbeutel-Werfer und zähneknirschende Solidaritätszuschlagszahler. Ich kenne weichherzige Mitleider und steuerlich absetzbare Gemeinnützigkeits-Besserverdiener. Und ich selbst bin auch ein bisschen von alledem. Aber einen fröhlichen Geber? Wer kennt den schon?
Paulus kennt ihn. Und er stellt ihn uns heute vor in seinem Brief an die Korinther. Und es ist nicht irgendwer. Es ist Gott selbst. Gott ist ein fröhlicher Geber! „Reichlich gibt er den Armen; seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer“ (Psalm 112,9).
Interessant, wie Paulus diesen Vers aus Psalm 112 hier zitiert. Dort wird dieser Satz nämlich über einen gottesfürchtig-frommen und barmherzigen Menschen gesagt. Hier kann man ihn direkt auf den Geber aller Gaben, auf Gott selbst beziehen.
Gott ist der Schöpfer dieser Welt und von allem, was auf ihr lebt. Keiner von uns hat sich selbst erschaffen. Alle verdanken wir unsere Existenz der Schöpfungslust Gottes. Nur weil Gott wollte, dass es uns gibt, sind wir da. Und alles, was wir sind und haben, ist uns letztlich nur von ihm geliehen. Nichts davon gehört wirklich uns. Nichts davon können wir für immer behalten. Nichts davon nehmen wir mit, wenn wir sterben. „Das letzte Hemd hat keine Taschen!“, sagt man. Da kannst du noch so viele Nähkurse besuchen, es nützt alles nichts.
Hiob war einer, der das begriffen hat. Er hat viel gewonnen in seinem Leben – und dann alles verloren. Sein Fazit: „Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen; der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hiob 1,21)

Zum Glück müssen es nicht immer Hiobsbotschaften sein, die uns so eine heilsame Lektion in Sachen Demut geben. Ich war vergangene Woche in Rom und habe dort eine Kirche besucht (Bild 1).



San Clemente heißt diese Kirche. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und hat einen wunderschönen Innenraum (Bild 2)



mit tollen Mosaiken (Bild 3)



und einer beeindruckenden Kassettendecke (Bild 4).



Doch das ist nicht das Besondere an dieser Kirche. Das Besondere – und Faszinierende – an dieser Kirche ist, dass dort vor 150 Jahren mit archäologischen Grabungen begonnen wurde. Genau unterhalb der heute dort stehenden Basilika aus dem 12. Jahrhundert (Bild 5/1) förderte man nicht nur die ursprüngliche Kirche aus dem 4. Jahrhundert zutage (Bild 5/2), sondern entdeckte noch tiefer weitere Reste von Gebäuden, die aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammen (Bild 5/3).



Spätere Ausgrabungen zeigten dann, dass selbst unter dieser dritten Schicht noch Gebäudereste erhalten sind, die das große Feuer von Rom unter Kaiser Nero im Jahre 64 nach Christus überstanden hatten.
Man kann also in dieser Kirche eine Art Zeitreise unternehmen. Über eine steile Treppe gelangt man zunächst in die untere Basilika aus dem 4. Jahrhundert (Bild 6).



Dort kann man noch die Bilder sehen, die vor mehr als 1.000 Jahren diese Kirche geschmückt haben (Bild 7).



Noch eine Etage tiefer kommt man dann in die Räume eines ehemals prächtigen römischen Wohnhauses aus dem ersten Jahrhundert (Bild 7).



Und direkt daneben in einen kleinen Tempel, in dem noch ein Altar für den römischen Gott Mithras steht, der im 2. Jahrhundert nach Christus an dieser Stelle verehrt wurde (Bild 8).



