Vom Scheitern und Vertrauen (Markus 10,2-16)


2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; 6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. 7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

10 Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach.
11 Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; 12 und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe.

13 Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre.
Die Jünger aber fuhren sie an.
14 Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.
15 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
16 Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.



Liebe Geschwister, liebe Freunde,

die Perikopenordnung der evangelischen Kirche in Deutschland schlägt für jeden Sonntag des Jahres einen Predigttext vor. Das soll nicht nur Pastorinnen und Pastoren das Nachdenken darüber ersparen, was denn Predigtthema für den kommenden Sonntag sen könnte. Dadurch soll auch eine gewisse Einheitlichkeit der Verkündigung in den evangelischen Kirchen in Deutschland erreicht werden. Außerdem hilft diese Ordnung uns Predigenden, nicht immer nur unsere Lieblingstexte und -themen zu beackern, sondern die Bibel in ihrer ganzen Vielfalt zu Wort kommen zu lassen.
Eigentlich finde ich das ganz gut. Doch als ich bei der Vorbereitung auf diesen Gottesdienst nachgeschaut habe, welchen Text die Perikopenordnung für den heutigen Sonntag vorsieht, habe ich innerlich die Augen verdreht und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: Ehescheidung und Kinder! Das sind beides Themen, die mir von meiner Lebensgeschichte her sehr nahe gehen. Eigentlich zu nahe, um darüber zu predigen. Außerdem haben wir ja gerade das Monatsthema „Dankbarkeit“. Und das hat ja nun – auf den ersten Blick – mit diesen Texten nichts zu tun!
Eine willkommene Ausrede! Schon war ich drauf und dran, mir einen anderen Text zu suchen. Doch dann erschien mir das wie „Feigheit vor dem Feind“. Ich bin zwar durchaus jemand, der kein Problem damit hat, alle Soldaten dieser Welt zur Desertation aufzurufen. Aber vor einem Bibeltext davon zu laufen, ohne wenigstens zu versuchen ihn zu verstehen und mir anzueignen – das ist dann doch nicht mein Ding.
Doch leicht gefallen ist mir das diesmal nicht! Immerhin bin ich, wenn ich das, was Jesus hier sagt, ganz wörtlich nehme, ein potentieller Ehebrecher. Zumindest dann, wenn es mir nach meiner Scheidung vor 10 Jahren einfallen sollte, noch einmal zu heiraten.
Das ist starker Tobak! Aber ist das alles, was dieser Text zu sagen hat? Schauen wir genauer hin!
Da kommt – wie so oft – die fromme Elite seiner Zeit zu Jesus, um ihn zu versuchen. Sie wollen ihm eine Falle stellen. Und sie tun dies, indem sie ein Thema ansprechen, das schon damals ein „heißes Eisen“ war: Ehescheidung! An diesem Thema kann Jesus sich nur die Finger und den Mund verbrennen.
Vielleicht hatten die Pharisäer schon das eine oder andere gehört, was Jesus dazu gesagt hatte. Vielleicht waren sie als Zaungäste bei seiner legendären Bergpredigt dabei, in der er auch zum Thema Ehebruch und Ehescheidung Stellung bezogen hatte:
„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen! Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ (Matthäus 5,27-28)
Wie würde jemand mit solch radikalen Ansichten sich dem jüdischen Gesetz gegenüber positionieren, das durchaus die Möglichkeit einer Ehescheidung vorsah? Würde er dieses Gesetz grundsätzlich in Frage stellen? Dann hätten sie einen Grund gefunden, gegen ihn vorzugehen. Und selbst wenn er das nicht tat: Die Auslegung dieses Gesetzes war derartig umstritten, dass Jesus vielleicht etwas sagen würde, das sich später gegen ihn verwenden ließe.
