Echt elefantastisch
Ein Gottesdienst zum Thema "Tiere"


Kurzbeschreibung
Der Artikel enthält Ideen für einen Gottesdienst zum Thema „Tiere“, der von Jungscharkindern und Mitarbeitenden gemeinsam vorbereitet und gestaltet werden kann.

Gruppengröße / Mitarbeiterbedarf
Egal / 1-2 Mitarbeitende

Zeitrahmen
Eine oder mehrere Jungscharstunden zur Vorbereitung und ein Gottesdienst.

Material
Lieder aus „Jede Menge Töne“ (JMT), Tierfotos, Laptop, Beamer,
Leinwand, CD „Frei“ von Reinhard Mey, Geräusche-CD mit Tierstimmen,
Tütchen mit „Weingummitierchen“, Bilderbuch „Lalu und die
Schöpfung“ von Helga Hornung (rex verlag luzern 2000).

Vorbereitungsaufwand
2-3 Jungscharstunden.


Vorbemerkungen

„Warum nicht mal einen Jungschargottesdienst zum Thema ‚Tiere’ gestalten? Ergebnisse der gemeinsamen Beschäftigung mit Tiertexten der Bibel und Aspekte einer biblischen ‚Tier-Ethik‘ (s.o. den Grundsatzartikel zum Thema!) könnten hier einfließen.“ – So steht es oben im Artikel über „Biblische Tiergeschichten in der Jungschar“.
Gesagt – getan! Die Idee ist, einen solchen Gottesdienst gemeinsam mit der Jungschargruppe vorzubereiten und dann mit der ganzen Gemeinde zu feiern. Dazu können viele der Ideen genutzt werden, die zum Thema „Ein Herz für Tiere“ in diesem Jungscharhelfer-Jahrbuch gesammelt sind.


Ein möglicher Gottesdienstablauf

Einspiellied als Vorspiel
„Es gibt Tage, da wünscht’ ich, ich wär’ mein Hund“ (Reinhard Mey, CD: „Frei!“)

Begrüßung
Ein seltsames Vorspiel für einen Gottesdienst! Aber es passt zum Thema. Denn wir wollen heute einen Gottesdienst zum Thema „Tiere“ feiern. Keinen „Tier-Gottesdienst“, keinen „Gottesdienst mit Tieren“. Aber doch einen Gottesdienst, in dem wir uns mit dem Thema „Tiere“ beschäftigen. Weil Tiere keine seelen- und rechtlosen Sachen, sondern lebendige Wesen sind, die Freude und Leid vielleicht so empfinden, wie wir Menschen das tun.
In der Jungschar haben wir uns in den vergangenen Wochen mit den Themen „Tiere“, „Tiere in der Bibel“ und „Tierschutz“ beschäftigt – und möchten euch heute morgen gerne mit hinein nehmen in dieses Thema, das wir „echt elefantastisch“ finden.

Lied: „Echt elefantastisch“ (JMT 2)

Spiel: „Dalli-Klick“
(Tierstimmen von Geräusche-CD einspielen!)
„Lebendige Tiere gibt es in diesem Gottesdienst nicht – aber wenigstens von Tierstimmen wollten wir uns begrüßen lassen! Und weil dies ein Jungschargottesdienst ist, tun wir jetzt etwas, was wir auch in der Jungschar immer wieder gerne tun: Wir spielen miteinander ein Ratespiel („Dalli-Klick“) ...“
Einige Tierfotos werden via Laptop und Beamer nach und nach auf der Leinwand enthüllt. Die Gottesdienstbesucher müssen raten, um welche Tiere es sich handelt. Wer zuerst die richtige Lösung weiß, erhält ein Tütchen „Weingummitierchen“ als Belohnung!

Lied: „Im Paradies, da ging es rund“ (JMT 134)
Ein Lied für die „Kleinen“ im Gottesdienst! Zum Refrain kann man passende Bewegungen machen:
• „große, kleine, dicke, dünne Tiere“: durch entsprechende Armbewegungen anzeigen.
• „kunterbunt“: mit den Händen wackeln.
• „im Paradies, im Paradies“: jeweils nach dem Wort „Paradies“ zweimal klatschen.
• „da ging es rund“: die rechte Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger hochhalten und einmal kreisen lassen.
Die Strophen sollten textentsprechend gesungen werden: mit „kleiner Stimme“ beim Floh und „großer Stimme“ beim Elefanten, ganz langsam bei der Schnecke und ganz schnell beim Hasen ... (Gestaltungsideen aus: Mehr als nur Töne! Was man mit Liedern alles machen kann ... Herausgegeben von Volkmar Hamp. Oncken Verlag Kassel 2006, 157).