Der Boden, auf dem San Clemente ursprünglich stand, war im 1. Jahrhundert nach Christus also etwa 20 Meter tiefer als heute. Nach der großen Feuersbrunst im Jahre 64 wurden die ausgebrannten Bauten mit Schutt aufgefüllt und so als Fundament für neue Gebäude benutzt: für ein prächtiges römisches Stadthaus und einen kleinen Tempel. Über dem Stadthaus, das wahrscheinlich einem reichen römischen Christen gehörte, errichteten die Bauleute des 4. Jahrhunderts dann die erste Kirche von San Clemente. Dafür füllten sie einfach die Räume des Erdgeschosses und den Hof des Hauses bis zur Höhe des ersten Stockes auf. Auf dieser Höhe ergab dann der Hof das Mittelschiff der Kirche und jene Räume, die früher von beiden Seiten auf den Hof blickten, bildeten nun das Süd- bzw. das Nordschiff.
Zu dieser Zeit stand neben der Kirche, jedoch tiefer gelegen, noch der Mithrastempel mit seinem Kult. 395 nach Christus wurde dieser Kult dann verboten. Die Geistlichkeit von San Clemente erwarb das benachbarte Grundstück, füllte es auf und erweiterte ihren Kirchenbau nun über dem ehemaligen römischen Tempel.
700 Jahre stand diese Basilika, als man feststellte, dass das Gebäude baufällig geworden war und aufgegeben werden musste. Die aus dem 4. Jahrhundert stammende Kirche wurde nun wiederum bis zur Höhe der Säulen, die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennten, mit Schutt aufgefüllt, und auf dem so entstandenen Fundament errichtete man dann die heutige Kirche San Clemente, die darum etwa 20 Meter über der einstigen Talsohle liegt.
Die erste Basilika und das Fundament, auf dem sie ruhte, gerieten in Vergessenheit, bis sie weitere 700 Jahre später wieder ausgegraben wurden.

