Jesus in Gethsemane (Markus 14)

Erzählvorschlag für ein Schattenspiel

Kulissen und Figuren für das Schattenspiel werden aus Papier hergestellt und während des Erzählens via Overheadprojektor präsentiert. Das Bild vom „Beschirmt werden“ ist vor allem für kleinere Kinder ein schönes Symbol: Bei Gott können wir uns auch mit unseren Ängsten geborgen wissen!

Es war ein ganz besonderer Abend gewesen! Jesus hatte mit seinen Freunden das Passahfest gefeiert. Sie hatten Brot miteinander geteilt und Wein miteinander getrunken. Und Jesus hatte seinen Freunden erzählt, was in den nächsten Tagen passieren würde.
„Einer von euch wird mich an meine Feinde verraten! Sie werden mich gefangen nehmen und umbringen. Ihr werdet alle davon laufen und mich allein lassen. Aber habt keine Angst: Ich bleibe nicht tot. Ich komme wieder!“
Die Freunde Jesu wollten all das nicht hören! Vor allem Petrus nicht. Er sagte: „Auch wenn alle anderen dich allein lassen – ich nicht! Auch wenn ich mit dir sterben muss – ich bleibe bei dir!“ – „Ja!“, stimmten die anderen ein. „Genau so machen wir es auch! Wir lassen dich nicht allein!“
Später am Abend verließen sie die Stadt. Die Nacht brach herein, und wie ein großer Schirm legte sich Dunkelheit über das Land (großen Schirm aufspannen!). Mit dem letzten Tageslicht erreichten sie den Garten Gethsemane. Hier hatten sie schon oft geschlafen. Das Gras war weich, und die Olivenbäume schützten sie vor Wind und Regen.
Nach und nach gingen in der Stadt, oben auf dem Berg, die Lichter aus. Das Fest war für heute zu Ende. Jesu Freunde waren müde. Sie wollten schlafen. Doch Jesus bat sie, noch ein Weilchen mit ihm wach zu bleiben. Er hatte Angst. Er wollte beten, mit seinem Vater im Himmel sprechen. Vielleicht wurde doch noch alles gut?
Drei von seinen Freunden nahm er mit: Petrus, Jakobus und Johannes. „Ich bin sehr traurig“, sagte er zu ihnen. „Und ich habe Angst. Bleibt in meiner Nähe und wacht mit mir.“ Dann warf er sich ein wenig entfernt von ihnen ins Gras und betete.
Doch die Jünger waren zu müde! So viel hatten sie gehört, was sie nicht verstanden. Und auch sie hatten Angst. Bald fielen ihnen die Augen zu, und sie schliefen ein. Vielleicht dachten sie: „Gott wird schon auf uns aufpassen! Unter seinem Schutz können wir sicher schlafen – wie unter einem Schirm, den er für uns aufspannt ...“ (ersten kleinen Schirm über den Jüngern aufspannen!).
Ein wenig abseits lag Jesus im Gras und betete. Er konnte nicht schlafen! „Gott, mein Vater im Himmel“, sagte er, „wenn es sein kann, dann bewahre mich davor, dass ich jetzt sterben muss! Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen. Wenn ich leiden muss, dann schenke mir die Kraft, alles auszuhalten, was mir die Menschen antun werden.“
Und während Jesus so betete, spürte er, dass Gott ihm ganz nahe war und ihm die Kraft schenkte, die er brauchte. Wie einen schützenden Schirm fühlte er die Nähe und den Frieden Gottes über sich ... (zweiten kleinen Schirm über Jesus aufspannen).
Ist das nicht ein schönes Bild!? Ob wir das auch so erleben können: dass wir die Nähe und den Frieden Gottes über uns spüren wie einen schützenden Schirm – gerade, wenn wir traurig sind oder Angst haben!? Ich glaube, das können wir! Ich weiß, dass wir das können! Ich hab das selber schon erlebt!
Dann war es so weit. Flackernde Lichtpunkte näherten sich im Dunkel der Nacht. Jesus wusste: „Das sind die Soldaten, die mich gefangen nehmen sollen!“
Er weckte seine Jünger. „Es ist so weit!“ sagte er. „Die Stunde ist da, in der man mich verraten wird. Kommt, wir wollen ihnen entgegen gehen!“
Da erschraken die Jünger und bekamen furchtbare Angst. Alle liefen sie davon. Nur einer – vielleicht war es Petrus – wollte Jesus helfen und ihn mit seinem Schwert verteidigen. Aber Jesus ließ das nicht zu. Da lief auch er davon, hinter den anderen her, die längst zwischen den Bäumen verschwunden waren.
Nun war Jesus wirklich ganz allein. Ein Soldat band ihm die Hände zusammen. Dann nahmen sie ihn in ihre Mitte und führten ihn ab, als hätte er etwas verbrochen.
Ohne sich zu wehren, ging Jesus mit ihnen. Er wusste: Gott ist bei mir! Auch in dieser schweren Stunde. Er gibt mir die Kraft, die ich brauche. Wie ein unsichtbarer Schirm ist er über mir (Schirm über Jesus mitgehen lassen!) und umgibt mich von allen Seiten mit seiner Liebe und seinem Schutz.
Wie gut es tut, das zu wissen!

(c) Volkmar Hamp
Aus: Miteinander Gott entdecken 2/2007, S. 45.