Vom „Singvögelein“ zu „Jede Menge Töne“
Zur Geschichte freikirchlicher Kinderliederbücher in Deutschland


Die Geschichte des evangelisch-freikirchlichen, speziell des baptistischen Kinderliederbuchs in Deutschland beginnt 1874 (nicht 1902, wie man kürzlich lesen konnte (1)) mit dem Singvögelein. Es wurde 1930 abgelöst durch das Neue Singvögelein, das bis 1961 im Bund der Baptistengemeinden (seit 1941 Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden = BEFG) im Gebrauch war. Das 1961 von der „Arbeitsgemeinschaft für das Kinderliederbuch der Evangelischen Freikirchen“ neu herausgegebene Liederbuch Lobet Gott wurde dann sowohl im BEFG als auch im Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) und in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) verwendet und 1986 durch Unser Kinderliederbuch ersetzt. Einen Nachfolger für das Kinderliederbuch gibt es strenggenommen nicht. 1993 erschien noch Unser Kinderliederheft (Oncken Verlag Wuppertal und Kassel), ein Ergänzungsheft zum Kinderliederbuch mit 32 neuen Liedern, von denen einige dann 1997 – zusammen mit etwa zwanzig weiteren neuen Liedern – in die 6., erweiterte Neuauflage des Kinderliederbuch eingeflossen sind. Das Gemeindejugendwerk (GJW) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat 2001 Jede Menge Töne herausgebracht, ein Liederbuch für Kinder- und Jungschargruppen, das vor allem im baptistischen Raum weite Verbreitung gefunden hat. Eine freikirchliche Koproduktion wie seine Vorgänger Lobet Gott und Unser Kinderliederbuch ist dieses Liederbuch jedoch nicht mehr. Statt dessen gab es in den letzten Jahren die eine oder andere kircheninterne Produktion (z.B. Top 25 – Lieblingslieder der Kinder in der EmK, 2002), und natürlich jede Menge reine „Verlagsprodukte“ (z.B. Kinder feiern Jesus, Hänssler-Verlag / Born-Verlag 2005). Die Zeit für ein gemeinsames, die gesamte Zielgruppe freikirchlicher Kindergottesdienst- und Sonntagsschulgruppen anvisierendes Liederbuch scheint erst einmal vorbei zu sein. Zu vielfältig gestaltet sich inzwischen die Sonntagsschul- und Kindergottesdienstlandschaft in unseren Gemeinden, zu schnelllebig und vielfältig sind auch das Liedgut und die Musikstile geworden.


Singvögelein und Neues Singvögelein

Von 1874 bis 1961 sah die Sonntagsschullandschaft in Deutschland ganz anders aus! In diesem Zeitraum von fast 90 Jahren beherrschten das Singvögelein und sein Nachfolger, das Neue Singvögelein, unangefochten das Singen und Musizieren in unseren Sonntagsschulen (2). Dieser Erfolg ist eng verknüpft mit dem Namen Philipp Bickel (1829-1914).
Philipp Bickel wird am 29. September 1829 in Weinheim geboren. Er kommt aus einem nichtchristlichen Elternhaus, erlernt den Beruf des Schriftsetzers und wandert 1848 in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Hier findet er in einer Baptistengemeinde zum Glauben und studiert von 1852-1855 Theologie am Predigerseminar der deutschsprachigen Baptisten in Rochester (New York). Danach arbeitet er zunächst als Gemeindepastor, dann als Redakteur einer deutschsprachigen christlichen Zeitschrift und schließlich (ab 1870) als Leiter des baptistischen Publikationshauses in Cleveland (Ohio). 1878 kehrt Bickel nach Deutschland zurück, um dort die Geschäftsführung des Oncken-Verlags und die damit verbundene Agentur der Schottischen Bibelgesellschaft zu übernehmen. Er wird Chefredakteur der baptistischen Wochenzeitung „Der Wahrheitszeuge“, verwaltet ehrenamtlich die Finanzen des deutschen Baptistenbundes und engagiert sich bis 1899 gleichzeitig als Vorsitzender der Schulkommission des Predigerseminars der deutschen Baptisten in Hamburg. Am 9. November 1914 stirbt Bickel in Kassel.(3)
Mit der Herausgabe des Singvögelein prägt Bickel, der viele der über 300 darin enthaltenen Lieder selbst verfasst hat, über viele Generationen das Singen in deutschsprachigen Sonntagsschulen im Sinne einer erwecklich-fröhlichen Frömmigkeit. Nachdem das Singvögelein 1867 zunächst in Cincinnati für die deutschsprachige Sonntagsschularbeit in den USA erschienen war, arbeitete Bickel es schon 1874 auf die Verhältnisse in Deutschland um. Dort erscheint es in über 500.000 Exemplaren – eine immens hohe Auflage! Wegen der anhaltenden Nachfrage hat der Oncken Verlag vor zwei Jahren die Notenausgabe des Neuen Singvögeleins von 1930 wieder nachgedruckt. Auch die Textausgabe von 1952 ist weiterhin lieferbar.
Was hat das Singvöglein als Sonntagsschulliederbuch so erfolgreich gemacht?(4) Aus heutiger Sicht wirkt es auf den ersten Blick gar nicht wie ein Kinderliederbuch: Fast alle Lieder sind – wie in einem Liederbuch für Erwachsene – vierstimmig gesetzt. Und dass es eigene Rubriken für „Kinderlieder“ (100-124) und „Kinderchöre“ (285-305) gibt, erweckt den Eindruck, die anderen Lieder seien eigentlich gar keine Lieder für Kinder. Doch dieser Eindruck täuscht. So wechseln sich schon am Anfang in der Rubrik „Dank und Anbetung“ in schöner Regelmäßigkeit Lob- und Danklieder, die auch im Erwachsenengottesdienst gesungen wurden (und zum Teil heute noch gesungen werden), mit ausgesprochenen „Kinderliedern“ ab: Da folgt auf „Großer Gott, wir loben dich“ (1) „Wer darf fröhlich sein?“ (2) und auf „Lobe den Herren, den mächtigen König“ (3) „Gott ist die Liebe“ (4). Die Choräle „Nun danket alle Gott“ (5) und „Lobe den Herren, o meine Seele“ (6) werden abgelöst von dem schlichten „Gütig ist Gott“ (7) und dem eingängigen „Lobt froh den Herrn!“ (8) – und so weiter und so fort... Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Buch. Gut ein Drittel der darin versammelten Lieder sind tatsächlich „Kinderlieder“, das heißt für die Zielgruppe „Kinder“ getextet und komponiert.(5) So macht es geradezu den Charakter des Singvögelein aus, dass die Sonntagsschulkinder auf kindgemäße Weise Jesus kennen lernen und zum Glauben geführt werden – und zugleich in die Frömmigkeit und das Liedgut der „Erwachsenengemeinde“ hinein finden sollen.
Was die Liedauswahl angeht, so handelt es sich fast ausnahmslos um „zeitgenössisches Liedgut“ (wenn man das Ersterscheinungsdatum 1874 zum Maßstab nimmt), um Lieder aus dem 19. Jahrhundert also. Nur eine Handvoll älterer Kirchen- und Volkslieder finden sich im Buch. Die weitaus meisten Lieder kommen aus der „Erweckungsbewegung“.
Dass dies auch die Frömmigkeit ist, die das Singvögelein fördern will, zeigt schon der Aufbau des Buches:

I. Dank und Anbetung (1-26)
II. Jesuslieder (27-42)
III. Das Wort Gottes. Der Sonntag (43-62)
IV. Die Sonntagsschule (63-77)
V. Einladung zu Jesu (78-99)
VI. Kinderlieder (100-124) Lieder mit Fingerspiel (122-124)
VII. Leben mit Jesu (125-158)
VIII. Nachfolge und Kampf (159-174)
IX. Mission (175-183)
X. Himmlische Heimat (184-194)
XI. Festzeiten (195-261) a) Advent (195-201) b) Weihnachtslieder (202-237) c) Lieder zum Jahreswechsel (238-240) d) Passionslied (241) e) Osterlieder (242-249) f) Pfingstlieder (250-254) g) Erntedankfestlieder (255-257) h) Lieder zu verschiedenen Festen (258-261)
XII. Tageszeiten (262-267)
XIII. Naturlieder (268-284)
XIV. Kinderchöre (285-305)
XV. Schlusslieder (306-310)


Hier zeigt sich auf den ersten Blick ein klares theologisches Profil: Es geht ganz zentral um Jesus (II), um die Einladung zu Jesus (V), um das Leben mit Jesus (VII), um Nachfolge und Kampf (VIII), Mission (IX) und das Erreichen der himmlischen Heimat (X). Andere theologische Themen – wie das Wort Gottes (III) und die Schöpfungslehre (XIII) – spielen dem gegenüber eine eher untergeordnete Rolle. Von „Jesus-Frömmigkeit“ sind auch die Gestaltung der Sonntagsschule (IV und XV), der Festzeiten im Jahreslauf (XI) und sogar die der Tageszeiten (XII) geprägt. Und in der Rubrik „Kinderlieder“ werden schon die ganz Kleinen in die „Jesus-Frömmigkeit“ mit hinein genommen: „Der beste Freund ist in dem Himmel“ (102) und „Ein Freund für kleine Kindlein“ (103) sind nur zwei Beispiele hierfür, die sich mühelos vermehren ließen!
Dabei geht es ganz selbstverständlich immer um beides: um den Indikativ und um den Imperativ des (Christus-)Glaubens: darum, dass Gott sich in Jesus den Menschen (und damit auch den Kindern) zugewandt hat – und um die Konsequenzen, die dies für ein gottesfürchtiges und christusgemäßes Leben hat. Gute Beispiele hierfür sind das bekannte „Ich bin klein, mein Herz sei rein“ (104), „Lieber Herr Jesus Christ“ (106) und „Ich bin ein kleines Kindelein“ (109), das hier exemplarisch zitiert sei:


Ich bin ein kleines Kindelein, und meine Kraft ist schwach;
ich wollte gern ein gut Kind sein und weiß nicht, wie ich’s mach’.

Mein Heiland, du wardst mir zugut ein armes, kleines Kind
und hast mich durch dein teures Blut erlöst von Tod und Sünd’.

Mein lieber Heiland, rat mir nun, was ich zur Dankbarkeit
dir soll für deine Liebe tun und was dein Herz erfreut.

Ach, nimm mein ganzes Herz dir hin, nimm’s liebster Jesus Christ!
Ich weiß, dass ich dein eigen bin und du mein Heiland bist.