Was hier im frommen Gewand einer theologischen oder ethischen Frage daherkommt, ist also in Wahrheit eine Form der Gotteslästerung. „Blasphemie“ im eigentlichen Sinn des Wortes: Missbrauch des Heiligen zu einem sehr unheiligen Zweck!
Die Pharisäer instrumentalisieren ein ethisches Problem, ja sogar ihre eigene „Heilige Schrift“, um Jesus in die Pfanne zu hauen.
Wer ethische oder theologische Fragen auf diese Weise missbraucht, disqualifiziert sich damit eigentlich selbst als ernst zu nehmender Gesprächspartner.
Und natürlich durchschaut Jesus dieses durchsichtige Manöver! Und wie so oft in solchen Situationen beantwortet er die Fangfrage der Pharisäer nicht, sondern stellt ihnen erst einmal eine Gegenfrage: „Was hat euch Mose geboten?“
Selbstverständlich kennt Jesus die Antwort, die nun kommen muss. Doch indem er seine Gegner dazu zwingt, mit dieser Antwort den Hintergrund ihrer Frage offen zu legen, macht er deutlich, dass er sie durchschaut hat:
Euch geht es doch gar nicht um ein ethisches Problem, geschweige denn um die Menschen, die sich damit vielleicht herumschlagen müssen! Euch geht es nur darum, mich aufs Glatteis zu führen. Aber seht her: Ich kann Schlittschuh laufen!
Was das Gesetz zum Thema Ehescheidung sagt, ist klar. Und natürlich haben die Pharisäer den entsprechenden Paragraphen parat: Ein verheirateter Mann, der an seiner Frau etwas „Unehrenhaftes“ oder „Anstößiges“ findet, bekommt in 5. Mose 24 die Möglichkeit zugestanden, ihr einen „Scheidebrief“ auszustellen und sie fortzuschicken (Dtn 24,1-4).
Ursprünglich war dies in einer durch und durch patriarchalischen Gesellschaft ein Gesetz, dass die Frauen schützen sollte: Statt – rechtlos wie sie waren – einfach so fortgejagt zu werden, konnten sie sich nun ein Dokument ausstellen lassen, das ihnen die Möglichkeit gab, nach einer gescheiterten Ehe ein zweites Mal zu heiraten, ohne deshalb als „Ehebrecherinnen“ dazustehen.
In einer Zeit, in der Ehe und Familie für Frauen die einzigen Möglichkeiten waren, im Alter versorgt und finanziell abgesichert zu sein, war dies ein großer rechtlicher und gesellschaftlicher Fortschritt.
Doch anstatt dem ursprünglichen Sinn dieses Gesetzes zu folgen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau weiter voran zu treiben, streiten sich die Gesetzeslehrer zur Zeit Jesu – ausschließlich Männer natürlich! – darüber, was denn nun legitime Gründe sein könnten, sich von seiner Frau zu trennen.
Denn was heißt schon „unehrenhaft“ oder „anstößig“? Das ist Auslegungssache! Für die einen zählt nur Ehebruch als Scheidungsgrund. Andere hingegen meinen, es reiche schon aus, wenn die Frau das Essen anbrennen lässt oder ihre jugendliche Schönheit verliert.
Ein Gesetz, das ursprünglich einmal die Rechte der Frauen stärken und sie schützen sollte, wird so unter der Hand zu einem Werkzeug der Missachtung und des Machtmissbrauchs umfunktioniert.
Genau das prangert Jesus an, wenn er in seiner Antwort an die Pharisäer nun dem Buchstaben des Gesetzes auf der einen den eigentlichen Willen Gottes auf der anderen Seite gegenüberstellt: Um eures Herzens Härte willen hat Mose euch dieses Gebot gegeben. Aber glaubt ihr wirklich, die Liebe zwischen zwei Menschen lässt sich mit Geboten regeln? Von Beginn der Schöpfung an seid ihr auf eine partnerschaftliche Beziehung hin angelegt, in der ihr miteinander eins und einig werdet. Wenn Gott etwas so zusammenfügt, wie könnt ihr das so leichtfertig auflösen?
Gesetze, Regeln und Normen – wie gut oder schlecht, unvollkommen oder vollkommen sie auch immer sein mögen – sie verwalten doch immer nur einen Mangel: den Mangel einer aus der ursprünglichen Gottesnähe und dem selbstverständlich liebevollen Umgang miteinander herausgefallenen Welt.