Biblischer Impuls: „Von der Schöpfung“
Wir erzählen die Schöpfungsgeschichte aus Genesis 1,1 – 2,4a. Sehr gut eignet sich hierfür das Bilderbuch „Lalu und die Schöpfung“ von Helga Hornung (rex verlag luzern 2000): ein knapp gehaltener Text mit wunderschönen Bildern! Zielaussage: „Geh sorgsam mit der Schöpfung um, denn alles ist gut und alles darf leben.“

Lied: „He’s got the whole world“ (JMT 117)
Vielleicht können wir – vorab oder spontan – neue Strophen zum Thema „Tiere“ erfinden!?

Inhaltlicher Impuls:
„Wie Tiere heute leben“
Hier sind zwei unterschiedliche Zugänge möglich:
• positiv: Einige Jungscharkinder erzählen von ihren Haus- oder Lieblingstieren und was sie ihnen bedeuten!
• negativ: In den Jungscharstunden zuvor bereiten wir Informationen zum Thema „Tierschutz geht uns alle an“ auf und präsentieren sie an dieser Stelle!
Vielleicht gestalten wir auch in einer der vorausgehenden Jungscharstunden ein Musikvideo zu einem der „Tierschutzlieder“ von Reinhard Mey (z.B. „Tierpolizei“, „Die Würde des Schweins ist unantastbar“, „Erbarme dich“) und spielen es an dieser Stelle ein.

Predigt: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs“
Jetzt kommt die Predigt! Im Idealfall wird sie vorab von Jungscharkindern (zusammen mit einem Mitarbeiter / einer Mitarbeiterin) vorbereitet und dann auch von ihnen vorgetragen. Dabei können die anderen Beiträge zum Thema in diesem „Jungscharhelfer-Jahrbuch“ für die Vorbereitung genutzt werden. Natürlich kann jetzt auch ein Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin, der Pastor / die Pastorin oder jemand anders eine Predigt zum Thema halten.
Wer immer die Predigt hält, er / sie sollte darauf achten, dass sie nicht zu lang gerät (10-12 Minuten), für alle – groß und klein – verständlich und möglichst anschaulich ist (Bilderpredigt, Liedpredigt, Erzählpredigt?).

Musikstück, Einspiellied oder gemeinsam gesungenes Lied
Nach der Predigt geben wir Raum, dem Gehörten nachzusinnen. Das kann bei einem instrumentalen Musikstück, einem weiteren Einspiellied oder einem gemeinsam gesungenen Lied geschehen.

Fürbittenteil
Auch dieser Teil kann vorab in der Jungschar vorbereitet werden. Wofür können wir beten?
• für die Bewahrung der guten Schöpfung Gottes, insbesondere für die Artenvielfalt!
• für Menschen und Institutionen, die sich im Bereich des Tier- und Artenschutzes engagieren!
• für Tiere, denen von Menschen die mitgeschöpfliche Würde genommen wird (z.B. in der Nutztierhaltung und bei Tierversuchen)!
• für uns selbst und unseren eigenen Umgang mit der Schöpfung!
Eventuell ist hier auch Raum für das „Glauberger Schuldbekenntnis“ (nur, wenn dies zuvor mit den Jungscharkindern
besprochen und bearbeitet worden ist und entsprechend gut eingeführt wird!). Das Glauberger Schuldbekenntnis entsprang einer Initiative des Pfarrerehepaares Christa und Michael Blanke, Glauberg. Die Aussage hat weit über die Bundesrepublik Deutschland hinaus Resonanz gefunden und wurde bis Mitte 1991 von über 200 Theologinnen und Theologen unterzeichnet.

Glauberger Schuldbekenntnis:
Wir bekennen vor Gott, dem Schöpfer der Tiere, und vor unseren Mitmenschen:
Wir haben als Christen versagt, weil wir in unserem Glauben die Tiere vergessen haben.
Wir waren als Theologen nicht bereit, lebensfeindlichen Tendenzen in Naturwissenschaft und Philosophie die Theologie der Schöpfung entgegenzuhalten.
Wir haben den diakonischen Auftrag Jesu verraten und unseren geringsten Brüdern, den Tieren, nicht gedient.
Wir hatten als Pfarrer Angst, Tieren in unseren Kirchen und Gemeinden Raum zu geben.
Wir waren als Kirche taub für das Seufzen der misshandelten und ausgebeuteten Kreatur.
(Glauberg, Frühjahr 1988)

Kollekte
Vielleicht ist ja sogar eine Kollekte für ein Tierschutzprojekt, eine Tierschutzorganisation oder das ortsansässige Tierheim möglich?!

Segen / Segenslied
Den Segen können wir mit Versen aus Psalm 104 gestalten. Als Segenslied eignet sich das Lied „In deiner guten Nähe“ von Christiane Dusza (JMT 198): Dort heißt es in Strophe 2:
„Mein Gott, in Deine guten Hände
nimm unsre angeschlagne Welt.
Weck die Gewissen auf und sende
den Geist, der liebt, trägt und erhält.“


(c) Volkmar Hamp
Aus: Jungscharhelfer-Jahrbuch Band 1 (2010). Oncken-Verlag: Kassel 2009, Seite 23-25.