Nikolaus Ludwig Grad von Zinzendorf, 1700-1760


Natürlich entspricht das Singvögelein – genauso wenig wie seine Nachfolger (s. u.) – nicht den Kriterien, die wir heute an ein „Kinderliederbuch“ anlegen würden.(6) Dennoch hat sich das Singvögelein (ab 1930: Neues Singvögelein) durch seine innovative Liedauswahl und durch sein klares theologisches Profil fast 100 Jahre lang als Sonntagsschulliederbuch in unseren Gemeinden halten können und ist immer wieder überarbeitet, neu aufgelegt und nachgedruckt worden. Erst 1961 war die Zeit reif für einen Neuentwurf...


Lobet Gott

Lobet Gott heißt das neue „Liederbuch für Kinder“, das die Arbeitsgemeinschaft für das Kinderliederbuch der Evangelischen Freikirchen 1961 in einer Verlagsgemeinschaft aus Anker Verlag (Frankfurt/Main), Christlichem Verlagshaus (Stuttgart) und Oncken Verlag (Wuppertal) herausgibt.(7) Auch dieses Liederbuch erlebt mehrere Auflagen, bevor es 25 Jahre später durch Unser Kinderliederbuch ersetzt wird.
Eindeutiger als das Singvögelein gibt Lobet Gott sich als ausgesprochenes „Kinderliederbuch“ zu erkennen. Nicht nur durch Äußerlichkeiten, wie das handliche Format und den abwaschbaren Kunststoffeinband, sondern auch durch die inhaltliche und formale Gestaltung. Schon auf der ersten Seite werden die Kinder als Adressaten des Buches angesprochen und die Herausgeber erklären auf kindgerechte Weise die Konzeption des Buches:

„Der erste Teil trägt die Überschrift: ‚Also hat Gott die Welt geliebt.’ Hier findet ihr Lieder zu den schönsten Festen des Jahres, die uns daran erinnern, was unser Herr Jesus Christus auf Erden erlebt und getan hat. Wenn Gott uns nicht so sehr lieb gehabt hätte, wäre der Herr Jesus niemals zu uns gekommen.
Im zweiten Teil entdeckt ihr viele schöne Jesuslieder und zugleich Lieder vom Vertrauen und Gehorsam. Unser Herr Jesus möchte, dass wir ihm alles zutrauen und ihm fröhlich gehorchen.
Der dritte Teil bringt Lieder von der Sonntagsschule, wo wir Gottes Wort und die Geschichten der Bibel hören und Gott miteinander danken und loben.
Im letzten Teil findet ihr Lieder vom Morgen bis zum Abend, für die Schule und die Geburtstagsfeier, für den gedeckten Tisch und für fröhliche Wanderungen in der schönen Welt Gottes.“

Dieser Aufbau – hier noch einmal in der Übersicht – markiert deutlich die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede und Akzentverschiebungen zum Singvögelein:

Also hat Gott die Welt geliebt (1-62)
Advent (1-8)
Christfest (9-27)
Jahreswechsel (28-31)
Epiphanias (Erscheinungsfest) (32-34)
Passion (35-44)
Ostern (45-53)
Himmelfahrt (54-56)
Pfingsten (57-62)

Ich bin der Weg (63-139)
Weg zum Glauben (63-78)
Hingabe, Nachfolge (79-95)
Mission (96-112)
Jesuslieder (113-132)
Sterben, Gericht, Herrschaft Christi (133-139)

Du sollst lieben Gott deinen Herrn (140-213)
Zum Beginn (140-153)
Wort Gottes, Sonntag, Sonntagsschule (154-165)
Gebet (166-173)
Lob und Dank (174-198)
Gottvertrauen (199-213)

Die Erde ist des Herrn (214-289)
Morgen (214-224)
Schule, Geburtstag, Muttertag (225-238)
Gottes Schöpfung, Jahreszeiten, Wanderung (239-261)
Erntedank, Tischlieder (262-274)
Abend (275-281)
Schlusslieder (282-289)

Anhang
Psalmengebete
Verzeichnis der Lieder für Kleinen mit Singanleitung


Das Kirchenjahr und seine Feste, zahlenmäßig etwa im selben Umfang berücksichtigt wie im Singvögelein, bekommt durch die Positionierung am Anfang ein etwas stärkeres Gewicht (Teil 1). Die Zentrierung des Ganzen auf Jesus Christus, den Weg zum Glauben und das Leben im Glauben bleibt erhalten (Teil 2-3), während zugleich der Alltag der Kinder und ihre Lebenswelt größere Aufmerksamkeit finden (Teil 4) – wenn auch noch längst nicht so stark, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre.
Die im „Jahrhundert des Kindes“ (Ellen Key) selbstverständlicher werdende Orientierung am Kind, seiner Entwicklung, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen, schlägt sich auch in der inneren Gestaltung nieder: Das Buch ist mit Illustrationen versehen – nicht üppig, aber immerhin! Die vierstimmigen „Choralsätze“ sind weitestgehend verschwunden. Die Melodien der Lieder sind einfacher, vielfach tiefer und damit für die Kinder leichter singbar geworden. Viele Hinweise zur musikalischen Ausgestaltung der Lieder mit einfachen Mitteln finden sich im Buch, und ein eigenes Verzeichnis der Lieder für die Kleinen (mit Singanleitung) macht deutlich, dass auch die unterschiedlichen Altersgruppen in der Sonntagsschule deutlicher wahrgenommen und berücksichtigt werden.
Bezeichnend ist die Liedauswahl: Etwa zwei Drittel der Lieder sind ältere Kirchenlieder (mit Schwerpunkten in der Reformationszeit und im 19. Jahrhundert). Der Rest ist „zeitgenössisches Liedgut“, vieles davon erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Das Bemühen um „Modernität“ ist also deutlich zu spüren, während zugleich ein Rückgriff auf die (ältere) Kirchenliedtradition erfolgt. Ein Zeichen hierfür ist, dass nur 38 Lieder aus dem Vorgängerbuch in Lobet Gott wieder auftauchen.(8) Doch trotz des Anspruchs, ein „Liederbuch für Kinder“ zu sein: Nur etwa ein Viertel der Lieder in Lobet Gott sind ausgesprochene „Kinderlieder“, Lieder also, die ganz ausdrücklich für die Zielgruppe „Kinder“ getextet und komponiert wurden und vor allem diese Zielgruppe ansprechen sollen.(9)
Dennoch bleibt Lobet Gott seinem Vorgänger insofern treu, als auch die Lieder dieses Buches vor allem darauf zielen, dass die Kinder zu Jesus finden – wobei kaum ein Unterschied gemacht wird zwischen Kinder- und Erwachsenenglauben – und ein gottgefälliges Leben führen:

Lieber Heiland, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm; bei den lieben Engeln dein muss es herrlich sein.

Mache durch dein teures Blut alle meine Sünden gut, gib mir deinen Heilgen Geist, der den Weg mir weist.

Und zum Guten jederzeit schenk mir Kraft und Freudigkeit, schließ mich an dein liebend Herz, führ mich himmelwärts.

Lieber Heiland, hör mein Flehn, lass mich dich im Himmel sehn, und auch all die Lieben mein führe du hinein.(10)


Theologisch und pädagogisch fragwürdig wird es, wenn Gott in diesem Zusammenhang zum „Aufpassergott“ degradiert und zum „Erziehungsgehilfen“ der Erwachsenenwelt gemacht wird:

Pass auf, kleines Aug, was du siehst! Pass auf, kleines Aug, was du siehst! Denn der Vater in dem Himmel schaut herab auf dich, drum pass auf, kleines Aug, was du siehst!

Pass auf, kleines Ohr, was du hörst...

Pass auf, kleiner Mund, was du sprichst...

Pass auf, kleine Hand, was du tust...

Pass auf, kleiner Fuß, wo du gehst...

Pass auf, kleines Herz, was du glaubst...(11)


Abgesehen von diesem „Ausrutscher“ ist Lobet Gott jedoch – theologisch wie musikalisch – vielfältiger und anspruchsvoller als das Singvögelein. Ohne die „erweckliche“ Tradition zu verleugnen, in der die freikirchliche Sonntagsschularbeit in Deutschland von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert her steht, bemüht das Buch sich um „evangelische Weite“, indem es die gesamtkirchliche Liedtradition seit der Reformationszeit stärker berücksichtigt. Darüber hinaus spiegeln die vielen „modernen“ Lieder, die es enthält, die freikirchliche Frömmigkeit in der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder.


Unser Kinderliederbuch

1986 war – nach 25 Jahren und mehreren Auflagen – die Zeit wieder reif für ein neues Kinderliederbuch. Hinrich Schmidt schreibt dazu:

„In den Jahren 1977-1986, als ich in Hamburg Referent für Kinderarbeit im Gemeindejugendwerk (GJW) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) war, überschwemmte unsere Sonntagsschulen, Kinderwochenstunden und missionarischen Kindergruppen geradezu eine Flut von neuen christlichen Kinderliedern ... Das 1961 erschienene Kinderliederbuch Lobet Gott wurde immer seltener oder kaum noch benutzt ... So freuten wir uns sehr, als Günter Balders, der von 1979 bis 1989 Leiter des Lektorates im Oncken Verlag Wuppertal war, die Initiative ergriff, um für die freikirchliche Kinderarbeit ein neues Liederbuch herauszubringen – zusammen mit dem Bundes-Verlag in Witten und dem Christlichen Verlagshaus in Stuttgart.“(12)

Eine mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen freikirchlichen Sonntagsschulwerken besetzte Kommission prüfte unter der Leitung von Günter Balders insgesamt 3.000 Lieder, von denen schließlich 300 Aufnahme in das neue Liederbuch fanden, das 1986 unter dem Titel Unser Kinderliederbuch erschien. Die Maßstäbe für die Prüfung waren laut Hinrich Schmidt folgende:

„Entspricht die Melodie fachlich-musikalischen Kriterien?
Kann das Lied von Kindern gesungen werden?
Ist der Text für Kinder verständlich?
Stimmt der Text mit der Bibel und der Lebenswelt der Kinder überein?
Unterstützt die Melodie des Liedes in angemessener Weise den Text?“(13)

Zum Kinderliederbuch an sich (und Günter Balders’ Beiträgen hierzu) habe ich in der Festschrift zum 65. Geburtstag für Günter Balders schon etwas geschrieben.(14) Hier soll es darum nur um den Vergleich mit seinen Vorgängern und seinem (Quasi-)Nachfolger Jede Menge Töne gehen.
Dass das Kinderliederbuch seinem Vorgänger Lobet Gott näher steht als dieser dem Singvögelein, zeigt schon die Tatsache, dass weitaus mehr Lieder aus Lobet Gott sich im Kinderliederbuch wiederfinden (76) als seinerzeit vom Singvögelein für Lobet Gott übernommen wurden (38). Dennoch sind die Unterschiede in der Konzeption nicht zu übersehen. Dies wird einmal mehr durch einen Blick auf den Aufbau des Liederbuches deutlich. Die Lieder sind nach folgenden Rubriken gegliedert:

Wir loben Gott und danken (Nr. 1-30)
Wir hören Gottes Wort und beten (Nr. 31-58)
Wir erzählen aus der Bibel (Nr. 59-87)
Wir feiern die Feste des Jahres
Advent (Nr. 88-95)
Weihnachten (Nr. 96-133)
Neujahr (Nr. 132)
Passion (Nr. 134-138)
Ostern (Nr. 137-147)
Pfingsten (Nr. 133, 148-151)
Geburtstag (Nr. 152-155)
Muttertag (Nr. 156-158)
Wir glauben an Jesus Christus (Nr. 159-177)
Wir leben als Christen (Nr. 178-216)
Wir singen Lieder von früher (Nr. 217-236)
Wir freuen uns über Gottes Schöpfung (Nr. 237-257)
Wir gehen durch den Tag
Morgen (Nr. 258-265)
Mittag (Nr. 266-272)
Abend (273-285)
Wir haben Spaß miteinander (Nr. 286-300)
Wir sind spitze! – Neue Lieder (Nr. 301-330) (ab der 6., erweiterten Auflage 1997)


Gegenüber den Vorgängerbüchern fällt zunächst einmal auf, dass die Bibel und vor allem einzelne biblische Geschichten hier ein viel stärkeres Gewicht bekommen. Abgesehen von den vielen „Jesusliedern“ finden sich im Singvögelein und in Lobet Gott kaum Lieder zu einzelnen biblischen Geschichten.(15) Das ist im Kinderliederbuch ganz anders. Hier erzählen 28 Lieder in einer eigenen Rubrik („Wir erzählen aus der Bibel“) biblische Geschichten nach: von Noah, Abraham, Joseph, Mose, Gideon, David und Goliath, Jona, Daniel, von Jesus, seinen Gleichnissen und seinen Begegnungen mit den „Verlorenen“, und von Paulus. Dem entspricht, dass im Kindergottesdienst bzw. in der Sonntagsschule der 80er Jahre das schlichte Erzählen biblischer Geschichten Vorrang bekam vor dem zielgerichteten „Zu-Jesus-Führen“ früherer Zeiten. Darin drücken sich eine veränderte Haltung den Kindern und ihrem Glauben gegenüber und ein zurückhaltenderer Umgang mit dem Thema „Kinderbekehrung“ aus. So sind die Rubriken „Wir glauben an Jesus Christus“ und „Wir leben als Christen“ im Kinderliederbuch weniger umfangreich als im Singvögelein oder in Lobet Gott. Dafür gibt es nun ein eigene Rubrik „Wir haben Spaß miteinander“ und (ab der 6., erweiterten Auflage 1997) eine Reihe von „Wir sind spitze!“-Liedern, in denen das Kindsein selbst und die Stärkung der Kinder zum Thema gemacht werden.(16)
Auch wenn man – aus heutiger Sicht – feststellen muss, dass die Lebenswelt der Kinder auch im Kinderliederbuch noch eine eher untergeordnete Rolle spielt und der Schwerpunkt nach wie vor auf der biblischen Lehre, christlichem Glauben und Leben und der Gestaltung des Jahres- und Tageslaufs liegt(17) – im Vergleich zum Singvögelein und zu Lobet Gott ist hier dennoch ein deutlicher Fortschritt erkennbar!


Jede Menge Töne

Wie bereits erwähnt, hat das Kinderliederbuch eigentlich keinen „Nachfolger“. Am ehesten kommt hierfür noch Jede Menge Töne in Frage, das vor allem in vielen baptistischen Kinder- und Jungschargruppen in Gebrauch ist.(18)
Die Vorarbeiten zu diesem Buch begannen kurz nachdem 1997 die erweiterte Neuauflage von Unser Kinderliederbuch erschienen war. Im GJW hatten wir schon damals den Eindruck, dass es mit einer Neuauflage des Alten eigentlich nicht getan sei. Zu sehr hatten sich die Kindergottesdienstlandschaft und die christliche Kindermusikszene in den 90er Jahren verändert.(19) Doch kein Verlag wollte damals das Risiko einer vollkommen neuen Buchproduktion auf sich nehmen und in den der VEF (Vereinigung Evangelischer Freikirchen) angeschlossenen Kinder- bzw. Sonntagsschulwerken wurde die Notwendigkeit eines neuen, gemeinsamen Liederbuchs unterschiedlich beurteilt. So beschlossen wir im Gemeindejugendwerk schließlich, ein eigenes Liederbuch herauszubringen.
Das Besondere an diesem Liederbuch ist, dass es ein Buch für Kinder- und Jungschargruppen sein sollte! So waren Mitarbeitende aus diesen beiden Abteilungen der GJW-Arbeit an der Zusammenstellung der Lieder und der Herausgabe des Buches beteiligt. Der je eigene Charakter des Singens in Kindergottesdienst bzw. Sonntagsschule und in der Jungschararbeit prägte dann auch die Liedauswahl und die Gestaltung des Buches.(20)
Zunächst entschieden wir uns, weniger Lieder aufzunehmen (200(21)) und zwei Ausgaben des Buches zu produzieren: eine Textausgabe (für die Hände der Kinder) und eine Notenausgabe (für Mitarbeitende). Den Anspruch der älteren Kinderliederbücher, neben dem gemeinsamen Singen einen darüber hinaus gehenden Beitrag zur musikalischen (Früh-)Erziehung der Kinder zu leisten(22), haben wir also aufgegeben bzw. in ein methodisch-didaktisches Begleitheft verlagert, das 2006 unter dem Titel Mehr als nur Töne erschienen ist.(23) Bei der Gestaltung des Liederbuchs (vor allem der Textausgabe!) haben wir uns um ein kindgemäßes Erscheinungsbild bemüht. So finden sich auf fast jeder Seite Bilder bzw. Illustrationen (manche davon von Kindern für das Buch gestaltet), und es gibt zu einer ganzen Reihe von Liedern erklärende oder weiterführende Texte.
Die äußere Gestaltung sollte etwas von der inneren Haltung widerspiegeln, die sich in diesem Liederbuch ausdrückt und sich – einmal mehr – in der Gliederung niederschlägt:

Halleluja mit Händen und Füßen (Lob, Dank & Praise) (1-36)
Alles jubelt, alles singt (Lob & Dank) (1-14)
Der Himmel erfüllt mein Herz (Praise) (15-36)
Immer und überall (Lieder im Tages- und Jahreslauf) (37-82)
Vom Anfang bis zum Ende (37-45)
Halte zu mir, guter Gott (Morgenlieder) (46-50)
Herr, bleibe bei uns! (Abendlieder) (51-57)
Dies ist der Tag (Lieder im Jahreslauf) (58-70)
Wir entdecken neues Land (Lieder für unterwegs) (71-82)
Macht doch einfach selber mal Musik (Spiel- & Spaßlieder) (83-103)
Probier’s mal mit Gemütlichkeit (Lieder von einst & jetzt) (104-112)
Wenn der Rebbe singt ... (Lieder von hier & dort) (113-132)
Feuer, Wasser, Erde und Luft (Was wir zum Leben brauchen) (133-200)
Mehr als ein Buch (Bibellieder) (133-148)
Gott will mit dir reden (Gebetslieder) (149-157)
Volltreffer! („Du bist toll!“-Lieder) (158-172)
Hand in Hand („Ich und Du“-Lieder) (173-184)
Mit Gott durch dick & dünn (Gute Zeiten – Schlechte Zeiten) (185-192)
Bewahre uns, Gott (Segenslieder) (193-200)


Wie die anderen Liederbücher enthält natürlich auch Jede Menge Töne Lob- und Danklieder, ergänzt um einige in den 90er Jahren neu entstandene „Anbetungslieder“ für Kinder, wie sie heute in vielen Gemeinden, manchmal etwas einseitig, Verwendung finden (Teil 1)(24). Wie in den anderen Liederbüchern, spielt auch hier die Gestaltung des Tages- und Jahreslaufs eine wichtige Rolle (Teil 2). Stärkeres Gewicht haben – vor allem aufgrund der eingebrachten Jungschar- und Pfadfindertradition – die Spiel- und Spaßlieder, Lieder von früher (aus Sonntagsschule und Jungschar!) und internationales Liedgut (Teil 3-5).
Das Hauptgewicht liegt allerdings auf der Rubrik „Was wir zum Leben brauchen“ (Teil 6), in der im engeren Sinne „religiöse“ Kinderlieder zusammengestellt sind. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl gerade dieser Lieder war – neben textlicher und musikalischer Qualität und kindgerechter Gestaltung –, dass sie einen starken Bezug zur Lebenswelt und zum Alltag der Kinder haben sollten. So wird hier nicht nur das Beten an sich thematisiert(25), sondern es kommen auch Fragen und Probleme mit dem Beten vor.(26) Es gibt viele Lieder, die des Selbstbewusstsein der Kinder stärken(27) oder sich dem für alle Kinder wichtigen Thema „Freundschaft / Beziehungen“ widmen(28). Und es gibt nicht nur Lieder für gute, sondern auch für schlechte Zeiten(29).
Die Auswahl der Lieder für Jede Menge Töne erfolgte also nicht nach „dogmatischen“ Vorgaben und Kriterien: „Zu Jesus finden und im Glauben leben!“ – obwohl natürlich beides vorkommt und eine Rolle spielt. Sie erfolgte aus der Lebenswelt der Kinder heraus, von ihren Themen und Fragen her. Und vielfach sind es gerade diese Lieder, die von den Kindern besonders gern gesungen werden, weil sie spüren: Das hat mit meinem Alltag und mit meinem Leben zu tun, und es hilft mir, meinen Alltag und mein Leben im Horizont des Glaubens zu deuten!


Was kommt nach Jede Menge Töne?