Wir brauchen sie, weil unsere Herzen hart und lieblos werden können. Und weil es dann gut ist, wenn manche Dinge – zu unserem eigenen Schutz und zum Schutz anderer – geregelt sind. Aber sie können nie ersetzen, was wir verloren haben. Letztlich – so würde Paulus es vielleicht heute formulieren – dient das Gesetz nur dazu, uns unser Scheitern und unser Angewiesensein auf Gott und sein Angebot zu Versöhnung und Vergebung vor Augen zu führen.
Darum würden wir Jesus auch gründlich missverstehen, wenn wir nun seine Worte zum Thema Ehe, Ehebruch und Ehescheidung als „neues Gesetz“ interpretieren würden.
Vielleicht hätten die Jünger damals das gerne getan. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie ihn nach dem Gespräch mit den Pharisäern noch einmal auf das Thema ansprechen: Nun sag uns doch endlich, was gelten soll! Nun definiere für uns Richtig und Falsch und gib uns klare Anweisungen!
Doch Jesus verweigert sich auch ihnen. Er will nicht das Scheitern verwalten, sondern in Erinnerung rufen, wie Gott sich gelingendes Leben vorstellt! Selbst das fortschrittlichere Gesetz der Griechen und Römer, das Frauen wie Männern gleichermaßen ein Recht auf Scheidung zugesteht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass jede Trennung, jede gescheiterte Beziehung Wunden hinterlässt, die mit Gesetzen und Dokumenten nicht zu heilen sind.
Versteht mich nicht falsch: Ich bin unbedingt dafür, Gesetze so zu gestalten, dass sie helfen, Trennungs- und Scheidungssituationen – so gut es geht – menschenfreundlich und in gegenseitigem Respekt zu gestalten. Aber das reicht mir nicht! Ich möchte darüber hinaus nicht vergessen, dass auch das beste Gesetz nur ein notdürftiger Ersatz für die Liebe ist, aus der heraus wir so leben könnten, dass keine Gesetze nötig wären.
Bei dem Theologen und Psychologen Eugen Drewermann habe ich dafür schöne und – wie ich finde – sehr weise und wahre Worte gefunden:
„In den Fragen der Liebe – darauf vertraut Jesus – könnte ein jeder Mensch von innen heraus wissen, was menschlich stimmt und was nicht stimmt; in einem jeden lebt ein verborgenes Wissen, das schlechterdings mit keiner gesetzlichen Ordnung, mit keinem bürgerlichen Reglement zur Deckung zu bringen ist; und gerade die Liebe ist dem Paradies nahe, der Wahrheit des Menschen in der Unverfälschtheit seines Ursprungs.
Eben deshalb zitiert Jesus kein religiöses Gesetz, sondern greift zurück auf die Szene des Schöpfungsmorgens. Das Bild vom ‚Anfang’ meint dabei keine vergangene, für uns entlegene Zeit, keine vorweltliche Ära der menschlichen Entwicklung; das Bild des ‚Paradieses’ am ‚Anfang’ der Menschheit lebt als ein
Wesensbild, als ein ‚Prinzip’ der Wahrheit des Fühlens und Denkens in unserem Herzen, und Jesus möchte, dass wir es wieder sehen lernen, sehr behutsam, sehr langsam, mit einem großen Mut und einem nie erlahmenden Vertrauen.“ (Eugen Drewermann, das Markusevangelium zweiter Teil, Seite 92-93)
Vertraust du darauf, dass das möglich ist: Liebe zwischen zwei Menschen so zu gestalten, dass sie ein Leben lang hält – auch wenn du bisher vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht hast? Mir fällt es manchmal schwer, das zu glauben. Die Erfahrungen des Scheiterns an diesem Ideal sitzen tief. Und doch möchte ich mir dieses Bild vom Schöpfungsmorgen bewahren: nicht als eine „Utopie“, als etwas, das keinen Ort hat in dieser Welt, sondern als eine Hoffnung, dass gelingende Beziehungen auch ein Zeichen der anbrechenden Gottesherrschaft in dieser Welt sind. Darauf will ich versuchen zu vertrauen.