Warum erzähle ich so ausführlich diese Geschichte einer alten Kirche in Rom? Weil sie mich Demut gelehrt hat. Wir können noch so schöne Kirchen bauen – und jetzt meine ich gar nicht nur Bauten aus Stein, sondern auch das, was wir unter „Gemeinde“ verstehen: Was immer wir tun, es hat seine Wurzeln tief in der Vergangenheit und ruht auf Fundamenten, die andere für uns gelegt haben. Und irgendwann, vermutlich in weit weniger als 700 Jahren, wird all das vergangen sein und vielleicht von niemandem mehr ausgegraben und erinnert werden.
Und das gilt nicht nur für unsere Kirchenbauten und unser Gemeindeleben, es gilt auch für unsere eigene, ganz persönliche, kleine Existenz.
Nehmen wir uns also nicht zu wichtig! Hängen wir nicht zu sehr an dem, was wir haben oder sind oder können oder leisten. Vielleicht fällt es uns, wenn wir die Welt und unser Leben einmal aus
dieser Perspektive betrachten, leichter loszulassen, abzugeben, zu teilen und fröhliche Geber zu werden, so wie Gott sie liebt. Eine schöne, eine segensreiche Form von Demut wäre das.
Das Wort „Demut“ hat in unserer Sprache ja eigentlich keinen so guten Klang. Zu schnell denken wir dabei an Unterwürfigkeit und Duckmäusertum. Der Philosoph
Friedrich Nietzsche bringt das so auf den Punkt: „Der getretene Wurm krümmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut.“
Doch dieses Verständnis von Demut ist ein Erbe der griechisch-römischen Philosophie. Hier wird von oben auf die kleinen Leute, auf die Machtlosen und Schwachen, herabgeschaut. Sie werden als „niedrig, unterwürfig, demütig“ bezeichnet. Demut ist hier keine Tugend, sondern ein Zustand, den es – wenn irgend möglich – zu vermeiden gilt.
Ganz anders die jüdisch-christliche Tradition: Sie nimmt die Perspektive der Erniedrigten und Gedemütigten selbst ein. Sie spricht aus dem Blickwinkel der kleinen Leute und ergreift darum Partei für sie. Und sie tut dies, weil sie den Gott Israels hinter sich weiß, jenen Gott, der Gerechtigkeit will und sich in seinem Sohn Jesus Christus ein für allemal mit allen Gedemütigten solidarisiert hat.
Die müssen sich nun nicht mehr krümmen. Wie das Kind im Märchenbuch brauchen sie sich vor dem Kleinsein nicht zu fürchten, weil sie den großen Gott der kleinen Leute an ihrer Seite wissen. Und so haben sie die Vision einer Gemeinschaft von Menschen, in der es keine Großen mehr gibt, die Kleine wie Würmer zertreten, und keine Kleinen, die sich vor den Großen ducken müssen. „Demut“ wird nun „zur Selbstbezeichnung der Gedemütigten und zum Ausdruck ihrer Solidarität“ (Klaus Wengst).
Gilbert Keith Chesterton, der englische Schriftsteller, der ein Buch zur „Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge“ geschrieben hat, formuliert das so: Menschen, denen Gott die Aussicht auf Befreiung eröffnet hat, „erachteten sich als durch eine unwiderrufliche Verheißung befugt, über die Sterne erhoben zu werden, und gleichzeitig entdeckten sie die Demut ... Es sind“, sagt er, „stets die Sicheren, die Selbstbewussten, welche die Demütigen sind“. – Und wer könnte sicherer und selbstbewusster sein, als jene, die Gott auf ihrer Seite wissen!
Doch was heißt das, dass Gott auf unserer Seite ist? Es heißt jedenfalls nicht, dass wir auf Kosten anderer im Überfluss leben können. Paulus formuliert hier sehr genau: Die Gaben, die Gott in seiner Macht über uns ausschütten kann, sollen dazu dienen, dass uns allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht (Vers 8a). Sie sollen nicht unseren über dieses Notwendige hinaus gehenden Luxus finanzieren.
„Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab“, schreibt Paulus ein paar Verse zuvor, „damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe.“ (2. Korinther 8,14). Ausgleich, Gerechtigkeit ist das Ziel aller Wege Gottes. Wenn er uns also manchmal mehr schenkt als wir brauchen, dann tut er dies, damit wir genug haben, um anderen etwas abzugeben, „um allen Gutes zu tun“ (Vers 8b).
Heiner Geißler hat einmal gesagt: „Wir haben uns zu lange einer Politik verschrieben, die von Egoismus und Besitzstandswahrung geprägt war. Wir haben dadurch auch Schaden genommen an unserer Seele.“
Wir alle haben Schaden genommen an unserer Seele! Wir haben vergessen, dass wir nicht unser eigener Schöpfer sind und dass nicht nur wir selbst Anrecht auf Zukunft haben, sondern auch der andere, die andere neben uns und die Welt um uns her und die künftigen Generationen. Denn Gottes Gabe sind wir, für uns und für andere. Fröhliche Nehmer, die fröhliche Geber werden.
Und noch etwas ist wichtig: Wenn Gott uns reich beschenkt, damit wir selbstlos schenken können, dann nicht mit den Früchten der Gerechtigkeit, sondern nur mit dem Saatgut, aus denen diese Früchte wachsen.
Auch hier formuliert Paulus sehr genau: „Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.“ (Vers 10) Säen müssen wir diese „Früchte der Gerechtigkeit“ schon selbst, damit wir selbst und andere sie ernten können!
Der Befreiungstheologe
Gustavo Gutiérrez erwähnt einmal einen bolivianischen Landarbeiter, der gesagt hat: „Atheist ist, wer gegenüber den Armen keine Gerechtigkeit walten lässt.“
Das ist auch die Perspektive des Paulus. Darum lädt er uns ein, uns mit den Augen Gottes, des großen Gebers aller Gaben zu sehen. Und uns zu begreifen als das, was wir sind: sein unverdientes und unverdienbares Geschenk an uns selbst.
Und Paulus geht noch einen Schritt weiter: Wir sind nicht nur uns selbst geschenkt, wir sind zugleich Gottes Geschenk für andere. Wir sind sein Geschenk an diese Welt. Damit ein Ausgleich geschehe und Gerechtigkeit wachse.
Verschenkt euch! Verschenkt etwas von eurem Geld, wenn ihr mehr habt, als ihr selbst zum Leben braucht. Verschenkt etwas von eurer Zeit, wenn ihr hier und da eine Stunde erübrigen könnt, für den Sonntags-Kinder-Club, für den Winterspielplatz, für das Kiezpatenprojekt dieser Gemeinde vielleicht. Seid freigiebig mit euren Begabungen, sie werden gebraucht, nicht nur hier.
Und dann findet ihr euch vielleicht in dem Dank wieder, den euer Geschenk an diese Welt bei anderen hervorruft. Wie auch aus anderen fröhlichen Nehmern fröhliche Geber werden und wie die Welt sich verändert dadurch.
Gott segne euch dabei!
Amen

(c) Volkmar Hamp