Ob es noch einmal ein Kinderliederbuch mit ähnlichem Verbreitungsgrad und vergleichbarer Akzeptanz wie das Singvögelein, Lobet Gott oder Unser Kinderliederbuch geben wird? Ich weiß es nicht! Im Augenblick sieht es eher nicht danach aus. Dennoch ist der Blick zurück in diesem Fall keineswegs nur von historischem Interesse. Jede zukünftige „Kinderliederbuch-Kommission“ kann aus diesem Blick wertvolle Impulse für die Gestaltung eines zukünftigen Liederbuchs gewinnen. Ich selbst habe durch meine Beschäftigung mit dem Thema wertvolle Erkenntnisse für eine vielleicht irgendwann anstehende neue Auflage von Jede Menge Töne gewonnen. Einige dieser Erkenntnisse habe ich bereits in meinem Beitrag zur Balders-Festschrift formuliert.(30) Sie seien hier noch einmal – als Zusammenfassung beider Artikel – wiederholt und ergänzt:

Erstens: Ich beobachte seit einigen Jahren eine „Vereinseitigung“ im Liedgut mancher Gemeinden und Kindergottesdienste, die ich für problematisch und wenig segensreich halte. Gemeinden und Gruppen, in denen nur noch Lobpreis- und Anbetungslieder gesungen werden, drohen geistlich und musikalisch genau so zu verarmen wie Gemeinden, in denen nur Choräle zu vernehmen sind. Die Vielfalt geistlichen Erlebens und menschlicher Erfahrungen braucht auch vielfältige musikalische Ausdrucksformen. Hier sind die Kinderliederbücher der Vergangenheit ein Vorbild, hinter das wir nicht zurück sollten, wenn wir heute mit Kindern singen und musizieren!

Zweitens: Das Liedgut in unseren Gemeinden und Kindergruppen prägt die Glaubensüberzeugungen und Lebenshaltungen ganzer Generationen. Darum sollten wir die Lieder, die wir miteinander singen, sehr sorgfältig auswählen und immer wieder kritisch hinterfragen, ob die Glaubensüberzeugungen und Lebenshaltungen, die sich in ihnen ausdrücken, wirklich dem Evangelium und dem, was wir den Kindern in unseren Gemeinden mit auf den Weg geben wollen, entsprechen.(31)

Drittens: Die Kinderliederbücher der Vergangenheit haben immer mehr gewollt als nur Lieder für das Singen in gemeindlichen Kindergruppen anzubieten. Sie wollten darüber hinaus Anregungen zur ganzheitlichen Gestaltung dieser Lieder – über das Singen hinaus – geben. So gehören zum Beispiel Bewegungslieder auch heute zum Standardrepertoire der meisten Kindergruppen, und die Qualität der musikalischen Begleitung des Gesangs im Kindergottesdienst ist da, wo entsprechend begabte und ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorhanden sind, erstaunlich hoch. Von Singvögelein, Lobet Gott & Co. können wir lernen, auch hierbei noch stärker auf die Beteiligung und Aktivierung der Kinder zu setzen! Vielleicht sind mehrstimmige Kinderchorsätze und das Orff’sche Instrumentarium heute nicht mehr das Mittel der Wahl. Nach Wegen zu einer stärkeren Beteiligung der Kinder an der Gestaltung der Lieder – über das reine „Mit-Singen“ hinaus – zu suchen, bleibt eine wichtige Aufgabe!(32)

Viertens: Es bleibt die Herausforderung, biblisch-theologische Elementarbildung, Wegbegleitung im Glauben, die Lebenswelt und den Alltag der Kinder sowie den Spiel- und Spaß-Faktor im gemeinsamen Singen und Musizieren miteinander zu verbinden. Auch dies müsste ein zukünftiges neues Kinderliederbuch zu leisten versuchen.


(1) Bei Hinrich Schmidt, Ein Herz für Kinder. Erinnerungen an die Entstehung von „Unser Kinderliederbuch“. In: Das Lob Gottes bringt den Himmel zur Erde. Festschrift für Günter Balders zum 65. Geburtstag, im Auftrag des Theologischen Seminars Elstal und des Christlichen Sängerbundes Wuppertal herausgegeben von Uwe Swarat, Wuppertal: Verlag Singende Gemeinde 2007, (285-287) 286.

(2) Dies gilt zumindest für die Baptistengemeinden im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Ob und inwieweit das Singvögelein in Deutschland auch im Bund Freier evangelischer Gemeinden (gegründet 1874) und in der Evangelisch-methodistischen Kirche (als Bischöfliche Methodistenkirche gegründet 1897) in Gebrauch war, weiß ich nicht!

(3) Vgl. den Artikel über Philipp Bickel von
Günter Balders in: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland, Festschrift hrsg. von G. Balders, Wuppertal und Kassel 1984, 340.

(4) Für das Folgende beziehe ich mich auf das
Neue Singvögelein in der Neuen Bearbeitung von 1952 als den unmittelbaren Vorgänger von Lobet Gott. Etwa zwei Drittel der in dieser Ausgabe abgedruckten Lieder sind aber auch schon im alten Singvögelein zu finden. Ergänzt wurden vor allem viele Weihnachts- und Volkslieder und eine größere Anzahl von Liedern in der Rubrik „Kinderlieder“.

(5) Das entspricht in etwa dem Kinderlieder-Anteil im
Kinderliederbuch, und es sind deutlich mehr als in Lobet Gott (s. u.).

(6) Vgl. dazu:
Volkmar Hamp (Hrsg.), Mehr als nur Töne. Was man mit Liedern alles machen kann... Edition GJW im Oncken Verlag Kassel 2006, 11, und für das Kinderliederbuch 20 Jahre früher: Hinrich Schmidt, Ein Herz für Kinder, a .a. O. 285f.

(7) Die von mir benutzte 5. Auflage erschien in der Verlagsgemeinschaft Christliches Verlagshaus Stuttgart, J.G. Oncken Verlag Kassel 1972.