Vertrauen – das ist das Stichwort, das uns die Brücke schlägt zu der zweiten Szene in unserem Perikopentext. Dass sie hier anschließt, ist vielleicht einer rein äußerlichen Assoziation geschuldet. Es mag sein, dass der Verfasser des Markusevangeliums einfach dachte, nach dem Gespräch über Ehe und Ehescheidung würde sich das Thema „Kinder“ gut anschließen. Und so ganz falsch liegt er da ja auch nicht.
Und doch: Ich entdecke noch eine tiefere Verbindung zwischen diesen beiden Szenen. Kindern – Wesen also, die noch ganz aus der Ursprünglichkeit ihres Herzens und ihrer Seele leben – spricht Jesus hier das Reich Gottes zu.
Sie haben das Scheitern und das Angewiesensein auf Vergebung noch vor sich. Dass wir für ein menschliches Zusammenleben Gesetze, Normen und Regeln brauchen, weil wir oft eben nicht mehr von innen heraus wissen, was gut und richtig und menschlich ist, das ist eine Erfahrung, die sie noch machen, und eine Erkenntnis, die sie sich noch aneignen müssen.
Bis dies so weit ist, sagt Jesus, gehört ihnen das Reich Gottes. Ohne Wenn und Aber. Und wir tun gut daran, ihnen den Zugang dazu nicht zu verstellen.
Uns Erwachsene hingegen erinnert Jesus daran, dass das Reich Gottes – das verloren geglaubte und durch ihn wiedereröffnete Paradies – nur denen zugänglich ist, die sich wie ein Kind darauf einlassen und damit beschenken lassen können.
Es wurde viel herumgerätselt, was an einem Kind denn nun so vorbildlich ist, dass Jesus es zur entscheidenden Bedingung für das Heil macht. Seine Unschuld? Seine Herzensreinheit?
Ich glaube, die Antwort liegt in der hier beschriebenen Szene selbst: Die Kinder werden zu Jesus gebracht, und Jesus macht unmissverständlich klar, dass sie willkommen, berechtigt und zugelassen sind. Darauf können sie sich verlassen – ohne Wenn und Aber.
Kinder bringen ein solches Vertrauen mit, wenn sie geboren werden. Der Psychologe Erik Erikson hat es das „Urvertrauen“ genannt. Kinder vertrauen darauf, dass die Welt es gut mit ihnen meint und dass sie das Recht haben, unter allen Umständen Beachtung, Zuwendung und Aufnahme zu finden.
Für ein Kind gilt nicht, was unter erwachsenen Menschen gilt: dass der andere müde oder mit wichtigerem beschäftigt sein kann. Ein Kind hält sich instinktiv für das wichtigste Wesen auf Erden, und es fordert sein Recht auf Zuwendung und Aufmerksamkeit ein.
Wenn es ruft, möchte es, dass jemand kommt, und es hat ein Recht auf dieses „Entgegenkommen“! Es wird krank und sein Vertrauen wird beschädigt, wenn es immer wieder die Erfahrung macht, dass niemand auf sein Rufen hört.
Und wenn ein Kind zu einem anderen gehen möchte, dann hat es in gewissem Sinne Anspruch auf die „Zugänglichkeit“ dieses anderen. Es würde etwas Wesentliches vermissen und sein Vertrauen würde beschädigt werden, wenn es immer wieder die Erfahrung macht, dass die Welt ihm nicht offen steht und zugänglich ist.
Dieses „Urvertrauen“ bringen Kinder mit, wenn sie in diese Welt geboren werden. Und sie müssen es leben dürfen! Alle Beschränkungen und Bedingungen kommen später. Sie sind buchstäblich sekundär.
Ich glaube, dass Jesus, wenn er Kinder zum Vorbild für uns macht, genau dies meint: dass wir unser Leben und unsere Beziehung zu Gott ganz im Sinne eines solchen kindlichen Urvertrauens gestalten dürfen! Wir dürfen darauf vertrauen, bei Gott immer und unter allen Umständen berechtigt, willkommen und zugelassen zu sein! Wir brauchen Gott gegenüber nie Angst zu haben, lästig zu werden oder ungelegen zu kommen! Oder ihm nicht recht zu sein, weil wir Scheitern und Schuld mit uns tragen.
„Gott, wie Jesus ihn sieht, möchte, dass es uns gibt, und am meisten möchte er, dass wir ihm seine Liebe glauben.“ (Drewermann, a.a.O., Seite 108)
Dieser Glaube, dieses Vertrauen ist dann zwar keine Garantie dafür, dass unser Leben in jeder Hinsicht gelingt. Wir werden weiter scheitern. Wir scheitern an uns selbst, an anderen Menschen und an Dingen, die einfach so passieren, ohne dass wir etwas daran ändern oder dagegen tun könnten.
Und ich weiß, wovon ich rede.
Aber dieser Glaube, dieses Vertrauen kann uns durch unser Scheitern hindurch tragen. Er hilft uns, trotz allem den „Mut zum Sein“ nicht zu verlieren und die Hoffnung zu bewahren, dass selbst unser Scheitern bei Gott „aufgehoben“ ist – im doppelten Sinn des Wortes: aufgelöst, vergeben und versöhnt – und hinein genommen in die guten Gedanken Gottes für unser Leben.

Damit komme ich zum Schluss – und zu unserem Monatsthema:
Ich bin Gott dankbar, dass ich in einer Familie aufgewachsen bin, in der ich willkommen war und sein durfte. Dort habe ich Vertrauen gelernt.
Ich bin Gott dankbar, dass ich Gemeinde erlebt habe als einen Ort, an dem mehr Evangelium als Gesetz gepredigt wurde. Hier bin ich in die Freiheit der Gotteskindschaft hineingewachsen.
Ich bin Gott dankbar für Menschen in meinem Leben, die mir eine Ahnung davon gegeben haben, was das heißen könnte: „füreinander geschaffen“ zu sein.
Ich bin Gott dankbar, dass bei ihm beides aufgehoben und in guten Händen ist: mein Scheitern und mein Gelingen.

Amen

(c) Volkmar Hamp