(8) Interessanterweise sind im
Kinderliederbuch 25 Jahre später ebenfalls noch 39 Lieder aus dem Singvögelein vertreten, hier jedoch zumeist mit eher „antiquarischem“ Interesse: 18 davon in der Rubrik „Wir singen Lieder von früher“. In Jede Menge Töne haben nur fünf Singvögelein-Lieder Aufnahme gefunden: „Der Mond ist aufgegangen“, „Die Sonntagsschul ist unsre Lust“, „Für den goldnen Sonnenschein“, „Gott ist die Liebe“ und „Großer Gott, wir loben dich“.

(9) Im
Singvögelein und im Kinderliederbuch sind es etwa ein Drittel, in Jede Menge Töne mehr als die Hälfte aller darin enthaltenen Lieder!

(10) Nr. 92. Wort und Weise: H .J. Breiter 1845-1893.

(11) Nr. 123. Wort: Eigentum Verlag Fr. Hänssler, Stuttgart-Plieningen. Weise und Satz: Paul Ernst Ruppel 1960, Eigentum: Verlag Singende Gemeinde, Wuppertal-Elberfeld.

(12)
Hinrich Schmidt, a. a. O. 285.

(13) A. a. O. 285f.

(14)
„Zur Sonntagsschule gehen wir gern...“ Günter Balders und das „Kinderliederbuch“. In: Das Lob Gottes bringt den Himmel zur Erde. Festschrift für Günter Balders zum 65. Geburtstag, im Auftrag des Theologischen Seminars Elstal und des Christlichen Sängerbundes Wuppertal hrsg. von Uwe Swarat, Wuppertal: Verlag Singende Gemeinde 2007, 17-28.

(15) Ausnahmen sind im
Neuen Singvögelein ein Lied zur Geschichte von Martha und Maria (Nr. 28 „Zu des Heilands Füßen“), einige Lieder über Jesus und die Kinder (z.B. Nr. 92 „Lasst die Kindlein zu mir kommen!“) und über das Gleichnis vom Verlorenen Schaf (z.B. Nr. 97 „Neunundneunzig der Schafe“) – aber auch das sind ja eigentlich „Jesuslieder“. In Lobet Gott gibt es – neben einigen Liedern zu Jesusgeschichten (z.B. Nr. 131 „Zachäus war ein kleiner Mann“, oder Nr. 205 „Die Jünger, die im Schiffe sind“) – immerhin auch ein Lied über Mose, Ismael und Joseph (Nr. 208 „Kleiner Knabe Mose“)!

(16) Vgl. dazu auch
Unser Kinderliederheft, das 1993 als Ergänzungsheft zum Kinderliederbuch im Oncken Verlag erschienen ist und dessen Lieder zum Teil in die neue Rubrik der Neuauflage von 1997 eingeflossen sind.

(17) Vgl.
Verf., „Zur Sonntagsschule gehn wir gern ...“, a. a .O. 19.

(18) Jede Menge Töne ... und ein bisschen mehr! Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. 2001 (jetzt Edition GJW im Oncken Verlag Kassel).

(19) Vgl.
Verf., „Zur Sonntagsschule gehn wir gern ...“, a. a. O. 18 und 26.

(20) Sogar einige ausgesprochene „Pfadfinderlieder“ sind enthalten!

(21) Von diesen 200 Liedern finden sich 68 auch im
Kinderliederbuch, im Kinderliederheft bzw. in der 6., erweiterten Auflage des Kinderliederbuchs von 1997. Nur vier davon waren auch schon in Lobet Gott zu finden, fünf im Neuen Singvögelein.

(22) Vgl. dazu im Blick auf das Kinderliederbuch:
Verf., „Zur Sonntagsschule gehn wir gern ...“, a .a. O. 23.

(23) Vgl. Mehr als nur Töne! Was man mit Liedern alles machen kann ... Herausgegeben von Volkmar Hamp, Edition GJW im Oncken Verlag Kassel 2006.

(24) Vgl.
Verf., „Zur Sonntagsschule gehn wir gern ...“, a. a. O. 27.

(25) Nr. 149 – 157 („Gebetslieder“).

(26) Nr. 155 „Gebet“ und Nr. 156 „Gott will mit dir reden“.

(27) Nr. 158 – 172 („Du bist toll!“-Lieder).

(28) Nr. 173 – 184 („Ich und Du“-Lieder).

(29) Nr. 185 – 192 („Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“).

(30) A. a. O. 26f.

(31) In „Mehr als nur Töne! Was man mit Liedern alles machen kann ...“ (s. o., Anm. 23) findet sich auf S. 11 ein Kriterienkatalog, der helfen kann, die textliche und musikalische Qualität von neuen (und alten!) Liedern zu beurteilen.

(32) Aus diesem Grunde haben wir zu
Jede Menge Töne mit „Mehr als nur Töne“ (s. o. Anm. 23) ein didaktisch-methodisches Beiheft herausgegeben. Hier finden sich zu jedem der 200 im Liederbuch abgedruckten Lieder Gestaltungsideen und Anregungen für die Weiterarbeit am jeweiligen Thema.


(c) Volkmar Hamp

Aus: Theologisches Gespräch. Freikirchliche Beiträge zur Theologie 32. Jahrgang 2008, Heft 1, S. 23-37. (Oncken Verlag Kassel)